Ich kenne die Bläck Fööss seit meinem sechsten Lebensjahr. Damals hatte der Titel "Rheinhotel" mir es angetan, und dass, obwohl ich nicht einmal annähernd der kölschen Sprache mächtig war. Dennoch dauerte es einige Zeit, bis ich wieder anfing, mich für die wohl populärste Band Kölns zu interessieren. Das passierte erst wieder durch diesen Tonträger, auf den mich die KVB-Linien aufmerksam gemacht haben, die auf center.tv zu sehen sind. Ich besorgte mir diese CD bei der nächsten Gelegenheit sofort und höre sie immer wieder sehr gerne.
"Leever Jott jev uns Zick (5/5)"
Ein guter Opener in diesen Tonträger und kölsche Sprache vom Feinsten. Thematisch und textlich sehr gelungen. Der Song handelt davon, dass die Zeit viel zu schnell vergeht, was durch die im Lied erwähnten Zeiteinheiten (Jahr - Monat - Tag - Stunde - Minute - Sekunde) verdeutlicht wird. Um diesen Zeitdruck authentisch wirken zu lassen, erwähnen die Bläck Fööss hier stets Aktivitäten, die man in der angegebenen Zeiteinheit machen kann. Das Lied endet genau wie das Leben mit dem Tod, was wegen der fröhlichen Melodie schon fast sarkastisch wirkt.
"Wenn mir Kölsche singe (4/5)"
Dieser Song ist mittlerweile wahrscheinlich so bekannt geworden, dass man ihn gar nicht mehr großartig zu thematisieren braucht. Hierbei handelt es sich wieder mal um einen Song der Marke "Alles ist toll in Köln". Und wenn die Kölner singen, scheint alles gut zu sein. Noch besser wird es allerdings, wenn mit den Bläck Fööss ganz bestimmte Kölner singen. Allerdings muss ich sagen, dass ich diesen Song nicht mehr allzu gerne höre, da er auf sehr vielen Platten dieses Genres zu finden ist.
"Su es dat Levve (5/5)"
Der Song ähnelt dem ersten Lied dieses Tonträgers thematisch ein wenig, wenn er auch längst nicht so sarkastisch wirkt. Das liegt wohl daran, dass die Bläck Fööss hier eine eher lustige als fröhliche Melodie benutzen und den Text dementsprechend auslegen. Ein Song der Marke "Mensch, ärgere dich nicht!", und ich finde ihn wirklich gut.
"Die Jlut vun Kölle (5/5)"
Endlich wird es auch mal ein bisschen rockiger auf dieser Platte. Dieser Song kann meiner Meinung nach als Reaktion auf die Kritik an Köln oder auf die Sichtweise anderer Städte aufgefasst werden. Der Refrain ist eingängig und bleibt noch sehr lange im Ohr des Konsumenten! Achtung, dieser Song kann schwere Verbrennungen verursachen, wenn man die Musik aus Köln nicht kennt...
"Du...(bes die Stadt) (5/5)"
Dieser Song war wahrscheinlich Pflicht für die Bläck Fööss. Jeder Künstler aus Köln schreibt heutzutage ja Lobhymnen auf die heimische Stadt, aber nur wenige schaffen dies, ohne dabei auf die üblichen Phrasen oder Klischees zurückgreifen zu müssen. Die Bläck Fööss schaffen es hier dank der instrumentalen Führung, eine Gänsehaut zu erzeugen und die Stadt Köln gleichzeitig realistisch zu betrachten.
"Adschüss Partie (4/5)"
Nachdem mittlerweile zweimal über das Leben und dreimal über die kölsche Art gesungen wurde, ändert sich das Thema nun endlich mal. Hier beschreibt das lyrische Ich eine gescheiterte Beziehung, die möglichst humorvoll ausgedrückt werden soll. Leider schafft dieser Song das nicht durchgehend, sondern nur durch den scheinbaren Dialog am Ende des Liedes, der dafür wirklich zu unterhalten weiß!
"Einer hät immer die Aaschkaat (5/5)"
Wieder einmal wird hier über die heimlichen und peinlichen Tücken des Lebens berichtet. Dies allerdings auf eine so humorvolle Art und Weise, dass man zeitweise wirklich herzlich über das Lied und über den Songtext lachen kann. Vor allem die erste Strophe sticht in dieser Hinsicht heraus. Für mich persönlich ist dieser rockige Song eine Art Geheimfavorit dieses Tonträgers.
"Blos mir jet & Bums Kapell (3/5)"
Ich finde diesen Titel zwar nicht direkt schlecht, aber auf so einem guten Album kommt er meiner Meinung nach trotzdem am Schlechtesten weg. Bei diesem Song handelt es sich wahrscheinlich um ein Karnevalslied, womit sich der Text, das Thema und die instrumentale Führung erklären.
"Stellt üch vör d'r Äschemettwoch wör schon do (4/5)"
Hier greifen die Bläck Fööss den Graus eines jeden Karnevalisten auf: den Aschermittwoch, der hier allerdings noch nicht eintrifft. Der Song nimmt die Power ein wenig raus und geht alles ein wenig entspannter an. Zwar wird hier nicht direkt etwas Neues geboten, aber anhören kann man sich dieses Lied auf jeden Fall mehr als einmal!
"Zesammestonn (5/5)"
Bei diesem Titel wird wieder viel mehr Wert auf die Aussage gelegt. Egal, was auch kommen mag und wie düster die Zeiten auch werden mögen, es zählt nur das Jetzt und Hier und dass man nochmal zusammenstehen kann. Man soll für den Moment leben und sich keine Sorgen um das machen, was morgen wieder kommen mag. Die Strophen und der Refrain sind sehr melodisch und harmonieren perfekt miteinander. Auch dieser Song ist meiner Meinung nach ein Geheimfavorit des Albums.
"Good Vibrations (5/5)"
Ich glaube nicht, dass ich zu diesem Song viel schreiben muss. Wer kennt den Klassiker von den Beach Boys nicht? Man erkennt kaum einen Unterschied, da die Bläck Fööss diesen Song auf eine Art und Weise vortragen, die nahezu perfekt ist. Das alles natürlich live und A-cappella!
"Dä Daachdecker (4/5)"
Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Stück überhaupt bewerten soll, da es sich bei diesem Song nur um die musikalische Untermalung eines sehr bekannten Kabarettstücks handelt. Wieder live und mehr als annehmlich vorgetragen.