Selbst unter den aufgeklärten Geistern hat es sich herumgesprochen, dass die Körpersprache unsere Wahrnehmung weit mehr beeinflusst als das gesprochene Wort. Rhetorikkurse sind allerdings noch immer beliebter als Trainings für Körpersprache. Das mag auch daran liegen, dass Fortschritte beim Reden schneller erreichbar sind. Und schon sind wie beim einzige Schwachpunkt dieses Buches. Die eigene Körpersprache lässt sich nicht so einfach verändern, indem man einen Ratgeber liest und einige der vorgeschlagenen Übungen macht. Der Körper widerspiegelt die eigene Psyche, das Unbewusste. Weil dem so ist, achten wir auch mehr auf diese Signale. Die Experimente, bei der die Versuchsteilnehmer Reden Ronald Reagens allein aufgrund der Körpersprache auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen mussten, gingen beim Fachpublikum um die Welt. Körpersprache hat ein geringes Veränderungspotenzial. Also was tun? Solchen Ratgebern die Sterne verweigern? Resignieren und aufgeben? Alle Veränderungswilligen in die Therapie schicken? So tun, also ob uns die Alltagserfahrungen trügt?
Ich weiss auch nicht, was das Beste ist. Aber ich weiss, dass dieses Buch zu den besten gehört, wenn man an diese Form der Bewusstmachung und des Trainings glaubt. Denn Verhaltenspsychologen behaupten ja nicht, dass die eigenen Geschichten völlig unveränderbar sind. Die Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist sind vielfältiger als die Veränderungskritiker meinen. Man kann das eigene Skript in den Details umschreiben. Das lohnt sich allemal. Wie das gehen könnte, zeigt und Cornelia Topf in Wort und Bild, leicht lesbar, grafisch schön dargeboten und mit vielen Übungen. Es richtet sich, der Titel sagt es bereits, an Frauen. Weniger an freche, sondern an diejenigen, die frecher werden wollen.