Ich habe dieses Buch in der Welt rezensiert gesehen und danach gekauft. Das Genre kannte ich bis dahin gar nicht, außer von "Sophies Welt", aber das ist lange her, dass ich die gelesen habe.
Bei "Kafka war jung und er brauchte das Geld" gehen Roman und Sachbuch ineinander über: ein Manager leidet darunter, dass er zwar erfolgreich in seinem Metier ist, aber nicht mithalten kann, wenn Kollegen oder Kunden bei abendlichen Treffen über Gemälde, Opernaufführungen, Theaterstücke sprechen, dazu kommt ihm seine Frau noch langsam, aber sicher abhanden, weil sie von einem Schöngeist umworben wird. Doch zu seinem Glück findet der Manager dann ein Buch, das ihm in einer Sprache, die er versteht, die Welt der Kunst erläutert, Epoche für Epoche, und davon profitiert natürlich auch der Leser.
Ich finde, man lernt total viel dabei, ich mag aber auch die Romanhandlung sehr gern, sie hat fast etwas Märchenhaftes: Wenn der Manager eine Epoche durchgearbeitet hat, erlebt er die "Symptome" der Epoche am eigenen Leib, nach der Romantik zum Beispiel hat er schlimmen Liebeskummer, flieht raus in der Natur, träumt von einer Rückkehr zum erdverbundenen Leben, ist schwärmerisch und melancholisch etc.
Das einzige, was ich am Buch auszusetzen habe, ist, dass ich das Ende des Romanteils irgendwie zu brutal fand, aber ich will nichts verraten.