Kaal ist ein von Shahrukh Khan und Karan Johar produzierter Film aus dem Jahre 2005, der sich an ein jugendliches Publikum richtet und versuchsweise Elemente des Abenteuerkinos in Bollywoodmanier umsetzt. Dies führt zu einem durchaus sehenswertem Ergebnis, ist aber als abendlicher Hauptfilm dann doch etwas zu dünn.
In jedem Fall haben die Herren Khan, der zumindest im Titelsong super toll tanzt und Johar ein bemerkenswertes Händchen bei der Auswahl der Protagonisten bewiesen. So sind mit dabei:
- Ajay Devgan, der ganz ausgezeichnet düster und mysteriös spielt und mit seinem Auftreten den Film sehr aufwertet.
- Vivek Oberoi, dem ich seine jugendliche Unbedarftheit im Film gern abnehme.
- Lara Dutta, deren Wandlungsfähigkeit ich stets auf's neue bewundere und die in Kaal viel Mut zu knapper Kleidung zeigt. (Was der Miss Universum aus dem Jahre 2000 sehr gut steht, allerdings nicht ganz in die filmische Umgebung passt...)
- John Abraham, der wie immer wenn ein gut gebauter jugendlicher Typ gesucht wird, zur Stelle ist und hier seine körperlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen darf.
- Esha Deol, die hier kurz nach ihrem riesigen Erfolg mit Dhoom ebenfalls knapp bekleidet spielt, macht ihre Sache ebenfalls ganz gut.
Der Film wurde von Regisseur Soham Shah geschrieben und er bearbeitete auch das Drehbuch selbst. Es war sein erster Film und blieb bis 2009 sein einziger. Allerdings kannte er Shahrukh und Karan von den Dreharbeiten zu Kabhi Khushi Kabhie Gham..., wo er als Regieassistenz unter Karan Johar tätig war.
Die durchweg sehr hörbare Musik stammt von Salim-Sulaiman und Anand Raj Anand. Sie ist schnell, rhythmisch und hervorragend arrangiert.
In Indien erreichte Kaal Platz 10 in der Jahreswertung und lief in den USA immerhin 3 Wochen in bis zu 40 Kinos.
Rapid Eye Movies hat sich mit der Synchronisation wirklich viel Mühe gemacht und gibt uns einen ordentlichen Stereoklang auf die Ohren. Ich bevorzuge allerdings den Originalton, der im etwas besseren Dolby Digital 5.1 daherkommt. Hier ist der Klang satter und die gute Untertitelung tut dem Vergnügen keinen Abbruch.
Man sollte den Film nur nicht zu ernst nehmen und sich einfach unterhalten lassen. (Bei manchen Szenen lieber schmunzeln, statt meckern. Das hilft.)