... das einen tiefen Einblick in die Erfahrungen Kurt Diembergers und seiner Auffassung vom Bergsteigen an "den großen Bergen" gewährt.
Diemberger schildert in diesem Buch seine Expedition mit seiner Partnerin Julie Tullis an den K2, ihren Berg, wie er immer wieder betont, und die Katastrophe, in die die beiden beim Abstieg in einer Höhe von 8000 m hineingeraten. Das Besondere an Diembergers Schilderungen ist, dass er die Dinge nie aus einer anklagenden und schuldzuweisenden Sicht erzählt, sondern immer aus einer menschlichen Sicht. Man nimmt Teil an seinem Leiden, wenn er von seiner Gefährtin Julie erzählt, mit der ihn eine tiefe Freundschaft verbindet und die er schließlich am Berg zurücklassen muss, und man ist beindruckt von den übermenschlichen Leistungen, die die Überlebenden wohl vollbracht haben müssen.
Sein sehr persönlicher Erzählstil hat aber auch eine Kehrseite. In dem Bemühen, des öfteren weiter auszuholen und Exkursionen zu Randthemen zu machen, um seine Motive, seine Lebensweise und Beweggründe zu erläutern, versteigt sich Diemberger in teilweise langatmigen Erzählstil. Deshalb habe ich auch nur 4 Sterne vergeben. Im letzten Drittel des Buches tauchen diese Passagen aber dann nicht mehr auf.
Alles in allem eine sehr persönliche Schilderung erlebter Ereignisse, die aber nicht so straight erzählt werden, wie zum Beispiel in Jon Krakauers Büchern. Genau das eröffnet aber nochmal eine andere Perspektive auf die Dinge.