...auch dieses buch wurde mir von einer meiner patientinnen (ich bin psychotherapeut) zum reinschauen überreicht -was ich denn dazu meinen würde...
im grunde wird hier viel zu vieles angerissen und am ende doch nichtssagend stehen gelassen (und was genau heißt das jetzt für mich = ???), bzw. geht es geht ganz nach den goethe-worten zu: "wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" (lesen sie doch mal selber nach, was der direktor im vorspiel zu faust im anschluss an das gerade zitierte sagt...)
woran sehe ich definitiv, dass mich mein partner/meine partnerin auch wirklich liebt? das ist DIE zentrale frage, die durch das buch beantwortet werden soll (zumindest lt. der buchrückseite). nun, wer sich frau matschnigs büchlein durchblättert, der kennt auch hier schnell die antwort der "marke" matschnig: die körpersprache soll es richten (denn da will sie deutschlands beste sein) -aber ist das der weisheit letzter schluss?
wenn ich z.b. das cover sehe (ein bild, auf dem sich zwei hände berühren), dann möchte ich sofort wissen, welche gesten (noch) in einer partnerschaft ausdruck von liebe sind. doch was habe ich davon? im grunde kann ich da auch mich selber achtsam mit meiner frau beim stadtbummel wahrnehmen -dabei kann ich (und zwar gratis!) bemerken, welche "aufmerksamkeiten" mein gefühl positiv ansprechen. das ding ist aber doch: die gesten sind eben nur der ausdruck von etwas dahinter stehendem, umgekehrt funktioniert es nicht: bloßes gesten zeigen führt eben nicht zu liebe! viel interessanter wäre es doch, günstige einstellungen für eine glückliche partnerschaft näher zu beleuchten...
ordentliche wissenschaftlichkeit sucht man auch in diesem buch von ihr wieder vergeblich: peter lovetts studienergebnisse, nur um ein beispiel zu nennen, sind total falsch dargestellt worden. dem fachwissenschaftlich unbedarften leser (dem die original-studien i.d.r. nur schwer zugänglich sind und der sie auch nicht ohne weiteres "lesen" kann) werden hier grobe unrichtigkeiten vermittelt -und das ist wirklich nicht fein. man erwartet doch schließlich von einer studierten psychologin, dass sie die fachartikel ihrer kollegen versteht -besonders, wenn sie diese für eine "publikation" verwendet.
eine frage, die mir durch den kopf gegangen ist, nachdem ich mich über frau matschnig weitergehend informiert habe, lautet: ist davon auszugehen, dass industrieunternehmen, welche frau matschnig anheuern, und das sind -zumindest lt. ihrer webseite- doch einige, ganz großen stuss von ihr aufgetischt kriegen, wenn sie dort das erzählt, was sie in ihren büchern zum besten gibt? nach diesem buch geurteilt, könnte man die antwort mit einer klaren kopfbewegung geben, die nicht viel deutung zulässt. aber wen wundert's, der sich die kommunikationsstrukturen in diesen unternehmen mal näher anschaut...