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Kaffee und Kaffeehaus - Eine Bohne macht Kulturgeschichte
 
 
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Kaffee und Kaffeehaus - Eine Bohne macht Kulturgeschichte [Gebundene Ausgabe]

Ulla Heise
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 243 Seiten
  • Verlag: Komet (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898364534
  • ISBN-13: 978-3898364539
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 17,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 484.233 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als die Jemeniten vor 500 Jahren genüßlich einen braunen Trank schlürften, ahnten sie nicht, welcher Beliebtheit sich dieser einst erfreuen würde. Heiß begehrt im Osmanischen Reich, weckte der Kaffee bald auch das Interesse europäischer Reisender. Und was den Janitscharen nicht gelang, das schafften die brauen Bohnen ganz ohne Mühe: Innerhalb weniger Jahrzehnte eroberten sie das gesamte Abendland, später dazu auch noch die Neue Welt...
Wie es kam, wie es war, wie es ist mit Kaffee und Kaffeehaus - all das erzählt Ulla Heise humorvoll in dieser reich illustrierten Kulturgeschichte.

Klappentext

Als die Jemeniten vor 500 Jahren genüßlich einen braunen Trank schlurften, ahnten sie nicht, welcher Beliebtheit sich dieser einst erfreuen würde. Heiß begehrt im Osmanischen Reich, weckte der Kaffee bald auch das Interesse europäischer Reisender. Und was den Janitscharen nicht gelang, das schafften die braunen Bohnen ganz ohne Mühe: Innerhalb weniger Jahrzehnte eroberten sie das gesamte Abendland, später dazu auch noch die Neue Weit ...

Wie es kam, wie es war, wie es ist mit Kaffee und Kaffeehaus - all das erzählt Ulla Heise humorvoll in dieser reich illustrierten Kulturgeschichte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die ersten Nachrichten über ein neues schwarzes Getränk treffen in Europa Mitte des 16. Jahrhunderts ein. Inzwischen ist der Kaffee das zweitwichtigste Welthandelsprodukt - direkt nach dem Erdöl. Erst mit der Machtentfaltung des Osmanischen Reiches kam der Kaffee nach Europa. Zunächst waren es Gewürzkrämer und Spezereihändler, die den Kaffee feilboten. Importiert wurde er aus dem Südjemen. Erst ab 1752 hat man in Brasilien Kaffeeplantagen angelegt. Während es 1780 noch 65.000 Tonnen Kaffee waren, die im Jahr in Europa verbraucht wurden, waren es um 1850 bereits 294.000 Tonnen und über eine Million Tonnen bereits kurz nach 1900.

Doch bald erkannte der Staat die neue Möglichkeit, Steuern zu erheben, und Kaffee wurde zum Luxusgut. Seit 1766 war die Einfuhr von Kaffee dem Staatsmonopol vorbehalten. Bereits 1787 wurde das Handelsverbot wieder aufgehoben, da es sich nicht wirkungsvoll kontrollieren ließ und dem Kaffeeschmuggel nicht beizukommen war.

Der Kaffee, urteilt Autorin Ulla Heise in ihrem Buch "Kaffee und Kaffeehaus", konnte sich ob seiner anregenden Wirkung so weit ausbreiten, da er schnell zubereitet werden kann, aber auch, da er durch Surrogate "verlängert" oder gar ersetzt werden kann. Da Deutschland zunächst keine Kolonien hatte, bekam die Kaffee-Ersatzproduktion eine hohe Bedeutung. Zugleich mussten sich die Gerichte mit dem Vorwurf der "Kaffeeverfälschung" auseinander setzen, denn wie viel des Kaffees aus echten Kaffeebohnen und wie viel Surrogate beigefügt wurden, ließ sich nur schwer feststellen.

Der Kaffee brachte einige neue Haushaltsgeräte mit sich: Röstpfannen und -trommeln, Kaffeemaschinen und Kaffeegeschirr. Den Kaffee trank man zunächst noch aus einer Schale, erst später setzte sich die Henkeltasse durch, und es wurde unfein, den Kaffee aus der Untertasse zu trinken. Als es dem Kaffee gelang, die übliche morgendliche warme Suppe zu ersetzen, war er das Alltagsgetränk schlechthin geworden, zumindest am Sonntag trank jeder Bauer seinen Kaffee. So blieb der Oberschicht nach 1800 für einige Jahrzehnte nichts anderes übrig, als wieder den Tee zum Modegetränk zu küren, und Heinrich Heine konnte in seinem Buch der Lieder über diese eigentümliche Gesellschaft spötteln: "Sie saßen und tranken am Teetisch...". Selbst Heinrich Heine besuchte in Berlin gerne die Kaffeehäuser. Ulla Heise widmet ihnen, den Kaffeehäusern, den zweiten Teil ihres Buches.

1683 wurde in Wien die erste Kaffeeschankstätte eröffnet. Der französische Begriff Café bürgerte sich erst im 19. Jahrhundert für die Kaffeehäuser ein. Ulla Heise beschreibt die verschiedenen Kaffeehaustypen, die Einrichtung von den Stühlen bis zu den Spiegeln. Eigentlich, schreibt sie, sei das Kaffeehaus nichts anderes als eine Taverne oder Schenke - immer sei es auch Treffpunkt der unteren Schichten gewesen. Freilich kamen die nicht unbedingt in die gutbürgerlichen, sondern in die kleinen, deren Namen niemand mehr kennt. Das Kaffeehaus war auch nicht allein der Ort, an dem sich die Literaten trafen. Künstler und Kritiker trafen sich dort ebenso wie Gelehrte und Journalisten. Man konnte Klaviermusik ebenso lauschen wie man Schach, Billard oder Karten spielen konnte. Und dies ist bis ins 21. Jahrhundert so geblieben.

Ulla Heise ist mit ihrem Buch "Kaffee und Kaffeehaus" ein kurzweiliges Sachbuch gelungen, das fundiert und zugleich lebendig die Geschichte des Kaffees von den Anfängen bis in die Gegenwart beleuchtet. Es zu lesen ist ein Genuss - ob zu Hause oder im Café.
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "fuchsa1"
Format:Taschenbuch
Man hat festgestellt, dass das Getreide der ersten sesshaften Bauern sich gar nicht zum Brot Backen eignete, sehr wohl aber zum Bier brauen - somit also der Alkohol an der Wiege der Zivilisation stand.
Da überrascht es dann nicht mehr, zu lesen, dass "afrikanische Krieger aus dem Saft vergorener Kaffeekirschen ein alkoholhaltiges Getränk herzustellen verstanden", lange bevor der Saft aus deren gerösteten Kernen seinen Siegeszug antrat.
Den begann er in islamischen "Tavernen ohne Wein" nach einiger theologischer Diskussion als "gottgefälliges" alkoholfreies Getränk.
In Europa brachte seine Popularität beim Volk (besonders in Sachsen) bald die merkantile Wirtschaftsordnung so ins Wanken (Existenzkrise für einheimische Gerste- und Malz-Produzenten!), dass die wohlmeinende Obrigkeit drastische Zölle und Steuern erfinden musste, was unvermeidlich (bis in die jüngste Zeit) zu einem riesigen Kaffeeschmuggel führte und in Paderborn sogar zur Revolution.

Wer sich für die Kulturgeschichte des Kaffees interessiert, wird hier mit einer unglaublichen Fülle von präzisen Details erstklassig bedient.
Beim Anbau, dem Handel, den Arten der Zubereitung und der facettenreichen Entwicklung des Kaffehauses in den verschiedenen Weltgegenden spiegeln sich alle Zeiten und Lebensbereiche an dieser Pflanze.

Einige weitere Stichworte:
Kaffee und Erotik,
Kaffee und Politik,
Kaffee und Kunst sowieso in allen Variationen.

Das Buch ist ein Genuß für jeden, der beim Kaffee die intellektuelle Anregung sucht, und die ideale Lektüre fürs Kaffeehaus.

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