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Kaiser von Amerika: Die große Flucht aus Galizien
 
 
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Kaiser von Amerika: Die große Flucht aus Galizien [Gebundene Ausgabe]

Martin Pollack
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 3 (6. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552055142
  • ISBN-13: 978-3552055148
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 47.534 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mit „Kaiser von Amerika“ wird Martin Pollack seinem Ruf als „Entzauberer Galiziens“ mehr als gerecht: Er zeichnet ein höchst nüchternes Bild der Provinz, und heikle Themen scheut er auch nicht. ' Dass er dabei Parallelen zu heute, zu den Praktiken der modernen Schlepperbanden oder der heutigen Medien, aufzeigt, macht sein Buch umso lesenswerter." Marta Kijowska, FAZ, 26.11.2010 "Pollack schafft es meisterlich, den Leser mittels Gerichtsakten, Zeitungsartikeln und Recherchen vor Ort auf eine packende Wanderung durch historische, längst vergessene Landschaften mitzunehmen." Sebastian Bickerich, Tagesspiegel, 29.11.2010 "Ausgezeichnete dokumentarische Literatur, seriös recherchiert, spannend erzählt, in glasklarem, schnörkellosem Stil." Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 1.12.2010

"Erhellend, sachlich und doch voll verhaltener Empathie für die ewigen Verlierer. Es liest sich glänzend." Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur, 07.09.2010 "Eine historische Geschichte mit einem untrüglichen Sinn für die Probleme der Gegenwart erzählt. Das hat seine Bücher immer schon ausgezeichnet und macht gerade dieses so wahrhaftig." Gerhard Zeillinger, Die Presse, 23.10.2010 "Eine düstere historische Bestandsaufnahme, die von der Schattenseite der Auswanderung erzählt. Auch in der "Neuen Heimat", in den USA, in Brasilien, werden die Emigranten ausgebeutet, beim Eisenbahnbau, in den Stahlwerken und Kohlegruben. Dem literarischen Instinkt und journalistischen Können Martin Pollacks ist es zu verdanken, dass sich sein Buch ausgesprochen spannend liest." Eva Rother, Ö1 Ex libris, 07.11.2010

Kurzbeschreibung

Die Freiheitsstatue: Hunderttausende ließen sich um 1900 von diesem verlockenden Bild über den Ozean locken. Damals hatte in Galizien (heute Polen und Ukraine), dem Armenhaus der Habsburger-Monarchie, eine Welle der Emigration eingesetzt. Kleinbauern, Handwerker, jüdische "Luftmenschen", sie alle suchten eine bessere Zukunft; der Kaiser von Amerika, meinten sie, werde sie nach ihrer Flucht freudig willkommen heißen. Aus dieser Hoffnung entwickelte sich rasch ein einträgliches Geschäft, an dem viele mitverdienten. Schlepper, Agenten, Menschenhändler und die Aussicht auf ein besseres Leben: Martin Pollack erzählt von Menschen, die um 1900 ihr Glück in den USA suchten.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auswanderer 7. Dezember 2010
Der Österreicher Martin Pollack, Slawist und Historiker, früher Redakteur und Korrespondent in Wien und Warschau für den SPIEGEL, heute freier Autor und Übersetzer, der u.a. auch durch die Herausgabe und Übersetzung hervorragender polnischer Reportagen "Von Minsk nach Manhattan" (vgl. Rezension) bekannt wurde, hat unter dem Titel "Kaiser von Amerika" eine beeindruckende literarische Sozialreportage vorgelegt.

Galizien, Ende des 19. Jahrhunderts: Viele Hungerjahre und epidemisch sich ausbreitende Krankheiten haben dazu geführt, daß die Lebenserwartung der Galizier auf unter 30 Jahre abgesunken ist. Der Autor breitet akribisch zahlreiche Fakten aus, die sich fast unter der Hand zu einer Sozialgeschichte ausweiten. Es kann nicht verwundern, daß sich in dieser schrecklichen Notsituation der Wunschtraum vom gelobten Paradies Nordamerika, in dem sich ein guter Kaiser freundlich um seine Untertanen kümmert, massenhaft verbreitet. Noch weniger aber überrascht es, daß die zahlreichen Auswanderungswilligen oft schon zu Hause in die Hände von Verbrechern gerieten, die ihnen das mühsam zusammengekratzte Geld für die Überfahrt und den Neustart listig abluchsten. Immerhin:In einem Prozeß 1888 wurden viele deswegen Angeklagte verurteilt.

Pollack zeichnet zahlreiche Fallbeispiele auf, die er in mühsamer Archivarbeit herausgefiltert hat. Allein 1888 waren es über 500 000 Menschen, die ihr Glück in Nordamerika suchten - und beim Eisenbahnbau, in den Bergwerken oder in der Schwerindustrie landeten. Von einer gelungenen Aus-und Einwanderung weiß der Autor nur als verwunderliche Ausnahme zu berichten.

Ein bitteres Buch, das kompetent Auskunft gibt über den Zusammenhang von menschlicher Bösartigkeit und menschlicher Not. Es erinnert mich übrigens stark an die Tetralogie "Roman von den Auswanderern" des großen Schweden Vilhelm Moberg.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Galizien war bis 1918 mit rund 78 500 Quadratkilometern das größte Kronland der k.u.k.-Monarchie. Seine rund 8 Millionen Einwohner (Zählung 1910) sprachen zu fast 60% polnisch und zu rund 40% ruthenisch; vom Bekenntnis her waren 46,5% römisch-katholisch (die Polen); 42,1% griechisch-katholisch (die Ruthenen). 11,1% waren Juden (die sich eher als Polen fühlten). Die Deutschsprechenden spielten in Galizien nur eine sehr untergeordnete Rolle.
Galizien war in jeder Wiese benachteiligt: Der größte Teil der Bevölkerung arbeitete in der Landwirtschaft; die Industrie spielte wenig Rolle. Daneben fehlte es an Bildung; der Aberglauben blühte. Seuchen machten der Bevölkerung immer wieder zu schaffen. Die Korruption in Galizien war legendär; daneben starben jährlich 50 000 Menschen an den Folgen des Hungers. Summa summarum: "Das galizische Elend" war sprichwörtlich in der Donaumonarchie.
Vor diesem Hintergrund siedelt der studierte Slawist und Historiker Martin Pollack sein neuestes Werk "Kaiser von Amerika" an. Es geht um die "große Flucht aus Galizien" - das heißt, um die jahrzehntelange Auswanderungswelle aus Galizien (vor allem nach Nord- und Südamerika).
Ganze Dörfer machten sich auf den Weg (von Versprechungen gelockt); daneben sorgten eigene Agenten für "Frischfleisch"-Nachschub in die diversen Bordelle verschiedener Hafenstädte. Da viele dieser Agenten Juden waren (und tausende jüdische Mädchen zur Auswanderung regelrecht "verführt" wurden), förderte dies auch den Antisemitismus.
Es gab aber nicht nur die Auswanderung; die Rückwanderung war in manchen (Krisen-)Jahren extrem hoch - viele Hoffnungen wurden enttäuscht.
Eine wichtige Quelle für den Autor ist ein Prozess in Wadowice, der 1889/90 gegen korrupte Behörden und Auswanderungsagenten stattfand. Die Akten, die der Autor verwendete, bieten einen tiefen Einblick in die Zustände gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Galizien.
Fazit: Ein sehr spannendes historisch-literarisches Werk (mit vielen Fakten), das auch den historisch nicht so beschlagenen Leser interessieren sollte. Wichtig für das Verständnis der Problematik sind auch die vielen Fotos (aus dem Archiv des Verfassers).
Abschließende Bemerkung: "Wie sich die Bilder gleichen" - vielen Migranten ergeht es heute in den "Aufnahmeländern" ähnlich wie den Auswanderern aus Galizien von damals!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
nichts gelernt seit 120 Jahren 28. November 2010
Ein Buch,das mir gezeigt hat,das die Menschen sich nie ändern werden Weder die, die auswandern noch die, die daraus ein Geschäft machen noch die ,die die Auswanderer aufnehmen sollen.Das Buch beeindruckt durch die Nüchternheit der Sprache ebenso,wie durch die Fülle der Daten.Ein Wehrmutstropfen ist vielleicht ein verlorener roter Faden.Eine wichtige Lektüre zur richtigen Zeit.
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