Bella Italia - wer denkt da nicht sofort an Pizza, Pasta und Risotto? Aber die italienische Küche hat wesentlich mehr zu bieten: Reis, Bohnen, Polenta und Stockfisch zum Beispiel sind die Hauptelemente der venezianischen Küche. Aus wenigen vorwiegend schlichten Zutaten entstehen hier einfallsreiche Gerichte, die sehr abwechslungsreich und köstlich sind.
Venedig entwickelte sich zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Handelszentren, in dem wertvolle Güter aus aller Welt gelagert und dann weiterverkauft wurden. Die kulturellen Einflüsse aus fernen Ländern machen sich noch heute bemerkbar. In der Region rund um die Stadt ist über die Jahrhunderte eine Kochtradition entstanden, die von vielen unterschiedlichen Kulturen geprägt ist. In seinem Kochbuch "Die Küche Venedigs & des Veneto" hat Gregor Schaefer viele dieser traditionsreichen Rezepte gesammelt, zusammengestellt und liefert zusätzlich Wissenswertes über Land und Leute.
Wie im restlichen Italien beginnt ein venezianisches Essen mit "Antipasti" verschiedenster Art, so zum Beispiel Crostini und Tramezzini - Brothappen mit phantasievollen Belägen. Es folgt der erste Gang, im Italienischen "Primi" genannt. Er besteht im Veneto meist aus Risotto oder Gnocchi.
Im zweiten Gang fällt die Wahl auf Fisch oder Fleisch. Stockfisch und Aal in allen erdenklichen Variationen sind genauso beliebt wie gefülltes Hähnchen oder Täubchen am Spieß. Natürlich dürfen die "Beilagen" dazu nicht fehlen. Als wichtigste gilt die Polenta, eine Masse aus Maisgrieß, die für die venezianische Küche typisch ist. Aber auch Kartoffeln nach venezianischer Art, Gemüseragout oder marinierter Fenchel gelten als echte Leckerbissen. Zum Abschluss gibt es "Dolci", italienische Süßspeisen wie Mandelkuchen, süße Maisbrötchen oder Kürbis in Milch, die zum Genießen einladen.
"Die Küche Venedigs & des Veneto" hält viele für uns zunächst einmal ungewöhnlich anmutende Rezepte bereit. Viele der dort üblichen Zutaten werden in der deutschen Küche eher selten gebraucht. Vor allem Fischliebhaber dürften jedoch einige kulinarische Köstlichkeiten entdecken.
Das ausgefallene Kochbuch beginnt mit einer Einleitung, die den Leser kurz mit der Kultur, den typischen Produkten und Essgewohnheiten der Region vertraut macht. Die Rezepte, für vier Personen berechnet, sind übersichtlich dargestellt und leicht verständlich. Einige sind mit Erfahrungsberichten des Autors versehen, der nützliche Tipps zur Zubereitung gibt und Variationsmöglichkeiten vorschlägt.
Die Bilder stammen von Klaus Arras, der sowohl appetitanregende Food-Fotos als auch stimmungsvolle Venedig-Impressionen zu dem Buch beigesteuert hat. Schade ist nur, dass es nicht zu jedem Rezept eine Abbildung gibt, die vor allem bei unbekannten Kreationen durchaus angebracht gewesen wäre. Dafür kommt als Zugabe ein Polentaspatel aus Holz dazu, der auf dem Einband befestigt ist.
"Die Küche Venedigs & des Veneto" hat Spannendes zu bieten und ist für Hobbyköche und Fischliebhaber genau das Richtige: Ein schönes, stilvoll bebildertes Kochbuch, das das Italien der Genießer und Feinschmecker nach Hause holt - buon apetito!