K-Pax erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Psychiater, Gene Brewer, und seinem Patienten, "Prot". Prot hält sich für einen K-Paxianer, der mit einem `beam of light' auf die Erde gereist ist, die Kontinente besucht und Menschen kennenlernt. Er ist überzeugter Pazifist und Vegetarier, der frisches Obst mitsamt Schale heißhungrig vertilgt. Ein sympathischer Kerl mit interessanten Ansichten und einem einfühlsamen Wesen. Er nimmt die Menschen, und gerade die Langzeitbewohner der Psychiatrischen Klinik, so, wie sie sind ernst und respektiert sie. Mit seiner natürlichen, kindlichen Art baut sich echten Vertrauen zwischen ihm und den Patienten - manche sind schon länger als 20 Jahre in der Anstalt - auf, und er ist in der Lage, einigen von ihnen auf recht unkonventionelle, doch wirksamen Weise, zu helfen.
Diese kleinen zwischenmenschlichen Geschichten sind mit Humor und viel Liebe zum Patienten geschrieben. Während man liest klingen die Worte echte respektvolle Nächstenliebe und Verständnis für Andersdenkende ohne kitschigen Beigeschmack nach. Dem Leser wird in Erinnerung gerufen, dass es die kleinen Augenblicke sind, in denen oft so viel geschieht - diese erkennen und geniessen zu können ist eine Fähigkeit, die man nicht verlernen sollte.
In der Novelle werden die Tonbandaufzeichnungen der 'sessions' mit Prot wiedergegeben. Und so erfährt der überraschte Leser wie behandelnde Arzt, das Prot exakt am 17. August um genau 3:31 a.m. wieder nach hause reisen wird. Bis dahin versuchen Dr. Brewer und eine an dem Alien-Patienten interessierte Reporterin in detektivischer Kleinarbeit herauszufinden, wer 'Prot' wirklich ist. Dem Leser wird langsam klar, dass Prot kein Alien ist, sondern ein schwerst traumatisierter junger Mann, mit einer multiplen Persönlichkeit. Zwischen 'Gino' und 'Prot' ist inzwischen eine Freundschaft gewachsen und Dr. Brewer macht sich ernsthaft sorgen um seinen Freund. Wie sich das Rätsel um die Heimkehr löst, sei hier nicht verraten - nur soviel dass es kein kitschiges Happy End ist.
Ein super Buch, das viel Stoff zum nachdenken gibt. Englische Ausgabe ist zu empfehlen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Verfilmung mit K. Spacey und J. Bridges die Natürlichkeit des Buches wiedergibt und nicht in eine Hollywood-Schmalz Orgie mit Akte-X Geschmack mutiert. So das war's. Viel Spass beim Lesen.