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Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, erzählt seine eigene Geschichte: Seine Kindheit und Jugend, wie er darunter litt Jude zu sein, wie er ins KZ nach Auschwitz gebracht wurde und welche Wendung sein Leben erfuhr, als er 1945 den Holocaust überlebte. Das Konzentrationslager ist fortan das Maß aller Dinge. Seine Arbeit, seine Ehe, sein Gedanke an Kinder, der zu denken ihm nicht mehr möglich ist mit den Erfahrungen, die er gemacht hat. So spricht er das Kaddisch, das jüdische Totengebet. Immer wieder zitiert er die "Todesfuge" von Paul Celan. Sein Grab in den Wolken wurde schon begonnen, doch noch ist er gezwungen, mit dem Mal, das KZ überlebt zu haben, weiterzuleben.
Imre Kertész bietet keine leicht verdauliche Lektüre, doch sein Buch lohnt den Aufwand. --Manuela Haselberger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Monolog eines am Leben Gehinderten,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kaddisch für ein nicht geborenes Kind (Taschenbuch)
Imre Kertész erzählt in der Ich-Perspektive und in Form eines Briefes an ein nicht gewolltes Kind von den Erfahrungen eines Juden, der durch Scheidung der Eltern und brutales Internat sowie später Auschwitz am Leben gehindert wurde, der der Bitte seiner Frau zu einem gemeinsamen Kind nicht nachkommen kann, weil darin eine Lebensbejahung erforderlich wäre, die er nicht leben kann oder will. Die Beziehung zu seiner Frau zerbricht schließlich daran wie auch an dem selbstmitleidigen Kreisen des Ich-Erzählers um sein Problem, dass sich der Zuwendung zu einer hoffnungsvolleren gemeinsamen Zukunft mit seiner Frau verschließt. Ein starkes Buch darüber, wie die Vergangenheit die Gegenwart belasten kann.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dunkles Sprachfeuerwerk,
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Kaddisch für ein nicht geborenes Kind (Taschenbuch)
Kaddisch für ein nicht geborenes Kind ist der mittlere Teil der Trilogie, die aus Roman eines Schicksallosen (Teil 1) und Fiasko (Teil 3) besteht.Kaddisch ist zugegebenermaßen der am schwierigsten zu lesende Roman der drei, da er praktisch aus einem permanenten Gedankenmonolog des "Protagonisten" besteht. Lange, verschachtelte Sätze (die trotzdem kürzer als so manche Sätze von Thomas Bernhard sind) machen zwar den Einstieg nach einer erzwungenen (ohne dazu gezwungen zu sein, würde man wahrscheinlich nicht unterbrechen) Unterbrechung etwas mühsam, die Mühe jedoch lohnt sich wirklich. Dieser lebensverneinende (und doch kraftvoll positive) Monolog schwankt hin und her, in den Zeitebenen und Ideen, folgt jedoch penibelst genau eine Linie. Genial, wie Kertesz das als logisches Ganzes zusammenführt! Im Gesamtkonzept der Trilogie ist Kaddisch für ein nicht geborenes Kind nach dem fulminanten Roman eines Schicksallosen der perfekte Mittelteil, bevor dann das fast kafkaeske Fiasko als Finale grande zuschlägt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Über das Gute,
Rezension bezieht sich auf: Kaddisch für ein nicht geborenes Kind (Taschenbuch)
Zugegeben - Kertész Stil ist langatmig und manchmal auch etwas zu weitschweifig. Aber seine Überlegungen zum Bösen und zum Guten sind mir sehr aufschlussreich geworden: Nicht das Böse ist Kertész unerklärlich, sondern das Gute scheint ihm unfassbar. Die kleine Erzählung über einen Mitgefangenen, den alle nur den "Herrn Lehrer" nennen, ist mir ans Herz gewachsen. Kertész ist nämlich bass erstaunt, dass dieser Mitgefangene gar nicht auf die Idee kommt, sich im KZ einer zusätzlichen Essensration - nämlich der von Kertész - zu bemächtigen und ihm diese nachträgt. Als der "Herr Lehrer" Kertész' Erstaunen über sein Handeln bemerkt, fragt er nur: "Was hast du denn gedacht?"Kertész überlegt im Gespräch mit seiner Frau, "dass der «Herr Lehrer» eine zweifache Chance (in Gestalt der Essensration von Kertész) erhalten hatte, am Leben zu bleiben, und dass er diese verdoppelte Chance ... verwarf, so zeigt das, dass ... die Annahme dieser zweiten Chance gerade seine einzige Chance vernichtet hätte, die es ihm noch ermöglichte, zu leben und zu überleben; ... es existiert ein reiner, von keinem fremden Stoff ... infizierter Begriff, ein Gedanke, der in unser aller Geist gleichermaßen als Vorstellung lebt, ja eine Idee, deren .. Unverletzbarkeit, deren Wahrung ... des «Herrn Lehrers», einzige wirkliche Chance zu überleben bedeutet." Diese Gestalt des "Herrn Lehrers" macht mir das Büchlein kostbar. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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