Die Geschichte Kramps ist gelungen, verbindet Spannung und Humor exzellent. Der Autor setzt auf Herbie Feldmann und Julius als kultige Figuren, bindet aber erneut Kusine Nina und die nervige Tante Hettie wunderbar ein, die als Vormund von Herbie dessen Vermögen verwaltet und ihn nach wie vor kurz hält. Und der stets genervte Kommissar Baldus darf natürlich auch nicht fehlen ... ihn nervt die Eifel.
Die Spannung und die Verwicklungen des Falles sind mit ausserordentlichem Witz und stetem Humor geprägt. Nicht minder sympathisch ist der Kommissar Baldus, der regelmäßig an seinem Assistenten verzweifelt.
Das Hörbuch, als Alternative zum Lesen, lebt von der brillanten Auswahl der Vorleser. Kalle Pohl erzählt mit einer leichten Eifeler Modulation, spricht den Mikesch aus dem Osten mit einem abwechslungsreichen slawischen Akzent. Sein Einsatz von Akzenten, verschiedenen Tempi sowie von Höhen und Tiefen in der Stimme lassen ihn zum genialen Erzähler werden. Er liest nicht einfach nur vor, er ist als richtiger Erzähler zu verstehen.
Aber auch Jürg Löw füllt seine Rolle als Julius aus, jener Julius, der kaum einen Kommentar von sich gibt, ohne frech, bissig, entsetzt oder zynisch zu sein.
Besonders gelungen ist der Eifeler Lokalkolorit, der zwar bezeichnend, aber nie Klischees entspricht. Wunderbar ist aber wie Kalle Pohl einen wunderbaren Eifeler Akzent in verschiedenen Dialogen nutzt.
Jean-Louis Glineur