9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Akademisch und magisch zugleich, 5. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kabbalah, Qliphoth und die Goetische Magie (Taschenbuch)
Ich bekam dieses Buch eher zufällig in die Hände und hatte es sehr lange im Regal liegen, bis ich anfing darin herum zu blättern. Aber als ich erst einmal anfing zu lesen, konnte ich nicht aufhören. Ich verschlang dieses Buch in einem Zug.
Der Autor setzt sich mit der Kabbalah, dem Problem des Bösen und der Goetia wissenschaftlich auseinander, ohne dabei überhoben, zu akademisch zu wirken oder an Bodenständigkeit zu verlieren. Seine Quellenangaben machen deutlich, das dieser Mann sich viele Jahre mit den Themen auseinander gesetzt hat. Hier wird Bezug genommen auf geschätzte Forscher wie Scholem (der viel über das Böse in der Kabbalah geforscht hat) oder Eliade, auf alte Klassiker wie Paracelsus oder moderne Autoren wie Fortune. Gerade seine philosophische Abhandlung über "das" Böse (er unterteilt es in die kategorien "Positives Böses", "Negatives Böses", "Notwendiges Böses", "Unnötiges Böses", "Die dualistische Sicht", "Böses als Materie", "Böses als ein spirituelles Prinzip, "Persönliches Böses", "Unpersönliches Böses" und "Komplementäres Böses")ist sehr aufschlußreich, zeigt sie doch, das nicht alles Böses auch Böses anfürsich ist.
Da ich kein Magier oder so bin, habe ich die praktischen Rituale nur gelesen, es ist nicht meine Welt. Aber nach den theoretischen Abhandlungen zu Urteilen werden sie bestimmt für Menschen, die sich mit soetwas auseinander setzen, sehr hilfreich sein.
Nun was zu der Kritik dieser Person weiter unten:
Ich kann mich meinen Vorgänger nur anschließen, es scheint eine persönliche Attacke gegen den Autoren oder Verlag zu sein. Nichts, was er/sie/es da schreibt, trifft zu. So heißt es u.a. "Wer sich mit Lovecraft, dem Nekronomikon, der Goetia, dem Schlüssel Salomons und anderen okkulten Klassikern auseinandergesetzt hat, wird in diesem Buch nichts neues finden."
Weder beruft sich der Autor auf irgend einer Seite auf Lovecraft, noch handelt es von dem fiktiven Necronomicon. Herr Karlsson verbindet sein vermitteltes Wissen über die Qliphoth mit der Goetia, was für die magische Praxis anscheinend nutzbar zu sein scheint.
"Die Siegel und Sigillen wurden übernommen und sind daher in zahlreichen anderen Büchern bereits zu finden"
Wenn man sich auf ein altes Grimoire beruft und das für die Praxis verwenden möchte, so ist es einleuchtend, auch die entsprechenden Sigille mit abzudrucken (um so den Leser den Kauf weiterer Bücher ztu ersparen). Außerdem unterscheiden sich die Sigille von der Goetia in Details, sie sind nicht einfach heraus kopiert. Und eine "einseitige Dämonisierung der Sepiroth" findet im ganzen Buch überhaupt nicht statt. Auch die "Verfälschung des Lebensbaumes" gibt es nicht, Herr Karlsson zitiert jüdische Gelehrte und stellt die Sephiroth so dar, wie sie in jedem authentischen Buch über die kabbalistische Lehre nachzulesen ist. Wenn er/sie/es eine andere Meinung zum Lebensbaum hat, dann beruht es auf dem Fehler, sich auf nicht-jüdische Quellen zu stützen. Er/sie/es sollte wissen, das es KEINE Bücher zum Thema existieren, die Qliphoth werden in wenigen Büchern und anderen Quellen nur kurz genannt, aber kaum beschrieben.
Fazit:
Ein spannendes Buch, das sich flüssig lesen läßt, punktgenau zur Sache kommt ohne abzuschweifen. Die Bilder sind sehr schön, vor allem die von Anton LaVeys Tochter Zeena Schreck gefallen mir gut. Das Buch selbst ist auf alt aufgemacht, was dem Thema des Buches eine schöne Atmosphäre verleiht, ohne düster zu wirken. Mein Lob an alle Beteiligte.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessante Darstellung eines Randthemas, 16. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Kabbalah, Qliphoth und die Goetische Magie (Taschenbuch)
Seit der Ersterwähnung der Qliphoth im 15. Jahrhundert durch Luria wurden diese als Randgebiet der Kabbalistik angesehen. Einzelne Autoren haben diese nur in Verbindung mit Warnungen erwähnt. Erst Anfang letzten Jahrhunderts kamen Informationen zu den "Hüllen", den Schattenseite der Sephiroth, durch vereinzelte Artikel an die Öffentlichkeit. Umso schöner ist es, das die "Edition Roter Drache" das einzige vollständige Fachbuch über dieses ausgegrenzte Thema veröffentlicht hat.
Als erstes geht Thomas Karlsson die Geschichte der allgemeinen jüdischen Kabbalah ein und stellt die interessante Hypothese vor, das die Kabbalah ihren Ursprung in der hellinischen Kultur hat. Im Anschluß findet sich eine sehr ausführliche, interessante und philosophische Darstellung des Bösen und über den Fall Luzifers, das mir ausgesprochen gut gefallen hat. Dann geht der Autor ans eingemachte und erklärt die 10 Sephiroth auf dem Baum des Lebens, das als Grundlage für die Erläuterungen der 11 Qliphoth auf den Baum des Wissens dient. Thomas Karlsson erklärt die ganzen Systeme nicht nur souverän und leicht verständlich (ganz im Gegenteil zu den schwer verständlichen Fachsimpeleien eines Aleister Crowley oder anderen Autoren), sondern sie zeugen auch von einer tiefen Erfahrungen mit diesen, so daß man sieht, daß er nicht von anderen Abschreibt, sondern das er selbst das Wissen und die Erfahrungen gesammelt hat. Im dritten Teil des Buches verbindet Karlsson die qliphotische Arbeit mit den alten Grimoires wie das "Grimorium Verum" und der "Goetia". Das Buch enthält neben allen geläufigen Sigille auch eine Vielzahl selbst entwickelter Sigille zur Arbeit mit den Tunneln, die die einzelnen Qlipha miteinander verbinden. Auf die Tunnel geht Kennetzh Grant in "Nightside of Eden" ein.
Dieses Buch bildet die Basis für zukünftigen Werke, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es ist daher ein Pflichtbuch für jede okkulte, magische und akademische Bibliothek und kann jedem interessierten nur ans Herz gelegt werden.
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