So könnte das Motto eines der Protagonisten dieses Romans lauten.
Der dritte Band von Owens Mythenwelt ist endlich erschienen und wieder war ich mittendrin. Ich hatte Lust ihn zu lesen, habe ihn mit Lust gelesen, und nachdem ich den Buchdeckel zugeklappt habe, möchte ich wissen, wie es weitergeht. Was kann ein Autor mehr erreichen?
Es wird viel erzählt; Mythen werden durchgeschüttelt, schockgefrostet und in Würfel geschnitten. Einige Rätsel, die sich als Löcher in den ersten beiden Bänden auftaten, werden gestopft, aber natürlich wieder neue Gruben ausgehoben, in die man als Leser nur zu gerne hineinplumpst. Die Protagonisten sind allesamt schräg, merkwürdig und doch alle auf ihre Weise liebenswert, auch wenn einige davon schon viel Mist gebaut haben. Manche sind auch blöd, saublöd, um genau zu sein. Aber sie enden auch dementsprechend.
Auch diesmal schafft der Autor die Gratwanderung trotz aller Überzogenheit nicht unglaubwürdig zu werden oder ins Lächerliche abzudriften. Man nimmt ihm die Handlung ab. Sie ist in sich glaubwürdig. Wer einen sprechenden Kopf akzeptiert, muss auch akzeptieren können, dass ein Flugzeug ohne Treibstoff fliegt. Warum auch immer. Und wer keinen Bezug zu Phantastik hat oder auf wissenschaftlich begründeter "Phantastik" besteht, dem ist hierbei nicht zu helfen. Das ist eine erfundene und völlig an den Haaren herbeigezogene Geschichte! Und es ist eine tolle Geschichte.
Genau das ist die Kunst, die Owen versteht: er baut eine Geschichte, er bastelt nicht. Wieviel davon letztlich auf das Konzept von Kai Meyer zurückzuführen ist und wieviel im sicherlich ein wenig kranken Hirn von Owen ausgebrütet wurde, kann ich nicht sagen. Tatsache ist: Owen ist die Umsetzung bislang hervorragend gelungen.
Er spielt mit den Mythen der Menschheit und fantasiert recht freizügig und originell. Er erzählt viel, oder besser gesagt: er lässt viel erzählen. Das mag mancher vielleicht als langweilig empfinden. Ich finde es großartig. Wer blutige Kämpfe erwartet oder epische Schlachten, wird hier zu kurz kommen. Wer aber Wortwitz und Ideenreichtum zu schätzen weiß, dem kann ich diesen Band empfehlen. Natürlich nicht ohne zuvor die beiden ersten Bände gelesen zu haben. Bislang ist keiner der Bände ein Lückenfüller, um auf die magische Zahl von sieben Bänden zu kommen.
Owen ist, wie ich schon sagte, ein wenig krank im Kopf. Aber ich wünschte mir, es wäre ansteckend.
Auch diesmal 5 Sterne von mir.