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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolut spitze!, 21. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Küche totalitär. Das Kochbuch des Sozialismus (Gebundene Ausgabe)
Kochbuch? Diese Bezeichnung trifft zwar insofern zu, als das Buch der Kaminers eine ganze Reihe Rezepte aus unterschiedlichen früheren Sowjetrepubliken und Regionen der Sowjetunion enthält, aber es umfasst viel mehr: Zu jeder der dargestellten Regionen gibt es eine kurze, amüsante und trotzdem sehr informative Einführung und zudem eine Anekdote von Land und Leuten. Kaminer, in Russland aufgewachsen und 1990 nach Deutschland emigriert, besitzt enormes Talent zur Satire und entfaltet es in diesem Buch ganz großartig, wenn er seine alte und seine neue Heimat treffend und doch immer liebevoll karikiert. Ob es nun um den weißrussischen, heimwehkranken Rotarmisten geht, der sich das weißrussische Nationalgemüse Kartoffel mithilfe von Vaseline auf einem Bügeleisen brät, um die Eigenheiten einer ukrainischen Hochzeit oder gewisse Probleme eines DDR-Gaststudenten mit der überschwänglichen georgischen Gastfreundschaft: Man kommt kaum aus dem Lachen heraus, und dieses Lachen entspringt nicht einem Gefühl der Überlegenheit, sondern der Sympathie, die Kaminer zu erzeugen vermag. Auf witzigere Weise kann man sich nicht über das seltsame Gebilde Sowjetunion informieren! Die Rezepte sind gut ausgewählt und problemlos nachzukochen, nur gelegentlich tauchen etwas schwierige zu beschaffende Zutaten auf, die zu organisieren sich aber lohnt. Also hat das Buch auch als Kochbuch seinen Wert. Allerdings fehlt ein Rezeptregister. Ich kann das Buch bestens empfehlen, und zwar nicht nur für Russlandfans und "Ostalgiker"!
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Ja so sind sie wirklich..., 15. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Küche totalitär. Das Kochbuch des Sozialismus (Gebundene Ausgabe)
...unsere lieben russischen Mitbürger in Berlin. Ich konnte es ja kaum glauben, als ich zum ersten Mal Kaminers unterhaltsame Stories gelesen habe. Dieses völlig liebenswertes Chaos. Und schon habe ich auch eine Russin geheiratet, und was soll ich sagen, jetzt habe ich das alles jeden Tag zu Hause, insbesondere wenn meine Schwiegermutter zu Gast ist. Als angeheirateter Russisch-Berliner erkennt man dann auch sofort die kleinen Verweise wie das mittlerweile geschlossene oder besser umgezogene Restaurant Astoria, oder auch die von anderen angeheirateten Deutsch-Russen betriebenen Restaurants. Insofern liest sich das alles toll. Es ist nicht nur lustig und unterhaltsam, sondern auch sehr wahr. Etwas warnen muss ich allerdings vor der im Buch beschriebenen Küche. Ich hoffe, meine Schwiegermutter liest das jetzt nicht, aber so richtig klasse schmeckt die russische (oder besser sowjetische) Küche nur dann, wenn man mit dem Geschmack die verlorene oder zumindest ferne Heimat verbindet. Dann kann das Essen auch ohne Gewürze, mit viel Teig und Zucker und manchmal auch Schmand ein euphorisches Gefühl auslösen. Ich persönlich liebe aber immerhin den Borschtsch, der löst bei mir inzwischen auch schon Heimatgefühle aus (Danke, Schwiegermammi). Zumindest für mich sind die im Buch enthaltenen Rezepte daher nicht immer eine Aufforderung zum Nachkochen. Aber irgendwie gehört das auch zu Wahrheit über meine (Fast-) Landsleute. So kocht halt meine Schwiegermutter. Meine Frau kocht übrigens nicht. Und ich koche dann doch lieber westeuropäisch oder "pazifisch", oder wenigstens mit anderen Kräutern außer der hier oft verwendeten Petersilie. Aber ehe jetzt das wilde Chaos völlig um sich greift, hier endlich die Beschreibung des Buches. Jedem wichtige Teilstaat der ehemaligen Sowjetunion ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Es beginnt mit einer kurzen Geschichte, in der das jeweilige Land, seine damalige Rolle in der UDSSR, seine heutigen oder ehemaligen Bewohner oder seine Küche eine Rolle spielen. Danach gibt es dann ca. fünf Rezepte zum Nachkochen. Die Rezpete reichen von frugal europäisch bis tatarisch scharf. "Fisch mit Moosbeeren und Honig" hört sich sehr lecker an. Der Tiefpunkt ist allerdings "Gefüllte Eier mit Sprotten". Abgeschlossen wird das ganze dann durch drei kurze Aufsätze zu den drei Kernthemen der russischen Küche: Kaviar, Wodka und Muttis Küche. Das alles liest sich schnell, unterhaltsam und macht Lust auf ein gutes Bier mit Freunden.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Lektüre für robuste Mägen, 21. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Küche totalitär. Das Kochbuch des Sozialismus (Gebundene Ausgabe)
Mit „Küche totalitär“ stellt Wladimir Kaminer einmal mehr unter Beweis, dass sein Humor sehr vielschichtig ist. Aber nicht nur sein Humor, sondern auch die Essgewohnheiten, die in seiner alten Heimat herrschen. Gemeinsam mit seiner Frau Olga, begleitet Kaminer den Leser auf einer Reise durch die ehemalige Sowjetunion. Unterwegs gibt es viel zu lernen über Land und Leute – aber eben auch über die dortige Küche. Die Rezepte, die von den Kaminers vorgestellt werden, sind ebenso abwechslungsreich wie herzhaft, süß und hochprozentig. Von scharfen Suppen bis zum kalorienreichen Dessert ist alles dabei, was der kulinarischen Sammlung eines Kochfans gerade noch gefehlt hat. Aber „Küche totalitär“ ist nicht einfach nur ein Kochbuch. Was wäre Wladimir Kaminer, wenn er nicht auch über geschichtliche Hintergründe und Entwicklungen der politischen Gegebenheiten philosophieren würde. So erfährt der Leser einerseits, was und wie zum Beispiel in Sibirien und Usbekistan gegessen wird, aber auch, welche typischen Eigenschaften den Menschen dort ausmachen. Auch in gemeinsamer Arbeit überzeugen Wladimir und Olga Kaminer. Dies ist ein Kochbuch der besonderen Art – geeignet für robuste Mägen!
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