Das hätte wohl niemand erwartet: Der Sohn eines Multimillionärs wird entführt, und der Vater weigert sich öffentlich, auch nur einen Penny der 2 Millionen Dollar Lösegeld zu bezahlen. Stattdessen setzt er die Summe als Kopfgeld auf den Entführer aus. Das Erpressungsopfer versetzt sich in die Lage des Bösewichts, und kalkuliert genau ein, was dieser sich nicht leisten kann. So versucht der Held des Films das Spiel um Leben und Tod auf eine kopfgesteuerte, weniger verzweifelte Art zu gewinnen.
Mehrmals hält man die Luft an bei diesem wendungsreichen, emotional aufpeitschenden Thriller-Meisterstück, bei dem die Spannungsschraube mit jeder weiteren Szene ein bisschen mehr angezogen wird, bis die Spannung sich letztlich in einem actionreichen Showdown entläd. Thriller sind sonst nicht so mein Genre und langweilen mich zu häufig. Aber als ich mir diesen angesehen hatte, musste ich vor Begeisterung in die Hände klatschen. Der Schachzug, das Lösegeld für den entführten Sohn nicht zu bezahlen und die daraus resultierende Hilflosigkeit des Schurken, sich aus dem Dilemma noch retten zu können - das ist eine so sensationell gute Idee wie es sie nur ab und zu mal im Kino gibt!
Zusätzlich zur inhaltlichen Stärke kommt schauspielerische Stärke. Gary Sinise als Ekelpaket ist da genauso bewundernswert wie Mel Gibson als verzweifelter Vater, der sich fragt, welche Methode sein Kind zu retten die sicherste ist.
Ein Film, der keine Fragen offenlässt, aber Diskussionsstoff bietet. Der Filmsohn ist übrigens Brawley Nolte, dessen Vater Nick selber im Hollywood-Geschäft erfolgreich ist.