Aus der Amazon.de-Redaktion
Kaddisch für ein nicht geborenes Kind ist ein Buch, das den Leser betroffen zurücklässt, voller Scham darüber, was Menschen einander antun können.
Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, erzählt seine eigene Geschichte: Seine Kindheit und Jugend, wie er darunter litt Jude zu sein, wie er ins KZ nach Auschwitz gebracht wurde und welche Wendung sein Leben erfuhr, als er 1945 den Holocaust überlebte. Das Konzentrationslager ist fortan das Maß aller Dinge. Seine Arbeit, seine Ehe, sein Gedanke an Kinder, der zu denken ihm nicht mehr möglich ist mit den Erfahrungen, die er gemacht hat. So spricht er das Kaddisch, das jüdische Totengebet. Immer wieder zitiert er die "Todesfuge" von Paul Celan. Sein Grab in den Wolken wurde schon begonnen, doch noch ist er gezwungen, mit dem Mal, das KZ überlebt zu haben, weiterzuleben.
Imre Kertész bietet keine leicht verdauliche Lektüre, doch sein Buch lohnt den Aufwand. --Manuela Haselberger
Kurzbeschreibung
Mit einem brüsken "Nein" antwortet B. auf die harmlose Frage eines Bekannten, ob er Kinder habe. Und so unerbittlich weigerte er sich in seiner Ehe, Kinder zu zeugen. In einem großen Monolog begründet er seine scheinbar schockierende Absage.
Über den Autor
Imre Kertész, am 9. November 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Journalist, seit 1953 dann als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Mit seinem «Roman eines Schicksallosen», 1975 in Ungarn veröffentlicht, gelangte er nach der europäischen Wende zu weltweitem Ruhm. 2002 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.