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Peter Kürten, genannt der Vampir von Düsseldorf. Die Andere Bibliothek
 
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Peter Kürten, genannt der Vampir von Düsseldorf. Die Andere Bibliothek [Gebundene Ausgabe]

Elisabeth Lenk , Katharina Kaever
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 348 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Auflage. (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821841567
  • ISBN-13: 978-3821841564
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 594.075 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Die Bestie

F. Sr. In den Jahren 1929/30 sorgt eine Mordserie von beispielloser Bestialität für Aufsehen in der ohnehin krisengeschüttelten Weimarer Republik. Wie in einem Blutrausch sticht der Täter auf sein Opfer ein, und nachweislich in einem Fall trinkt er auch dessen Blut. Die Behörden wissen sich nicht zu helfen, Grossfahndungen schlagen fehl, immer wieder werden die Falschen verhaftet. Als man Peter Kürten dann beinahe zufällig stellt, ergeben die Ermittlungen neun Morde und sieben Mordversuche. Wie ein Mensch zur Bestie wird, welche äusseren Umstände dazu führen können und wie es in der Gedankenwelt eines alerten und durchaus intelligenten Massenmörders aussieht, das alles lässt sich studieren in dieser bereits 1974 erstmals erschienenen und nun wieder greifbaren Dokumentation. Die von den Herausgeberinnen dargebrachten Quellen rekonstruieren den Fall in seiner Genese, von der Tatbestandsaufnahme und der reichlich hilflosen und fehlerhaften Fahndung bis zur Hinrichtung Kürtens durch die Guillotine. Das Herzstück bilden jedoch die Protokolle der psychologischen Untersuchung, die seinen sich schon früh entwickelnden Sadismus, seine schwere geistige Aberration deutlich offenbaren. Dennoch wird diesem offensichtlich psychotischen Mann, der auch Schwäne geköpft und ausgesaugt hat, von den Gutachtern volle Zurechnungsfähigkeit attestiert – und er somit der Todesstrafe überantwortet. Eine politische Entscheidung, um die empörte Öffentlichkeit zu beruhigen? Eine solche Deutung legt Elisabeth Lenk in ihrem Vorwort jedenfalls nahe.

Kurzbeschreibung

'Ein Massenmörder spielt mit einer Stadt. Düsseldorf fiebert! Das Rheinland zittert!' Das waren die Schlagzeilen in der gewittrigen Schwüle des Jahres 1929, im Endstadium der Weimarer Republik. Wie erregt die Stimmung war, geht daraus hervor, daß bei der Polizei nicht weniger als 12.000 Hinweise aus der Bevölkerung eingingen; zweihundert Personen stellten sich freiwillig und gaben sich für den Mörder aus. Als im Mai 1930, mitten in der Wirtschaftskrise, Peter Kürten endlich verhaftet wurde, kam es zu einem der sensationellsten Prozesse der deutschen Kriminalgeschichte. Ein Jahr später wurde Kürten enthauptet. Er hatte einen Mann, vier Frauen und vier Kinder umgebracht. Anhand der Aktenbestände des Düsseldorfer Hauptstaatsarchivs und aus anderen Quellen haben Elisabeth Lenk und Katharina Kaever diesen Fall minutiös dokumentiert, angefangen mit der Kampagne der Medien, über Fahndung, Ergreifung und Geständnis bis zum Prozeß und zur Hinrichtung. Denkwürdig sind aber vor allem Kürtens Selbstdarstellung und die Versuche der Gutachter, sein Verhalten aufzuklären. Über die Grenze, an die sie dabei stießen, sagen die Autorinnen: 'Das Rasen des Einen gegen Alle wird keine Gesellschaft dulden und kein System aufheben. Kürten war ein solcher Einzelner.' Dem ist heute, sechzig Jahre später, angesichts der täglichen Berichte über Serienmörder, nichts hinzuzufügen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Leider gibt es nur sehr wenige Bücher über Peter Kürten, der auch bekannt geworden ist als "Der Vampir von Düsseldorf". Dennoch hat der Leser es bei dem hier vorliegenden Buch mit einer unglaublich intensiven, zum Teil erschreckenden Dokumentation über den wohl grausamsten Mörder in Deutschland zu tun, die man am liebsten in einem Atemzug lesen möchte.

Das Buch beginnt mit einer Abbildung von Peter Kürten, der seine "Karierre" nur wenige Jahre nach Haarmann und Denke begann und dem neun Menschen zum Opfer fielen. Das Buch endet mit genau der selben Abbildung des psychopathischen, teils monströs, teils sehr verzweifelt wirkenden Menschen. Zwischen diesen beiden Bildern befinden sich 350 Seiten, die furchtbarer sind als Ellis' "American Psycho" und tiefgehender als Harris' "Schweigen der Lämmer". Die beiden Autorinnen verzichten auf psychologische Interpretationen ihrerseits oder auf reißerische, bluttriefende Schilderungen von Kürtens Taten. Erschreckend nüchtern erfahren wir aus Dokumenten der damaligen Zeit von Kürtens blutigem Werk, alles, was der Leser über ihn erfährt, lernt er aus Fahndungsberichten, ärztlichen Mitschriften, Zeugenaussagen oder Gefängnisprotokollen.

Im interessantesten und zum Glück umfangreichsten Abschnitt dieses Buches kommt der Mörder selbst zu Wort, denn hier stößt der Leser auf die damals mitgeschriebenen Gespräche, die Kürten nach seiner Verhaftung mit zuständigen Polizeibeamten führte. Er selbst versucht, sein Verhalten zu erklären, er erzählt von seiner Kindheit, seinen Phantasien in den Arrestzellen unzähliger Gefängnisse, von seinen Träumen und seiner Sucht nach Rache an seinen Peinigern.

"Peter Kürten, genannt der Vampir von Düsseldorf" ist nicht nur ein aufwühlendes Zeitdokument und keine reißerische Abschrift über einen brutalen Serienkiller, es ist viel mehr eine hervorragend gelungene Studie eines kranken, verwirrten Geistes und der grausamen Folgen dieser Erkrankung.

Eigentlich hätte dieses Buch mehr als nur fünf Sterne verdient, denn es ist mehr als empfehlenswert. Auch Nichtinteressierte sollten unbedingt einen Blick riskieren ...

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eines der besten Bücher zum Thema "Serienkiller" überhaupt. Wer die reißerischen Formulierungen von Olshaker & Co. satt hat sollte dringend zugreifen. Die Originaldokumente wurden trefflich selektiert und insbesondere der Teil in dem Kürten selbst "zu Wort kommt" ist für psychologisch interessierte Menschen überaus interessant. Die an einigen Ecken aufblitzenden Zeitzeugnisse der heraufziehenden Nazizeit und einige wenige Bilder runden das Buch gekonnt ab. Trocken wird es nie und auch für den eher voyeuristisch interessierten Leser enthüllt das Buch zudem noch immer genug grausige Details um einfach nur durch das schauderhafte Geschehen und die "Stimme des Killers" zu faszinieren.

Mich persönlich hat beeindruckt, dass mir das Buch einen Zugang zum Menschen Kürten verschafft hat, der es mir ermöglichte, auch für der vermeintlichen Bestie Mitleid zu empfinden. Wie viele Serienmörder, so war auch Kürten Täter und Opfer zugleich.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Biographiensammler TOP 500 REZENSENT
Durch Zufall stieß ich auf dieses Buch, da ich es aufgrund der mir vertrauten Aufmachung in die Hand nahm, in dieser Reihe des Verlages habe ich schon einige lesenswerte Bücher gefunden.

Zunächst war ich etwas enttäuscht, keine Biographie des als "Vampir von Düsseldorf" bekannten Serienmörders in den Händen zu haben, aber mit jeder Seite die ich in diesem Buch vertiefte, wich die Enttäuschung, denn diese Zusammenstellung von Originaldokumenten ist wirklich beeindrucken und vermutlich viel ausdrucksvoller als jede Biographie es sein kann. Die polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Vernehmungsprotokolle Kürtens , seine ausführlichen Aussagen über die Ausführung seine Taten und deren Hintergründe in den Gesprächen mit den Psychologen und die schriftlichen psychologischen Gutachten über Kürten, lassen den Leser tief in die Welt des Serienmörders hinab gleiten und fesseln den Leser häufig mehr als so mancher Krimi. Aber die gesamten zusammengestellten Dokumente, ob Zeugenvernehmungen, zeitgenössische Zeitungsartikel oder die Befragungen Kürtens selbst sind allesamt hochinteressant und ermöglichen es dem Leser sich nicht nur ein Bild des Mörders, sondern auch des Schreckens die seine Taten in der Zeit auslösten zu machen. Ob Kürten kurz vor seiner Hinrichtung wirklich seine Taten aufrichte bereute, wie es die abgedruckten Briefe aus den letzten Stunden vor der Hinrichtung widerspiegeln, bleibt allerdings offen.

Ein sehr zu empfehlendes Buch.
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