Callie Burke, talentierte Restauratorin folgt dem Ruf des millionenschweren Geschäfts-Tycoon Jack Walker und übernimmt die Aufarbeitung eines seiner wertvollen Gemälde. Für die finanziell wahrlich nicht auf Rosen gebettete Callie ein wirtschaftlich mehr als rentabler Deal und die Lösung all ihrer Geldsorgen.
Doch auf dem Weg zu Ruhm und Vermögen steht ihr ein riesengroßes Hindernis im Weg: Jack selbst, kein Kostverächter in Sachen Frau, und der keinen Versuch auslässt, Callies Herz höher schlagen zu lassen...
Und da baut sich auch schon die nächste schier unüberwindbare Hürde vor den beiden auf, denn in einer Beziehung sind Drei dann doch Einer zu viel....
Mit "Küss mich, küss mich nicht" präsentiert uns Jessica Bird nun den Nachfolger von "Wenn es plötzlich Liebe ist", in dem unser jetziges Heldenpaar Callie und Jack ja schon einige Gastauftritte hatten und hier jetzt selbst ihr gemeinsames Liebesleben in Angriff nehmen.
Mit unseren beiden Hauptprotagonisten hat die Autorin wirklich zwei grundverschiedene Persönlichkeiten zu Papier gebracht, die zunächst mal wenig gemein haben und im Laufe des Geschehens erstmal auf einen Nenner kommen müssen.
Da hat Jessica Bird den beiden eine wirklich knifflige Aufgabe mit auf den Weg gegeben, denn eigentlich sprühen von Beginn an die Funken zwischen beiden, aber die müssen erst mal näher unter die Lupe genommen und in die erwünschte Richtung gelenkt werden.
Callie zeigt sich uns als äußerst bedachtsame junge Frau, deren bisheriges Leben nicht gerade auf der Sonnenseite stattfand und hier von ihrer schweren Vergangenheit gnadenlos eingeholt wird und hier fast zum Stolperstein für unser Pärchen wird. Da muss der gute Jack Flagge zeigen und alle Register ziehen um sich Callies Vertrauen zu erkämpfen.
Womanizer Jack hat hier alle Hände voll zu tun, sein Objekt der Begierde von seiner Ernsthaftigkeit in Sachen "Beziehungskiste" zu überzeugen, eilt ihm doch der Ruf voraus, allem hinterher zu jagen, was einen Rock trägt und zu erlegen. Doch Beharrlichkeit und Ausdauer gepaart mit seiner unerschütterlichen Loyalität und Zuverlässigkeit führen dann letztendlich doch zum Ziel...
Man kann hier als Leser wirklich Seite für Seite die vorsichtige Annäherung unseres Duos mitverfolgen und auch so richtig spürbar wahrnehmen und hautnah begleiten.
Diese Entwicklung als Liebespaar hat Jessica Bird wirklich mit sehr viel Intensität und Feingefühl in Szene gesetzt und macht den Löwenanteil des Romans aus.
Außer unserem wirklich mehr als liebenswerten Heldenpaar gibt es auch noch einige interessante Nebendarsteller, die allerdings beim Leser etwas unterschiedliche Emotionen auslösen.
Die meisten agieren hier auch als richtige Sympathieträger, aber was wäre das Ganze ohne den obligatorischen Stinkstiefel? Da hat ganz eindeutig Jacks Mutter die Nase vorn.
Die Herren Nate Walker (Jacks Zwillingsbruder) und Gray Bennett aus "Das Moorehouse-Erbe" lassen sich hier auch kurz blicken, sind aber noch ohne ihre Herzdamen Frankie und Joy unterwegs.
Zudem gewährt uns die Autorin noch einen kurzen Blick hinter die Kulissen des Kunsthandwerks der professionellen Restaurierung und entführt uns Lesern damit auch mal
in ein eher unübliches Gefilde, was hier aber durchaus gut umgesetzt wurde.
Die Autorin verzichtet hier eigentlich auch auf die ganz großen Spannungselemente und präsentiert uns einen Contemporary in Reinkultur, bei dem absolut unser Traumpaar das Zepter in der Hand hält und ohne große Highlights wie Irrtümer und Trugschlüsse zwischen Mann und Frau auskommt und so beim Leser punkten kann.
Da hat Jessica Bird den Romanfiguren wirklich flotte und schmissige Dialoge auf den Leib geschneidert und gibt so dieser romantischen Love Story den letzten Schliff und versetzt den Leser in so richtig schöne Schmökerlaune.
Wer also Lust hat auf eine locker-leichte und beschwingte Lektüre, in der ein Millionär sein armes "Aschenputtel" findet: Volltreffer!