Wenn der Titel einer Monografie in den Hintergrund tritt und das Werk in erster Linie mit dem Namen seines Verfassers identifiziert wird, dann muss es sich um eine Veröffentlichung handeln, der eine besondere Wertschätzung zukommt. So verhält es sich bei "dem Lepke", der in Bezug auf die "Kündigung bei Krankheit" eine besondere Stellung innerhalb der einschlägigen Fachliteratur eingenommen hat. Mit Fug und Recht lässt sich sagen, dass es sich bei diesem Buch um eine einzigartige Darstellung handelt, denn ein vergleichbares Werk ist auf dem - sonst so reichhaltig bestückten - Büchermarkt nicht vorhanden. Vermutlich wird dies darauf zurückzuführen sein, dass es anderen Autoren kaum möglich erscheint, eine in Qualität und Quantität ähnliche (oder gar bessere) Gesamtdarstellung herauszugeben.
Wie dem auch sei: Sowohl die betriebliche Praxis als auch die Arbeitsgerichtsbarkeit werden die nun vorliegende Neuauflage dankbar begrüßen, zumal das Handbuch nicht nur überarbeitet, sondern auch wesentlich (um 100 Seiten) erweitert worden ist. Unter Berücksichtigung der einschlägigen Fachliteratur gibt der Verfasser einen umfassenden Überblick über die umfangreich vorhandene und kaum noch überschaubare Rechtsprechung, wobei die Judikate des Bundesarbeitsgerichts und der Instanzgerichte erschöpfend ausgewertet worden sind. Wenn man berücksichtigt, wie hoch der Arbeits- und Zeitaufwand sein muss, der allein mit der Sichtung und Auswertung der - in mehr als 4.400 (!) Fußnoten nachgewiesenen - Quellen verbunden ist, dann ist der Ertrag dieser Bemühungen nicht nur beeindruckend, sondern er verdient auch höchsten Respekt.
Wer sich an dem Buchtitel orientiert, wird davon ausgehen, dass sich das Handbuch mit den rechtlichen Aspekten einer krankheitsbedingten Kündigung und mit den kündigungsrelevanten Gesichtspunkten von Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit einer Arbeitsunfähigkeit befasst. Dies trifft zwar zu, doch werden darüber hinaus auch weitere (übrigens auch medizinische) Themenkomplexe behandelt, die insbesondere aus der Sicht des Entgeltfortzahlungsrechts von Bedeutung sind. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die instruktiven Ausführungen zum Krankheitsbegriff, zu den Anzeige- und Nachweispflichten, zur Bedeutung einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und zum Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts bei einer Kündigung aus Anlass der Arbeitsunfähigkeit.
Eine zusammenfassende Bewertung fällt nicht schwer: Bei dem hier besprochenen Handbuch handelt es sich um ein Werk mit beachtlichem Informationswert, das gute Dienste leistet, wenn es darum geht, Probleme einer krankheitsbedingten Kündigung zu beurteilen. Wer sich mit dieser Thematik - auch unter dem Gesichtspunkt der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall - zu befassen hat und kompetente Problemlösungen sucht, wird mit "dem Lepke" mehr als zufrieden sein und eine Anschaffung des Buchs keinesfalls bereuen.