Es ist Sommer in der Stadt. Köln schwitzt und die Mitarbeiter der Gerichtsmedizin bekommen zu hohen Temperaturen und Umbaustress noch einen neuen Chef als Sahnehäubchen obendrauf. Da dieser eher den wirtschaftlichen Aspekten ihres Metiers zugetan ist, werden umgehend die überzähligen Kühlfächer an Bestatter vermietet und auch sonst dreht es sich alles bei dem "Sparschwein", wie er genannt wird, nur um Zahlen. Dr. Martin Gänsewein und sein Anhängsel Pascha, der nervige Geist eines ehemaligen Autoknackers, haben es nun nicht nur mit dem ständigen Kommen und Gehen fremder Leute in ihren sonst ruhigen Räumen zu tun, es verschwinden auch plötzlich Leichen. Und da an diesen Leichen etwas nicht stimmt, befürchtet Martin das Schlimmste, doch er wird bei seinen Ermittlungen massiv vom neuen Chef ausgebremst. Wieder einmal liegt es an dem zurzeit schwer verliebten Pascha, sich um die Nachforschungen zu kümmern, während Martin mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat...
Es ist nun schon der dritte Fall für das ungewöhnliche Gespann Martin und Pascha und ich hatte mich sehr auf die beiden gefreut. Dass ich nicht enttäuscht werden würde, stand schon nach den ersten beiden Seiten fest.
Die Dialoge zwischen den beiden völlig unterschiedlichen Charakteren sind einfach nur köstlich und Freunde schwarzen Humors kommen hier voll auf ihre Kosten.
Ein Schwerpunkt in diesem Buch liegt auf der Arbeit in der Gerichtsmedizin und so klärt Pascha, der inzwischen schon fast zum Experten für die Arbeit am Obduktionstisch geworden ist, den Leser über einige blutige Details auf. Aufgrund seiner etwas prolligen Ausdrucksweise wird das sehr amüsant. Doch das Buch hat natürlich nicht nur lustige Seiten - nein, es wird ernst und auch ein wenig traurig, wenn der verliebte Pascha versucht, seine Angebetete auf sich aufmerksam zu machen. Für Spannung hat Jutta Profijt dann nebenbei auch noch gesorgt, denn natürlich will man unbedingt wissen, was es mit den verschwundenen Leichen auf sich hat und wem Martin und Pascha in ihrem Umfeld denn überhaupt noch trauen können.
Für mich war das Buch wieder mal ein einziges Lesevergnügen und ich überlege schon, ob man die Autorin irgendwie bestechen könnte, damit sie sich beim Schreiben des nächsten Bandes etwas beeilt...
Mein Fazit: Wer schräge Charaktere liebt, schwarzen Humor mag und an Geister glaubt, die mit Gerichtsmedizinern befreundet sind, der sollte sofort zugreifen, wenn er im Buchladen ein Cover mit einer wunderschönen "Röntgenhand" sieht. (Allerdings sollte er sich schon umsehen, ob er sich nicht in der Abteilung für medizinische Fachbücher befindet...)