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Kürzere Tage: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
 

Kürzere Tage: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Kindle Edition]

Anna Katharina Hahn
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Kürzere Tage fängt an wie ein Familienkammerspiel und weitet sich zum Welttheater auf engstem Raum.«
(Meike Fessmann Süddeutsche Zeitung )

»Eine Erzählerin, die es faustdick hinter den Ohren hat.«

(Ina Hartwig Frankfurter Rundschau )

»Stuttgart, die im Rest der Republik so ungeliebte Stadt, eignet sich für einen Gesellschaftsroman überraschend gut. Die Topographie erfrischt den Blick, sie verbietet die Einengung auf ein Milieu oder auf einen Kiez. Vielleicht ist es das, was den Roman mit dem Fortschreiten der Krise noch interessanter machen könnte. Wie krisenfest ist diese Welt mit ihren Eliten?«

(Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Was Kürzere Tage vor allem ausmacht, ist seine ungerührt-genaue Sprache und Anna Katharina Hahns schon im Erzählungsband Sommerloch bewiesene Fähigkeit, Milieus bis in die kleinsten Gesten hinein zu erfassen. ... Dem schönen bürgerlichen Schein hat dieser Roman das Licht ausgeblasen.«

(Paul Jandl Neue Zürcher Zeitung )

»Kürzere Tage ist eines dieser Bücher, das so schlicht und unauffällig daherkommt, dass es Gefahr läuft, übersehen zu werden. Wenn man dann aber die ersten Zeilen gelesen hat, dann möchte man es gar nicht mher hergeben. Anna Katharina Hahn gelingt es virtuos, die Fäden zwischen ihren Charakteren zu spinnen. Es ist als schaue man durch ein Fernrohr und betrachte die Menschen dabei, wie sie sich abrackern am ganz normalen Leben. Hahn ist eine eindringliche Momentaufnahme gelungen, die nachdenklich stimmt.«

(Katharina Sieckmann Hessischer Rundfunk )

»Hahns Kürzere Tage rauben uns die Nächte. Sie erzählt von den beiden Müttern Leonie und Judith, vom missbrauchten Elendskind Marco, von den beiden alten Posselts. Und wie Anna Katharina Hahn in ihren kurzgeschichtengleich wunderbar gerundeten Kapiteln vom verrottenden, verwahnenden Mittelstand erzählt und vom Elend der Integration, von den verzweifelten Träumen der Jungen und dem Verenden von Lebensläufen, wie zärtlich und böse und genau zugleich sie in die Hirne hineinsieht von Supermüttern, Missbrauchten und Vereinsamten, das ist schon atemberaubend. Angst grundiert diese modern-gutbürgerliche Vorhölle. Und wenn wir etwas von ihr wissen, dann das: diese Angst, diese Beklemmung, diese Vorhölle ist überall, nicht nur am Neckar. Ein Buch also für alle.«

(Literarische Welt )

»... das Porträt des neuen Bürgertums, das seine Kulturverluste mit einem Katalog minimalistischer Verhaltens- und Konsumkonzepte kompensiert. Selten wird unsere Gesellschaft in der deutschen Gegenwartsliteratur so gut und genau beschrieben wie hier von Anna Katharina Hahn. Eine Gesellschaft, die an einem so irrsinnigen wie simplen Problem krankt, an der Frage: Wie soll man eigentlich leben? ... Natürlich verdankt Anna Katharina Hahn die Präzision und Plausibilität dieses Gesellschaftsromans zunächst zwei ganz einfachen schriftstellerischen Qualitäten: unerhörter Menschenkenntnis und ebenso großer Sozialkenntnis.«

(Ursula März Die Zeit )

»Kürzere Tage von Anna Katharina Hahn sollte man nicht ohne Superlative vorstellen. Es ist einer der besten deutschsprachigen Romane - unserer Zeit sowieso, aber auch überhaupt.«

(Franz Schuh )

»Anna Katharina Hahns multiperspektivische Milieustudie erinnert in ihrer Kompromisslosigkeit gelegentlich an Elfriede Jelinek, in ihrem nüchternen Erzählstil an Katharina Hacker, in ihrer Schärfe an den jungen Walser.«

(Ulrike Frick Münchner Merkur )

»Hahns Roman führt Judith und Leonie nicht vor - nicht in ihrem perfektionistischen Wahn, die Fassade der Bürgerlichkeit zu wahren, und nicht in dem Scheitern daran. Und dennoch entlarvt er die Widersprüche, in denen die beiden 30-jährigen Frauen stecken, mit schonungsloser Ironie. Heraus kommt eine Milieustudie, die sich nicht mit Befindlichkeiten abgibt.«

(Claudia Heine Das Parlament )

Kurzbeschreibung

Mustermütter und Karrierefrauen, Eurythmie und Hysterie, Alleinerziehende und Problemkinder, Wohlstand und Verwahrlosung. Was geschieht, wenn man das Leben, das man immer haben wollte, endlich führt? Wenn die Kompromisse in Zwang umschlagen und das Glück sich nicht einstellt? In ihrer literarisch bestechenden Bestandsaufnahme erzählt Anna Katharina Hahn von Frauen, deren Lebensraum zum Käfig geworden ist – und von einem Jungen, der ausbricht.

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58 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Im wahrsten Sinne traurig und öde ist das Leben der Protagonisten, wie es sich uns in dieser Erzählung darbietet.

In einem Mehrfamilienhaus in einer besseren Gegend in Stuttgart lebt Leonie mit ihrem Mann Simon, einem ehrgeizigen Geschäftsmann. Er hat wenig Zeit für sie und ihre beiden kleinen Töchter, die noch im Kindergartenalter sind.
So recht heimisch werden kann Leonie nicht in ihrem Viertel, und ein wenig beneidet sie die Frauen auf dem Spielplatz und auf der Strasse, die Zeit zum Plaudern haben. Doch fühlt sie in sich eine gewisse Ambivalenz, denn sie fände es öde, sich nur dem Haushalt und den Kinder zu widmen.
Gegenüber lebt Judith mit Klaus und den beiden Söhnen Kilian und Uli. Sie hat einst Kunstgeschichte studiert und sich in Ausstellungen umgesehen. Ihre Magisterarbeit hat sie nicht beendet, als ihr langjähriger Jugendfreund Sören eines Tages aus ihrem Leben verschwand. Heute hat sie sich der Anthroposophie zugewandt und ernährt ihre Kinder gesund und nach Maßgabe der anthroposophischen Philosophie. Mit Müsli und Märchen, ohne Fernsehen und abgeschottet vom angeblich verderblichen Alltag bundesrepublikanischer Wirklichkeit gestaltet sie für sich und ihre Söhne ein Leben, in dem alles gut gehen soll. Dazu gehört auch der Professorenehemann, ein Langweiler mit liebevoller Familienfreude. Judith hält das alles nur aus mit Hilfe heimlichen Zigarettenkonsums und den kleinen Psychoaufhellern aus der Apotheke.

Zwischen den beiden benachbarten Familien finden sich kaum Gemeinsamkeiten. Im netten Türkenladen von Nazim an der nächsten Ecke kauft man dagegen persönlich betreut ein. Doch hier stören Jugendgangs und besonders Marco den Frieden.

A. K. Hahn zeichnet die Welt mit allen sozialen Unterschieden von Arm bis Reich, von harmonischem bis zu aggressivem Verhalten zwischen den Menschen. Dass es nur wenige Freuden gibt unter den Bedingungen einer in dieser Art zerrissenen Gesellschaft, in der jeder seinen Platz sucht, ist klar. Die Protagonisten leiden an ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen. Ihre Erwartungen schwanken zwischen dem Wunsch nach Konsum und Enthaltsamkeit, nach Liebe, Zärtlichkeit und dem Wunsch nach einem friedlichen Leben.
Zerrissen werden sie von einer Realität, die niemandem das gewährt, was er sich wünscht. So hetzen und jagen sie durchs Leben und aneinander vorbei, ohne je zufrieden zu sein.
Die Erzählung bietet eine tragische Momentaufnahme aus dem heutigen sozialen Alltag einer Gesellschaft, die keine Ruhe finden kann. Einzig Nazim, der türkische Händler, verkörpert im besten Sinn einen Ruhepol im hektischen Lebensalltag. Doch auch diese Ruhe ist am Ende trügerisch.

Fast wirken die Figuren mit ihren jeweiligen Charakteren wie gefangen in einem unsichtbaren Käfig.
Lakonisch, nüchtern und alltäglich ist die Atmosphäre, mit der A.K.Hahn den Alltag der Familien und ihres Umfeldes einfängt.
Sie beschreibt einen Ist- Zustand. Es gibt keine Anweisungen oder moralischen Mahnungen, wie die Welt zu verbessern wäre. Insofern bietet der Roman im besten Sinne immanente Gesellschaftskritik.
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Einer der besten neueren "Romane", den ich in jüngster Zeit gelesen habe. Für die Empfehlung aus der etwas enttäuschenden Premiere der Literatursendung des ZDF "Die Vorleser" bedanke ich mich. Roman setze ich deshalb in Anführungszeichen, da die Geschichte nicht der klassischen Romanstruktur folgt, sondern eine sehr gelungene Erzählung in Szenen mit Figurenwechsel ist. Von einem literarischem Debüt sollte man hier ebenfalls nicht sprechen - das ist perfekte, reife Prosa.

Die vorgestellte kleine Welt in Stuttgart Mitte erhebt zwar nicht den Anspruch, ein gültiges Bild des Zeitgeistes zu sein - doch wer sich, wie ich, zu der Generation und dem Milieu der Hauptfiguren bekennen muss, wird sich der grausam ehrlichen Beschreibung nicht entziehen können. Nein, man selbst mag sich nicht wieder erkennen oder gar identifizieren, aber haarklein genau so findet man diese Figuren in seinem Umfeld von Freunden und Bekannten. Die vordergründige Teilnahmslosigkeit - gerne auch "lakonisch" genannt - mit der die Autorin die Geschichte erzählt, grenzt inhaltlich schon an bitteren Zynismus. Ich mag mir nicht vorstellen, wie ihre Freunde und Freundinnen auf das Lesen des Buches reagieren, wenn sie es danach noch sind. Ich selbst würde es bei vielen nicht wagen, es zu empfehlen, obwohl ich es wirklich grandios finden.

Doch das wichtigste nach der Lektüre ist letztlich, dass mich die Geschichte aufgewühlt hat und mich doch selbstkritisch fordert, schleichende bedenkliche Entwicklungen in meinem Leben zu korrigieren oder entgegen zu wirken. Nicht einfach - rauchen tue ich ja auch noch. Es gilt, wie das Buch einmal mehr deutlich macht, sich mal wieder an die eigene Nase zu packen: letztlich ist ausser uns niemand verantwortlich für die Lebensumstände, in denen wir uns befinden.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe dieses Buch mit großer Freude gelesen. Frau Hahn ist ein würdiges Mitglied in der Zunft schwäbischer Schriftsteller, wobei mich ihr Stil mehr an Hermann Lenz, Albrecht Goes erinnert als an Peter Härtling. Sicherlich ist es ein Gewinn für den Leser, wenn er Stuttgart kennt und des Schwäbischen mächtig ist. Wann habe ich zum letzten Mal das Wort ,Pfetschakindle' gehört? Das ,Pfetscha' ist das Taufkissen, in dem ein Kind zur Taufe gebracht wird. Mit dem Ausdruck ,Pfetschakindle' bezeichnet man ein Kind das sowohl von der Reifeentwicklung, wie körperlichen Entwicklung etwas zurückgeblieben ist. In dem Buch geht es ums Älterwerden, Alltagsbewältigung. Ich finde überhaupt nicht, dass es sich bei dem Roman um eine reine Kopfgeburt handelt, sondern im Gegenteil zeichnet die Autorin ein großes Talent zu Empathie aus. Wie Frau Hahn es schafft sich in ihre verschiedenen Protagonisten hineinzuversetzen ist gelungen. Am besten gefallen hat mir die Geschichte um das alte Ehepaar. Auch attestiere ich der Erzählerin eine scharfe Beobachtungsgabe und Sprachwitz. Hier reift ein großes Talent heran, und ich kann es kaum erwarten etwas neues von dieser Schriftstellerin zu lesen.
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Exzellent!
Ich habe selten ein Buch gelesen, welches so präzise und intelligent die heutige Alltagsrealität wiedergibt, wie dieses. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von medizinstudentin veröffentlicht
Das beste Buch seit langem.
Für mich war es das beste Buch seit langem. Bin jedoch auch in Stuttgart aufgewachsen und formal in einer ähnlichen Lage, Alter etc. Lesen Sie weiter...
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unterhaltsame Momentaufnahmen
Ich fand das Buch wirklich toll, beschrieben werden die Leben von 4 Menschen, die alle mehr oder weniger in derselben Straße in Stuttgart wohnen und einander kaum oder nur... Lesen Sie weiter...
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Halbe Höhe, langer Weg
Anna Katharina Hahn schreibt von den kürzeren Tagen in der Halbhöhenlage im Stuttgarter Süden. Lesen Sie weiter...
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Ja, ich habe zwei Kinder, bin verheiratet und um die 40 Jahre alt. Und habe in diesem Buch meine Gedanken, meine Gefühle und die Schwierigkeiten meines Alltags wiedergefunden:... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Westedd veröffentlicht
mmmh .... ehrlich gesagt:
Ich habe es nicht zuende gelesen! Wieder eine dieser frustrierten "Ich habe ein Kind und weiß nicht, ob das nun schon alles war" Selbstfindungsgeschichten. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Thomas veröffentlicht
Gute Beschreibungen, langweilige Story
Frau Hahn kann sehr gut beschreiben: einzelne Situationen, Details. Nicht so toll kann sie Geschichten erzählen, Spannung erzeugen, neugierig machen auf das was kommt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Mai 2010 von Wolfgang Lehmann
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