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Arno Schmidt wurde am 18. Januar 1914 in Hamburg geboren und starb am 3 Juni 1979 an einem Schlaganfall im Krankenhaus in Celle. Schmidt wuchs in Hamburg auf. Nach dem Tod des Vaters 1928 zog die Mutter mit ihm und seiner älteren Schwester nach Lauban in Schlesien. Schmidt absolvierte das Abitur und arbeitete von 1934 an in der Textilindustrie in Greiffenberg, wo er auch Alice Murawski heiratete. 1940 wurde er zur Artillerie der Wehrmacht eingezogen. Zunächst stand er im Elsass, ab 1942 dann in Norwegen. Im letzten Kriegsjahr meldete er sich an die Front, um einen kurzen Heimaturlaub zu bekommen, in dem er die Flucht seiner Frau nach Westen organisierte. Er kam nach kurzem Kampfeinsatz in Niedersachsen in englische Kriegsgefangenschaft in ein Lager bei Brüssel. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Arno Schmidt zunächst als Dolmetscher und trat 1949 mit der Erzählung Leviathan erstmals hervor. Nach sechsjährigen Vorarbeiten veröffentlichte Schmidt 1970 sein Hauptwerk Zettels Traum. 1973 erhielt Schmidt den Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main. 1981, zwei Jahre vor ihrem Tod, gründete Alice Schmidt mit Jan Philipp Reemtsma die Arno Schmidt Stiftung.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Arno Schmidt - KAFF auch Mare Crisium,
Rezension bezieht sich auf: Kaff auch Mare Crisium (Sondereinband)
Mit seiner einzigartigen Sprachgewalt und seinem Wortwitz erzählt Arno Schmidt hier eine Geschichte, die sich auf zwei Textebenen abspielt: Zum einen sind da das Liebespaar Karl Richter und Hertha Theunert, die Karls Tante Heete in der Heide besuchen. Zum anderen eine fiktive Zukunft auf dem Mond, in die sich die Hauptfigur immer wieder hineinträumt.Längere Gedankenspiele zum Weltuntergang und zur Arche Noah oder eingebaute Variationen des Nibelungen-Liedes und der Cid-Übersetzung von Herder bilden dabei besonders interessante und humorvolle Zwischenspiele. Kurz gesagt ist "Kaff" ein Roman, der viel Pessimismus und Melancholie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit behandelt. Formal schlägt Schmidt hier einen neuen Weg ein. Die deutsche Rechtschreibung wird kurzerhand außer Kraft gesetzt, der Text mit viel Dialekt und Wortverformungen im Sinne der Etymologie angereichert. Wer nun jedoch glaubt der Roman sei unlesbar und am ehesten noch für Germanisten verständlich (wie Schmidts Kritiker häufig von seinen Büchern behaupten), hat weit gefehlt. Denn bereits nach wenigen Seiten liest sich "Kaff" flüssiger als die meiste hochgejubelte Pop-Literatur. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
fun to read,
Rezension bezieht sich auf: Kaff auch Mare Crisium (Sondereinband)
I am not sure whether ditching the orthography is such a great accomplishment - innuendo and suggestiveness had been around long before James Joyce produced his rather tedious "Finnegan's Wake!" But this can be overlooked if the story is strong and the characters developed. Schmidt has given us one of his best, if not the best effort in characterization - the protagonist and narrator's alter ego has never before looked less heroic.The story is a comedy or rather tragicomedy of manners in a rural setting with all 3 Aristotelian unities strictly observed, which helps to keep everything together. The affairs on the Moon have the plasticity and depth of a comic strip, but this is ok, since it is all in the mind of very real characters stomping the mire in Giffendorf. Dialogue is beginning to dominate the narrative - a clear indication of the turn in style and delivery the later work of Arno Schmidt was going to take. The haughty and often quoted preface is a borrowing from Mark Twain's "Huckleberry Finn." Kaff is a story under deep shadows and shivers in the chill of creeping mists; a gloom that exudes more from inside the characters, than from circumstances. The lunar fantasies of the narrator are by the way living proof that it is real difficult to write science fiction which isn't hopelessly antiquated almost as soon as it is published. Everything here is wrong - the schedule for the events is too early by at least a hundred years, while the technology was already archaic at Schmidt's own lifetime. But then, this is the new stone age of the human race, Schmidt makes his moon dwellers work in a quarry for a reason. And hands up, who can still remember what kind of car an "Isetta" is? This is the 21st century, and I am afraid the publisher should consider to insert a few footnotes. But let this not deter anybody: the reader is in for a somewhat quaint, but very pleasant read. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schmidt at its best,
Von Hinnark "hinnark" (Buchholz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kaff auch Mare Crisium (Sondereinband)
Dieser Roman stellt einen Höhepunkt im Schaffen Arno Schmidts dar und steht zugleich auf der Scheide zwischen Früh- und Spätwerk. Schmidts früher und konsequenter Beitrag zur Rechtschreibreform ist sicher nichts für Orthografiefanatiker. Diese übersehen aber meist die Tatsache, dass hier neues Terrain für die deutsche Sprache gewonnen wird. Schmidt zeigt - ein wenig auf den Spuren Joyce' wandelnd - den möglichen Facettenreichtum von Sprache, der entsteht, wenn man genauer hinhört und schreibt. Kaff enthält mehr Humor und vielleicht gleichzeitig auch mehr Nachdenklichkeit als die frühen Werke. Nie zuvor war Schmidt auch so politisch und zeitgenössisch wie hier. Die Themen Wiederaufrüstung Deuschlands und die befürchteten Konsequenzen globaler Zerstörungen und Unbewohnbarkeit der Erde bilden den bedrohlichen Hintergrund vor scheinbar idyllischem Leben in der norddeutschen Provinz. So wie der Mond zum Zufluchtsort für Flüchtlinge einer unbewohnbar gewordenen Erde wird, so wird das Heidedorf zum Refugium der gestressten Großstädter Karl und Hertha. Die beiden Parallelhandlungen - in der Heide zur Zeit der Niederschrift und auf dem Mond im Jahr 1980 - nähern und entfernen sich abwechselnd, was einen eigenen Rhythmus in diesem Werk erzeugt. Rhythmus ist hier ein entscheidendes Element, welches den Roman durchzieht und steht schon am Anfang, markiert vom Rütteln einer Dreschmaschine: Nichts Niemand Nirgends Nie! Ein tickendes Uhrwerk, das sich nicht anhalten lässt und dem die Protagonisten hilflos aber trotzdem mit gebührendem Humor zusehen müssen. Zeitgenössisch bedeutet in diesem Fall nicht, an Aktualität zu verlieren. Das Thema bleibt virulent auch und gerade unter veränderten Rahmenbedingungen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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