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1961: Die Nato stellt Langstrecken-Atom-U-Boote in Dienst; der Kreml fordert die russische Marine auf, unabhängig vom Entwicklungsstand, gleich zu ziehen. Ford übernimmt das Kommando des titelgebenden U-Bootes und Neeson die seines beliebten Kapitäns, Ford führt die Crew durch gewagte Raketentests, und sieht sich schließlich mit einer Serie sich zuspitzender Krisensituationen konfrontiert, als ein schlampig gebauter Reaktor zu schmelzen und der Dritte Weltkrieg auszubrechen droht.
Trotz der politisch neuartigen Sachlage, bietet der Streifen alles, was man von einem U-Bootfilm erwartet: So ziemlich alles wird zitiert, von Voyage to the Bottom of the Sea, über Das Boot, von Crimson Tide bis hin zu Die Caine war ihr Schicksal, inklusive meuternder Matrosen unter der Fuchtel eines gestrengen Leuteschinders. All dies, gepaart mit plumper Technik und ideologischer Einmischung, lässt die sich anbahnende Katastrophe erahnen.
Regisseurin Kathryn Bigelow, Hollywoods unterschätztestes Talent, ist ganz in ihrem Element: Heldenhafte, unter ungeheurem Druck stehende Kerle, und ein zentraler Plot um Kameraden, die, ungeachtet unzureichender Schutzvorrichtungen, den Reaktor zu reparieren versuchen, was zu Verstrahlungen bei der Arbeit führt. Weniger gelungen ist der überflüssige Epilog: "Spätes-Wiedersehen-alter-Kameraden-am-Grabe" im typischen Spielberg-Stil. --Kim Newman
Liam Neeson überzeugt (wie immer) als eigensinniger Kapitän, dem das Wohl seiner Mannschaft am Herzen liegt, während Harrison Ford zur Abwechslung mal den nicht so sympathischen Part des gestrengen Kommandanten übernimmt, den er grimmig, aber durchaus menschlich verkörpert. Auch die Jungschauspieler, die den Großteil der noch recht jugendlichen Marine-Soldaten mimen, machen ihre Sache hervorragend, allen voran Peter Skaarsgard als überforderter Jung-Ingenieur. Man leidet mit, wenn die verzweifelten Matrosen trotz fehlender Schutzkleidung versuchen, den Reaktor-Schaden zu reparieren. Die Kamerafahrten durch die perfekt nachgebauten Innereien des U-Boots sind faszinierend und beängstigend zugleich, vermitteln sie doch ein Gefühl für die Enge, in der sich das Drama abspielt. Noch beängstigender ist aber der Umstand, dass die gesamte Geschichte auf wahren Ereignissen basiert, die die Welt 1961 an den Rand eines Nuklearkriegs brachten...
Wer statt unglaubwürdiger Popcorn-Action mit massenweise Explosionen lieber einen erstklassig inszenierten und glaubwürdigen Thriller mit realistischen, menschlichen Hauptfiguren sehen will, sollte dem Film eine Chance geben.
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