Ein Wagenbach-Buch über Kafka in Berlin, herausgegeben von Hans-Gerd Koch,
der die Kritische Kafka-Ausgabe bearbeitet. Wenn man das jetzt lobend bespricht,
das kann man wohl so nennen: Vier Eulen nach Athen tragen.
Wer ein bisschen vom Thema affiziert ist, nimmt es wenn er es erblickt in
einer herkömmlichen Buchhandlung sowieso sofort mit. Allein schon die
Bilder von den Strassenszenen des alten, unzerstörten Berlin. Der Inhalt
wurde schon von anderen berichtet. Halt, eine Sache noch, Kafka schreibt:
'Trete ich abends an diesen lauen Abenden aus dem Haus, kommt mir aus den
alten üppigen Gärten ein Duft entgegen wie ich ihn in dieser Zartheit und
Stärke nirgends gefühlt zu haben glaube'.
Das war vor seinem Haus in der Grunewaldstrasse 13, Steglitz bei Berlin,
wie es früher hiess. Es ist im Buch abgebildet und ist noch erhalten.
Gleich um die Ecke vom Rathaus Steglitz.
Er wusste vielleicht nicht, wie Recht er hatte mit seinen Duft-Empfindungen.
Der Botanische Garten ist, hinter einem kleinen Berg verborgen, nur fünfhundert
Meter entfernt.
Er sagte mal, 'Ich habe ganze Orchester von Assoziationen'. Wie angemessen
für ihn eines Orchesters von Düften teilhaftig zu werden..
Der Verleger Wagenbach übrigens, wenn man ihm hier in Berlin begegnet, der sieht
immer so aus wie seine Bücher: In frohen Farben gekleidet.