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Kaiser Julian: Der letzte heidnische Herrscher
 
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Kaiser Julian: Der letzte heidnische Herrscher [Gebundene Ausgabe]

Klaus Bringmann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: Primus Verlag; Auflage: 1., Aufl. (September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896785168
  • ISBN-13: 978-3896785169
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 15,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 386.978 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Bringmann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Julian (361–363) gilt als der letzte heidnische Kaiser. Obwohl er eine christliche Erziehung erhielt, interessierte er sich mehr für die Kultur der klassischen Antike. Julian studierte daher in Ephesos und Athen Philosophie. Seine Politik war von dem Bestreben geprägt, heidnische Traditionen wiederzubeleben und das Christentum zurückzudrängen. In den christlichen Schriften wurde er deshalb Apostata (Abtrünniger) genannt. Gleichzeitig war Julian ein erfolgreicher Feldherr, der bei seinen Soldaten beliebt war. Die Legionen waren es auch, die ihn zum Augustus ausriefen. Seine Regierungszeit war jedoch von Einfällen der Perser in das römische Reich geprägt, so dass er 363 zu einer Schlacht gegen den Feind aufbrach, in dessen Verlauf er tödlich verwundet wurde. Klaus Bringmann zeichnet in dieser Biographie den ungewöhnlichen Weg des ›Abtrünnigen‹ nach, dessen kurze Regierungszeit viele seiner Pläne unvollendet ließ und deshalb die Phantasie der Nachwelt anregte.

Über den Autor

Klaus Bringmann war bis zu seiner Emeritierung Professor für Alte Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

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Format:Gebundene Ausgabe
Klaus Bringmann, emeretierter Professor für Alte Geschichte, hat sich dem Laien weitgehenden letzten "heidnischen" Kaiser Julian angenommen. Geboren im Jahre 303, 355 zum Caesar und 360 zum Augustus ernannt, 363 gestorben, unternahme Julian einen letzten Versuch, die antike Religion zu erhalten und gegen das aufstrebende Christentum zu verteidigen. Sein Tod markiert damit in gewisser Hinsicht den Beginn des Mittelalters.

Die Sieger, die Julians Geschichte schrieben, hatten für den "Apostaten", also Ex-Christen Julian, nur wenige gute Worte übrig. Trotzdem verwundert es, dass sich auch Bringmann von diesem Urteil nicht freimacht und immer wieder polemisch über Julians Ideen und Handlungen urteilt. Die Sympathien des Autors liegen deutlich und wenig verhohlen beim Christentum und seinen Vertretern.

Doch - welches Christentum? Julians Vorgänger Konstantin hatte sich öffentlich zum Christentum bekehrt, es zur Staatsreligion gemacht, und ließ ihm 325 auf dem 1. Konzil zu Nikaia (Nizza) eine "amtliche" Form geben. Andere Formen des Christentums galten fortan als Häresie und wurden verfolgt - in einem Maße, das das der "heidnischen" Christenverfolgungen übertraf. Konstantins Politik hatte eine begrenzte und kurzfristige Stabilisierung des Römischen Reiches zur Folge, langfristig zerstörte er damit die Grundlagen des Imperiums: Immer mehr reiche Bürger bekannten sich zum Christentum und entledigten sich auf diesem Wege von der Pflicht, lästige und kostspielige Ehrenämter in den Städten des Reiches zu übernehmen. Das Vermögen "heidnischer" Tempel wurde der Kirche übereignet - wiederum mit fatalen Folgen für die Kommunen, dienten die Tempelschätze doch auch als Notgroschen für Gemeinschaftsaufgaben.

Bringmann skizziert diesen Hintergrund, um Julians Politik verständlich zu machen - und darin liegt der eigentliche Wert seiner Biographie: Auch für den historischen Laien wird somit erkennbar, welche Zäsur Konstantins Regentschaft darstellte - und warum das Reich, das er hinterließ, letztlich fast zwangsläufig unter den anstürmenden Barbaren zusammenbrechen musste. Die Rolle, die das Christentum als a-politische, auf das individuelle Seelenheil und das Leben in der lokalen Gemeinde ausgerichtete Lehre dabei spielte, wird in Bringmanns Darstellung immer wieder deutlich. Auch, wie die finanziellen Privilegien der Kirche und ihrer Funktionäre die Grundlagen der mächtigsten Institution des Mittelalters schufen.

Julians Versuche, eine heidnische Gegenkirche zu etablieren, antike Gelehrsamkeit zu erhalten und zu fördern, Toleranz zu üben (auch allen Christentümern gegenüber - Bringmann sieht darin allen Ernstes nur eine besonders perfide Taktik, um das "wahre" Christentum zu schwächen), waren letztlich nicht von Erfolg gekrönt, und es bleibt offen, ob eine längere Regierungszeit daran viel geändert hätte. In Europa legten die Wissenschaften, der medizinische und der sozioökonomische Fortschritt eine etwa tausend Jahre andauernde Pause ein.

Trotz Bringmanns deutlich einseitiger Sympathie ist sein Buch über diese Schwellenzeit und ihren prominenten Vertreter eine höchst aufschlussreiche, sauber belegte und ebenso kenntnisreich wie verständlich geschriebene Darstellung. Liest man aufmerksam und kritisch, versteht man danach nicht nur deutlich mehr über das frühe Christentum einerseits und spätantike Kultur, Religion und Zivilisation andererseits. Wie und warum Europa zu dem wurde, was es im Mittelalter war, mit allen Folgen auch für die Gegenwart - dafür sind die Jahre von Konstantins Aufstieg bis Julians Tod eine Schlüsselepoche.

Grund genug also auch für Nicht-Fachhistoriker, sich trotz aller Einseitigkeiten dieses kompetent und verständlich geschriebene Werk zuzulegen!
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