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Kafka - Die Jahre der Entscheidungen
 
 
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Kafka - Die Jahre der Entscheidungen [Broschiert]

Reiner Stach
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Produktinformation

  • Broschiert: 671 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (14. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596161878
  • ISBN-13: 978-3596161874
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 43.396 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Reiner Stach
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Franz Kafka hat es niemandem leicht gemacht. Seinen Lesern nicht, seinen Verlegern und Biografen nicht, und sich selbst am allerwenigsten. Er war nach eigenen Maßstäben ein Gescheiterter -- nur eine Hand voll Erzählungen betrachtete er als abgeschlossen, alles andere blieb Fragment. Trotzdem ist er zweifellos einer der wichtigsten und einflussreichsten Autoren der literarischen Moderne. Und insofern gibt es unzählige Aufsätze und Studien über den Prager Versicherungsbeamten und sein hauptsächlich in einsamen Nachtstunden entstandenes Werk. Was bisher jedoch fehlte: eine fundierte deutschsprachige Biografie. An dieser versucht sich nun der Literaturwissenschaftler Reiner Stach, dessen Interesse schon lange Kafka gehört (z. B. Kafkas erotischer Mythos von 1987). Die Jahre der Entscheidung ist der als erstes erscheinende mittlere Teil einer auf drei Bände angelegten Biografie.

Die Jahre der Entscheidung, das sind diejenigen von 1910 bis 1915. In ihnen erlebt Kafka einen ersten schöpferischen Durchbruch, als er in einer Nacht in einem Rutsch seine erste große Erzählung Das Urteil verfasst. Zwei der drei großen Romanfragmente stammen aus dieser Zeit, außerdem begann die "Hölle der Selbsterforschung" in Tagebüchern und Briefen. Prägend außerdem: das "schreckliche Doppelleben" zwischen Büro und Schreibtisch, die jahrelange, aber letztlich aufgelöste Verlobung mit Felice Bauer, sowie der Schrecken des ersten Weltkrieges. Und aus allen Fakten und Dokumenten heraus leuchtet die Aura der Fremdheit, des Andersseins, die diesen großen Gescheiterten umgibt.

Reiner Stach wagt viel mit seinem Projekt -- und siegt auf ganzer Linie. Weder verliert er sich, wie viele andere, in den Tiefen der Textanalyse. Noch erliegt er der Versuchung, die weißen Flecken von Kafkas Leben mit schriftstellerischem Eifer auszumalen. Trift dieser etwa nach langen Monaten intensiver Korrespondenz zum ersten Mal seine Verlobte Felice Bauer im Grunewald, hat der Biograf Mut zur Feststellung, dass wir darüber einfach so gut wie nichts wissen. Auch von der Detailversessenheit vieler Biografen, die trockene, schwer lesbare Abhandlungen zur Folge hat, ist bei Stach nichts zu spüren. Sein Schreibstil und seine geschickte Hand beim Zusammensetzen der vielen Mosaiksteinchen machen die 600 Seiten Text zu einem überraschend spannenden und angenehmen Leseerlebnis.

An dieser Stelle muss man auch den Verlag loben: Jahrelang unterstützte er die aufwändigen Recherchen Reiner Stachs (unter anderem spürte er Teile des Nachlasses Felice Bauers in den USA auf). Auch wenn Kafka einer der wichtigsten Autoren des S. Fischer Verlages ist, ist so etwas in Zeiten des Rotstifts nicht selbstverständlich. Umso schöner, dass sich das verlegerische Wagnis gelohnt hat. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2002
Obwohl Rezensent Friedmar Apel das Buch Kafka-Liebhabern durchaus empfehlen kann, rät er zu einer distanzierten Lektüre. Doch letztlich ist er enttäuscht, dass der von ihm als kenntnisreicher Forscher geschätzte Reiner Stach sich mit seiner Kafka-Biografie "verzettelt und verschwatzt" hat. Zunächst wundert Apel sich über die Ankündigung des Verlags, in der von der "ersten großen Kafka-Biografie in deutscher Sprache" die Rede ist. Dies scheint dem Rezensenten nicht nur angesichts der bereits 1958 erschienenen Jugendbiografie von Klaus Wagenbach, sondern auch der Tatsache, dass Stach sich auf die Jahre 1910-1915 beschränkt, unangemessen. Zwar erläutert der Rezensent gute Gründe des Autors für dieses Vorgehen, bemängelt insgesamt aber recht bald eine "sonderbare Mischung aus Kleinmut und Großspurigkeit" am Biografie-Projekt. Einerseits stelle Stach beispielsweise der Forschung "ein verheerendes Zeugnis" aus, andererseits jedoch verzage er angesichts einer Wissensbasis, die er selbst als "in absehbarer Zeit wiederum revisionsbedürftig" beschreibe. Auch findet Apel die Metaphern, mit denen Stach Kafkas Lebensstationen gelegentlich auf dem Punkt zu bringen versucht, meist nicht sehr passend. Die herbste Kritik besteht in der Feststellung, dass Stach "der Schalk in Kafkas Schreiben" verschlossen bleibt. Erstaunt zeigt sich der Rezensent auch, dass Stach nicht auf Camus' Blick auf Kafka eingegangen ist. Schließlich begebe sich der Biograf sogar in die "Sphäre der Spekulation", die er angeblich verabscheue, tatsächlich aber betätige er sich in "peinliche Überwindung von Distanz" gelegentlich sogar als "Partnerschaftsberater", wenn er etwa die Beziehung Kafkas zu Felice Bauer untersuche. Doch bei aller Kritik hofft Apel, irgendwann doch noch die "erste große Kafka-Biografie in deutscher Sprache" von Stach lesen zu können.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 23.11.2002
Reiner Stachs Kafka-Biografie hat Rezensent Lothar Müller nicht hundertprozent überzeugt. Im Zentrum von Stachs Arbeit steht für Müller der "Fusions- und Umschlagpunkt" von Literatur und Leben bei Kafka. Wie er ausführt, sei nicht das historische Panorama Stachs Modell, sondern die Mikroskopie. Unter dem mikroskopischen Blick werden auch kleine Ereignisse groß - so verwundert es den Rezensenten nicht, dass das knapp 700 Seiten umfassende Buch nicht das gesamte Leben Kafkas unterbringt, sondern "nur" die fünf "Jahre der Entscheidungen", von 1910 bis 1915, die Zeit von Kafkas Durchbruch als Autor. Dass Stach nicht mit Geburt, Kindheit und Heranwachsen beginnt, ist nach Müller einerseits wohlbegründet, da der hierfür unverzichtbare Nachlass Max Brods noch nicht in angemessener Weise zur Verfügung steht. Andererseits entsteht so beim Rezensenten das "Gefühl des Fragmentarischen", denn: "Das mikroskopische Modell macht auch kleine Lücken groß." Dennoch habe Stach nach Jahren der Recherche auch Pfunde, mit denen er wuchern könne. Die Beziehung Kafkas zu Felice Bauer beispielsweise, die Stach detailliert und äußerst dicht beschreibe, findet Müller sehr erhellend. Gegen die herkömmlichen Deutungen, die in Kafka den Vampir sehen, der sich an Felice Bauer festsaugt, zeigt Stach für Müller, dass beide aneinander gescheitert sind. Generell problematisch findet Müller bei Stach allerdings, dass er die Form der Biografie nutze, "um Kafka in einen Romanhelden zu verwandeln." Stach träume davon, die Biografie zur Kunstform aufzuwerten. "Die Koketterie mit dem biografischen Roman", kritisiert Müller dieses Unterfangen, "wird ihn diesem Ziel nicht näher bringen."

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Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 27.11.2002
Großes Lob zollt Manfred Schneider der neuen Kafka-Biografie von Reiner Stach, die erfolgreich das Wagnis unternimmt, das Leben Kafkas zu erzählen und dadurch zu einer Neulektüre seiner Bücher verhilft. Kafkas Leben wurde bereits mehrfach aufbereitet, und es existiert eine ganze "Familie von Kafkabildern", Kafkalegenden, Kafkalektüren, weiß Schneider und staunt um so mehr, dass es dem Verfasser gelungen ist, ein wirklich neues Kafkabild entstehen zu lassen. Auch wenn der Autor einiges neues Material offenbare, seien es weniger neue Erkenntnisse, meint Schneider, die Stach zu Tage fördere und die nachhaltig beeindruckten, als vielmehr Stachs Fähigkeit, den Stoff - konzentriert auf die Jahre 1910 bis 1915 beziehungsweise auf die Beziehung mit Felice Bauer - zu dramatisieren und "mit seltener literarischer Animationskraft" lebendig zu machen. Es handele sich wohl eher um einen biografischen Roman als um eine Biografie, stellt Schneider fest. Dazu gehört, berichtet der Rezensent, eine sichtbare Distanz zur akademischen Interpretation, die von einer "gewissen Herablassung" gegenüber den universitären Anstrengungen zeuge. Wunderbarerweise, schwärmt der Rezensent, würde Kafka auf diese Weise nicht wie sonst üblich verrätselt, sondern "Kafka an Kafka zurückgegeben".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Zeit, 12.12.2002
Diese "überzeugende" Biografie ist "streng genommen" die "erste authentische, ihrem Gegenstand gewachsene Kafka-Biografie", schickt der beeindruckte Reinhard Baumgart in seiner Rezension vorweg. Gerade, weil sie eigentlich keine sei. Ihre Überzeugungskraft liege gerade in der "vertikalen Dimension" des Textes, in dem Versuch, sich nicht über biografische Flächenarbeit an Kafka heranzutasten, sondern seine ganze Aufmerksamkeit auf die "entscheidenden" Jahre um die Entstehung des "Urteils" zu richten, und in die von Kafka beschworene "Tiefe" hinabzutauchen, in der "keine Chronologie zählt, keine Jahreszahlen gelten". Dass Stach es sich dabei nicht einfach mache, sich vielmehr immer im Hintertreffen empfinde und doch in stetigem "pathetischem" und "problembewussten" Zweifel seine Suche vorantreibe, mache die Qualität und die "sogartige" Faszination seiner Biografie aus. Auch Felice Bauer, freut sich der Rezensent, erhalte den ihr so oft versagten Stellenwert, und werde zum Bestandteil des "psychischen Sturmtiefs", anstatt zur bloßen "Projektionsfläche". "Weit weg und tief drin in Kafkas Leben", so schildert der Rezensent abschließend sein Leseerlebnis, in dem er "entscheidend mehr" erfahren habe, "als nur etwas über Kafka".

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zwei neue Biographien zu Franz Kafka, 11. Oktober 2010
Von 
Thomas Reuter (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kafka - Die Jahre der Entscheidungen (Broschiert)
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sind zwei gewichtige Biographien über Franz Kafka erschienen. Eine von Rainer Stach, Kafka-Experte und Publizist, die andere von Peter-André Alt, Professor für Literaturwissenschaft. Welcher ist der Vorzug zu geben?

Zunächst einmal ist der Widerspruch zu bestätigen, den Stach in der Einführung seiner auf drei Bände angelegten Biographie feststellt: dass nämlich der Autor, der wie kein anderer die Literatur der Moderne und eine ganze Generation von Schriftstellern prägen sollte, bisher mit keiner großen Biographie in deutscher Sprache bedacht wurde - freilich von der Biographie über Kafkas frühen Jahre von Klaus Wagenbach aus den 50er Jahren abgesehen. Nun sind es gleich zwei, beide sind ungeheuer gelehrt, in Form und Stil könnten sie jedoch unterschiedlicher nicht sein.

Beginnen wir mit Stachs Biographie. Sie ist angelegt auf drei Bände. Ihr erster trägt den Titel "Die Jahre der Entscheidungen", behandelt lediglich die Jahre 1910-1915, und ist im Umfang bereits so stark wie Alts einbändige Biographie, nämlich etwa 650 Seiten. Stachs zweiter Band umfasst die letzten Jahre Kafkas und der noch nicht erschienene Band über Kafkas Anfänge wartet auf die Freigabe des Nachlasses von Max Brod. Macht sich der dreifache Umfang Stachs in der Tiefe der Erkenntnis über Kafka bezahlt? Ich meine nein! Der übergroße Umfang der Biographie ist dem Verfahren Stachs geschuldet, der in seinem Schreiben den Menschen Kafka szenisch aufleben lassen will. Über weite Strecken scheint der Leser Kafkas Umwelt, seine Gefühlswelt usw. aus dessen Perspektive wahrzunehmen. Das braucht natürlich immensen Raum und ist auf die Dauer ermüdend. Das Verfahren gibt den ungeheuren Detailreichtum vor, aber der Leser fragt sich bald: will man's eigentlich so genau wissen. Die hunderte Seiten, in denen der Briefverkehr mit Felice Bauer wiedergegeben werden, treiben den Leser an die Grenzen seiner Kooperationsbereitschaft. Allerdings - sich abwendend von der unendlichen Seitenflut Stachs - spürt man einen immer stärkeren Drang, sich den Texten Kafkas selber zuzuwenden und das mag man vielleicht als positiven Nebeneffekt gelten lassen. Stach selber kümmert sich nicht intensiv um die Texte - bei ihm steht der Mensch Kafka im Vordergrund. Dies ist schade, zumal der Leser hierdurch wirklich das Gefühl entwickelt, es handele sich doch eigentlich um einen psychisch kranken Menschen statt um einen hochkarätigen Literaten. Zugute halten muss man Stach, dass ihm selber literarisch ansprechende Passagen gelingen und treffende Formulierungen, die man genießen kann. Aber da es nun einmal um Kafka geht und man hin und wieder auch bei Kafka selber reinblättert, verblasst natürlich auch dieser Eindruck.

Nun zu Peter-André Alts Biographie "Franz Kafka - Der ewige Sohn". Alts Biographie ist grandios. Sie vermag nicht nur fesselnd und in anspruchsvoller Sprache das Leben Franz Kafkas zu erzählen, sondern gibt auch einen großartigen Einblick in die Welt Prags zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So gibt es verschiedene Exkurse in die Welt der Juden in Prag, die technische Entwicklung der Zeit, Zionismus, Theaterwelt in Prag, das Verhältnis der Tschechen zu den Deutschen usw. Alles Diskurse, an denen Kafka regen Anteil nahm. Alt zeigt auch, dass Kafka keineswegs monolithisch und aus der Zeit gefallen alleine mit seinem Werk dasteht, sondern knüpft hoch-interessante Verbindungen zu vergleichbaren Literaten der Zeit. Hierdurch gewinnt der Leser ein realeres Bild von Kafka. Alts Biographie ist darüber hinaus die eines Literaturwissenschaftlers. Dankbar nimmt der Leser wahr, dass Alt intensiv auf die Texte Kafkas eingeht und sie für den Leser auf dem Boden der bisherigen Forschung auslegt. Freilich setzt das eine grobe Kenntnis der Texte Kafkas voraus und außerdem eine gewisse literaturwissenschaftliche Bildung, da man sonst gewisse Zusammenhänge, die manchmal lediglich durch ein noch akzeptables Name-dropping eingeführt werden, nicht so einfach nachvollziehen könnte.

Also zum abschließenden Urteil: Wer bei der Lektüre einer Biographie gerne in das Leben dieses Menschen versinken will, es miterleben und mitfühlen will und dies auch gut erzählt sein soll, greife zu Rainer Stach. Wer ein umfassendes Bild von Franz Kafka, den Menschen in seiner Zeit, vor allem aber, wer etwas über Kafkas Literatur erfahren will, der greife zu Peter-André Alt.

Mir hat Alt in jedem Falle mehr zugesagt.

Thomas Reuter
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31 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Jahre der Erkenntnis / Jahre des Leids, 29. Juni 2008
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Dr. Franz Kafka hatte ein außergewöhnliches Leben hinter sich, als er 1294 an Tuberkulose starb. Dieses Buch DIE JAHRE DER ERKENNTNIS zeigt seinen letzten Lebensabschnitt als Biographie in deutscher Sprache, so nah am Zeitgeschehen, als wäre man selbst dabei. Doch seien wir ehrlich, Franz Kafka war ein Mensch mit einer überdurchschnittlich hohen Auffassungsgabe was seine Mitmenschen und deren Verhalten anging. Sein Leben war Leiden, doch Leiden sind auch Erkenntnis und ein Gewinn war und ist dies allemal für die Welt.

Das Buch behandelt insbesondere die Jahre 1916 bis 1924 - vom 1. Weltkrieg bis hinein in die Weimarer Demokratie, welche schon den Keim des Todes in sich trug, ebenso wie Franz Kafka, dessen Gesundheitszustand sich stetig durch die Tuberkulose verschlechterte.

Das Buch ist nahe am Geschehen, es verarbeitet Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Interviews ebenso, wie Archive und Originaldokumente. Das Buch KAFKA - DIE JAHRE DER ERKENNTNIS gibt uns das Bild eines zutiefst leidenden jungen Mannes, hin und her gerissen zwischen seiner Herkunft und seinen Begabungen - als Deutscher Jude mit Tschechischem Pass hätte es ihn gar nicht schlechter treffen können zu dieser Zeit (1916-1924) - und so war es dann auch - sein Leben war Leiden - das Leiden einer ganzen Generation, deren Heimat und Wurzeln in Flammen aufging.

Der Autor Reiner Stach hat sich bereits umfassend mit den Werken und dem Leben Franz Kafkas auseinandergesetzt, seine Nachforschungen ergaben nicht ein neues Bild, doch nun hat auch die deutschsprachige Literatur ihren KAFKA wie sie ihn verdient.

Als EX POST Betrachtung verschlägt einem das Lesen so mancher Seite die Sprache und doch ist es wie ein Traum, auf den Schritten Kafkas wandeln zu dürfen und seinem Leben ein bisschen näher zu sein, welches so früh und so tragisch 1924 endete.

Ohne Kaiserreich und 1. Weltkrieg, ohne die Supermächte Russland und Deutschland, zwischen denen Tschechien zerquetscht wurde und ohne die Weimarer Republik mit ihrem unrühmlichen Ende hätte das Leben Kafkas nicht so sein können wie es war - eine surreale Reise am Horizont von Europa - ein Leben im Wandel und verbrannt im Katalysator der sich anbahnenden und epochalen Ereignisse.

Für jeden Kafka Leser und Kenner ein absolutes Muss - eine Biographie wie keine andere.

Sehr empfehlenswert!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wiedergeburt, 1. Dezember 2007
Von 
Es ist die Wiedergeburt eines Autors, der jahrzehntelang unter den Deutungen und persönlichen Eitelkeiten von Exegeten verschüttet wurde. Im Buch von Stach taucht jener Autor wieder auf den ich in seinen Werken und seiner Biographie kennen und schätzen gelernt habe. Deutschlehrer sollten Stach lesen. Dann wären sie vielleicht eher bereit, Kafka auch im Deutschunterricht zu behandeln. In diesem Sinn ist Stach auch ein Heilmittel für alle GermanistikstudentInnen, die jahrzehntelang durch Tertiärliteratur vieles über Kafka aber nichts von ihm gelernt und die vor allem gelernt haben, ihn zu hassen. Wer Stach schätzt sollte übrigens gleich Oliver Jahraus "Kafka" lesen.
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