Wie schreibt Nigel Kennedy so schön im Booklet seiner "Kafka"-CD: ".. I have felt the need to express ideas of my own in different musical genres". Und weiter: " .. it is difficult to find a convenient category with which to describe the music". Dem kann man nur beipflichten. Die elf Eigenkompositionen des Geigers sind eine Mischung aus Pop, New Age-Klängen, Klassik-Anleihen vornehmlich spätromantischer Art und ganz verhalten rockigen Tonfolgen. Warum das Werk nach dem Schriftsteller Franz Kafka benannt ist, verschweigt uns der Künstler jedoch. Umgesetzt mit einer Riege hervorragender Musiker - ich nenne nur Pino Palladino (bass) oder Nana Vasconcelos (Percussion) - hat Kennedy ein ambitioniertes Crossover-Projekt mit oft fast meditativen Klängen geschaffen. Freilich sind nicht alle Songs gleich gut geraten. Der Eröffnungssong "Autumn regrets" kann mit seiner Mischung aus lyrisch-sanften Passagen und zupackend- rockigen Tönen überzeugen. "Transfigured night" bezaubert mit tollem Gesang und impressivem Violinenspiel. Ein anderer gelungener Titel ist das poppige "New road", bei dem auch das Tempo etwas anzieht. Dem stehen jedoch Songs gegenüber, die eher ideenlos sind und zudem allzu sehr in die Länge gezogen werden. So ist das über sieben Minuten lange "I believe in god" mit seinem Chor-Gesang wenig abwechslungreich. ""From Adam to Eve" hört sich ziemlich seicht und fast easy listening-mäßig an. "Innig" wiederum ist für meinen Geschmack zu getragen, ja fast klageliedartig. Zudem enthält der viel zu lange Song schräge, regelrecht nervige Tonfolgen. Nigel Kennedys ambitioniertes Crossover-Projekt fehlt es somit an Geschlossenheit. Auch hätte man ihm etwas mehr 'Schmackes' und Einfallsreichtum gewünscht. Gut daß CD-Player eine Skip-Taste besitzen und man sich so die Sahnestücke der Scheibe herauspicken kann.