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Kafka [VHS]


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Hinweise und Aktionen

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Produktinformation

  • Darsteller: Jeremy Irons, Theresa Russell, Joel Grey, Sir Ian Holm, Jeroen Krabbé
  • Regisseur(e): Steven Soderbergh
  • Format: HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ufa Video
  • Erscheinungstermin: 1. Juli 1994
  • Spieldauer: 95 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00004RP2K
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 679 in VHS (Siehe Top 100 in VHS)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

s/w "...dein zur Liebe unfähiger Sohn!" - Tagsüber ist Kafka ein winziger Angestellter in den Mühlen einer gewaltigen Versicherungsgesellschaft, nachts beschwört er in Briefen und Erzählungen seine eigene Leblosigkeit. Als sein Kollege und Freund zum Schloß bestellt und dann tot aufgefunden wird, bricht plötzlich das Grauen in Kafkas Leben ein. Das Schloß ist das mysteriöse Zentrum der Gewalt, das Spinnennetz, in das er auf der Suche nach Eduards Mörder gerät. Nach dem Verschwinden der hübschen Kollegin Gabriela schleicht sich Kafka ins Schloß und entdeckt den schrecklichen Folterarzt Dr. Murnau, der seinen Patienten die Gehirnschale aufschneidet, um ihre gesellschaftlichen Defekt auszumerzen. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod...

VideoMarkt

Der kränkelnde Kafka arbeitet in einem höchst autoritären Betrieb als Angestellter. Als sein Kollege Edouard, der zum geheimnisvollen Schloß gerufen wurde, tot aufgefunden wird, wird der passive Kafka zur Aktion gedrängt. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an und schwärmt für die hübsche Gabriela. Als immer mehr Leichen gefunden werden und Gabriela verschwindet, überwindet Kafka seine Angst und Apathie und besucht selbst das Schloß. Dort macht er eine grausige Entdeckung.

Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von christine TOP 1000 REZENSENT am 11. September 2008
Format: DVD
Nach seinem sensationellen Erfolg von "Sex, Lügen und Video" drehte Steven Soderbergh als zweiten abendfüllenden Film ein Werk, das sich gängigen Genreeinteilungen entzieht. Basierend auf Motiven von Kafkas Romanen ("Das Schloss", "Der Prozess") und Stationen seines Lebens folgend entspinnt der Film eine verstörende Geschichte: Nach der Ermordung eines Versicherungsangestellen wird sein Arbeitskollege Kafka (Jeremy Irons) in dessen Verschwörerkreis eingeweiht. Die Geliebte des Ermordeten (Theresa Russell in einer gewohnt undurchsichtigen Rolle) verschwindet und der ermittelnde Polizist (Armin Mueller-Stahl) gibt deutlich zu erkennen, dass er keine Sympathien für Kafka hegt. Zwei neue Mitarbeiter erweisen sich als nur scheinbar tölpelhafte Zeitgenossen. Wie gut, wenn man einen literarisch interessierten Steinmetz kennt, der einem in Gefahr beisteht: Immer, so der Steinmetz, habe er Arbeit bekommen, wenn jemand von diesen beiden Männern mitgenommen worden sei. Auf eigene Faust recherchiert Kafka im Schloss und kommt zu einer entsetzlichen Erkenntnis. Als Kafkas Vorgesetzte sehen wir in weiteren Rollen Joel Grey (genau, der oscargekrönte Conférencier aus "Cabaret") und Sir Alec Guinness (in einer seiner letzten Rollen).
Die Bildästhetik orientiert sich deutlich am deutschen Expressionismus eines Robert Wiene oder F.W. Murnau. Die Figur des willenlosen Mörders erinnert an Cesare im "Cabinett des Dr. Caligari". Eine der Figuren im Film heißt sogar Dr. Murnau. Das mittelalterliche Prag erweist sich dafür natürlich als idealer Drehort. Immer wieder deuten die schrägen Kameraperspektiven auf den surrealen Charakter des Films.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von "verill" am 18. Juni 2001
Format: Videokassette
"Kafka" ist ein unglaublich atmosphärischer Film und ein großes Werk des damals noch sehr jungen Soderbergh (und nach dem dialoglastigen "Sex, Lügen und Video" ein nahezu kommerzieller Selbstmord). Traditionelle Kafka Verehrer werden eventuell etwas vollkommen anderes erwarten und vermutlich enttäuscht sein, denn Soderbergh und sein Autor Lem Dobbs gehen mit den Fakten recht frei um. Es handelt sich bei diesem Film vielmehr um einen sehr stimmigen und spannenden Krimi, der etliche Zitate aus der Filmgeschichte aufweist ("Der dritte Mann" z.B.). Die schrägen Figuren sind zum Teil sehr stark an Kafka orientiert (die beiden Hilfssekretäre sind direkt aus dem "Schloß" entsprungen !). Auf jeden Fall sollte man sich dieses kleine Juwel anschauen, sofern es wieder erhältlich ist.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Stefan Erlemann HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 29. Dezember 2009
Format: DVD
Kafka ist krank. Immer häufiger spuckt er Blut. Seine Arbeit macht ihm auch keinen Spaß. Einerseits ist seine Tätigkeit scheinbar sinnlos und bürokratisch, andererseits quält ihn sein extrem cholerischer und strenger Chef, wo er nur kann. Die kleinste Verfehlung dient diesem Pedanten und Sadisten dazu, seine Untergebenen zu demütigen. Kafka erträgt das alles mit der ihm eigenen Gelassenheit, ja mit fast stoischem Gleichmut. Der einzige Mensch, mit dem er Kontakt pflegt und den er ein wenig mag, ist sein Kollege Edouard. Als just dieser Kollege zum geheimnisvollen Schloss gerufen wird, scheint es sich um einen Routinefall zu handeln. Doch Edouard wird nur wenig später unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden.
Kafka entschließt sich zu handeln. Er nutzt eine zufällige Begebenheit, um sich der Untergrundbewegung anzuschließen, und lernt dort Gabriela kennen. Die anfängliche Irritation, fast Abneigung weicht einer seltsamen Faszination.
Es tauchen immer mehr entstellte Leichen auf und eines Morgens ist auch Gabriela verschwunden. Kafka setzt nun alles daran, in das Schloss zu gelangen. Aus seiner Passivität wird eine nervöse Entschlossenheit. Doch was er im Schloss entdeckt, gleicht einem monströsen Alptraum, aus dem es kein Erwachen mehr zu geben scheint.

Im Jahr 1991 versuchte Steven Soderbergh, berühmt geworden als Regisseur von "Ocean?s Eleven" und "Ocean?s Twelve", "Sex, Lügen und Video", "Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte", "Solaris" und "Out of Sight", den Roman von Franz Kafka filmisch zu variieren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Thomas Meyer am 13. Januar 2011
Format: DVD
Der Film ist weder ein Biopic noch eine explizite Umsetzung von Kafkas Werk. Vielmehr vermengt er biografische Details mit Fragmenten aus Kafkas (unvollendeten) Romanen, Briefen und Kurzgeschichten und verwebt diese in eine Kriminalstory, die sich in einem grotesken, tatsächlich "kafkaesken" Szenario abspielt.

Regisseur Soderbergh bedient sich dabei u.a. Stilmitteln des deutschen Expressionismus, was häufig an alte Klassiker wie "M-Eine Stadt sucht einen Mörder" oder "Der dritte Mann" erinnert. Der überwiegend in schwarz/weiß gedrehte Film verwendet starke Licht-/Schatten-Kontraste, verwinkelte, labyrinthartige Strukturen und ungewöhnliche Perspektiven und erzeugt so eine permanent beklemmende Atmosphäre. Entstellte Menschen, skurrile Gerätschaften, irreal handelnde Personen und nicht zuletzt die Altstadt Prags als Schauplatz lassen zusätzlich "surrealen Grusel" aufkommen. Neben diesem "äußeren Horror" wird allerdings auch der "innere Horror", von dem ja Kafkas Werk durchzogen ist, hervorragend dargestellt. Kafka (Jeremy Irons) ist seiner Umgebung "entfremdet". Er scheint der einzige Normale in dieser seltsamen Welt zu sein.

Die Kriminalgeschichte (Kafka sucht einen verschwundenen Arbeitskollegen/Freund und deckt dabei eine "wissenschaftliche Verschwörung" auf) dient dabei als Metapher für das Suchen nach Wahrheit (im übertragenen Sinne vielleicht sogar "die Suche nach dem Sinn des Lebens") und die Ohnmächtigkeit des Individuums gegenüber staatlichen Instanzen. Diese beiden zentralen Motive Kafkas arbeitet Soderbergh mit seinem Film hervorragend heraus. Entgegen anderslautender Meinungen wird er damit Kafkas Schaffen sehr wohl gerecht, da er zeigt, dass er Kafka "verstanden hat".
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