Das Buch ist mir vor einigen Wochen gleichsam in die Hände gefallen; ich habe begonnen und konnte nicht mehr davon lassen. Rachel Pollack verknüpft gekonnt die Forschungsergebnisse mehrerer Jahrzehnte und beweist anhand uralter Quellen einmal mehr: die einstige Existenz einer matrifokalen Gesellschaft ist nicht das Wunschdenken von überspannten Feministinnen, sondern ist sowohl durch mythische Quellen, als auch durch historische Beweise belegbar. Zudem entwirft sie eine philosophische Sichtweise der Gegenwart (angelehnt an die Gaia-Theorie), die einen neuen Blickwinkel (auch für die Zukunft) bietet. Ich habe die Intuition und Weisheit der Autorin genossen, man muß sich aber darauf vorbereiten, daß man Zeit für die Verarbeitung unzähliger Informationen braucht, und sich stellenweise durch einige Wiederholungen arbeiten muß - die dem Verständnis aber sehr dienlich sind. Ich empfehle das Buch vor allem Frauen, die auf der Suche nach geschichtlichen Hintergründen zum Thema Mythologie oder Religion sind, Künstlerinnen und archäologisch interessierten Frauen. Auch Frauen, die mit dem weiblichen Körper zu tun haben, oder mit den Folgen des Verlusts des weiblichen Selbstverständnisses. Alles in allem eine Synthese und Weiterentwicklung bekannter Fakten.