Mit diesem DVD/CD-Kompilat hat Daniel Opitz etwas völlig Neues geschaffen. Die DVD enthält nicht einen, sondern zwei Filme, jeder knapp eine Stunde lang, wobei beide Filme ähnlich, aber nicht gleich sind. Man kann den "Doku-Mode" wählen, dann bekommt man einen mit Musik unterlegten, interessanten Zusammenschnitt von Surfszenen, Wellenaufnahmen und Interviews; es ist keine Dokumentation im engeren Sinne, es gibt lediglich kurze Informationen zur Wellenentstehung, im Vordergrund stehen die Äußerungen professioneller Surfer zu ihrer Lebenseinstellung und zur spirituellen Seite des Surfens auf Hawaii.
Auch wenn der Doku-Mode interessant ist, fragt man sich doch - wenn man, wie ich, mit dieser Variante begonnen hat -, wo denn die Wellenaufnahmen bleiben. Diese kommen wesentlich besser im "Chillout-Mode" zur Geltung; hier zeigt die DVD erst ihre wahre Stärke. Viele der Szenen werden auch im Doku-Mode verwendet, aber die Interviews sind höchstens angedeutet, aber ohne Sprache, und die fehlende Laufzeit wird durch wunderbare Surf- und Windsurfaufnahmen ersetzt. Opitz zeigt die größten Wellen, die jemals bezwungen wurden (für Kenner: Jaws, 20. Januar 1998!), es gibt faszinierende Hubschrauberflüge über diesen Wellen und über den hawaiianischen Inseln. Die herausragenden Bilder erhalten durch die musikalische Begleitung einen nahezu mystischen Charakter.
Weiterhin liegt die Filmmusik als Audio-CD bei. Dies ist eine nette Geste, mit wenigen Ausnahmen müsste ich die Musik aber nicht ohne die Bilder sehen. Ohnehin ist die DVD ein optischer Genuss mit hervorragendem Bild und guter Bedienbarkeit, die Musik alleine würde fünf Sterne aber nicht erreichen.
Aufgrund der liebevollen Umsetzung eines so neuartigen Projekts kann man aber über diese leichte Schwäche hinwegsehen. Opitz hat das bisher von den alten Bruce-Brown-Filmen fast monopolistisch besetzte Genre wirklich modernisiert. Die DVD hat die fünf Sterne insgesamt klar verdient und ist ein Muss für jeden, der außergewöhnliche Naturaufnahmen mit Musik (wie z.B. "Faszination Natur" von Gogol Lobmayr) liebt.