Es sei eine Geschichte gewesen, die ihn für Jahre nicht mehr losgelassen habe, so der Schriftsteller Reinhard Kaiser in der Rückschau auf jenen Mai 1991, als er auf einer Auktion einen unscheinbaren, mit Briefen gefüllten Karton ersteigerte. In seinem Buch "Königskinder" werden dank diese Glücksgriffs vor dem Auge des Lesers die ergreifenden Schicksale zweier Liebender lebendig. Es erzählt die Geschichte einer im doppelten Sinne "wahren Liebe" - die zwischen dem Deutschen Rudolf Kaufmann und der Schwedin Ingeborg Magnusson, die sich 1935 in Bologna kennen und lieben lernen. Nach wunderbaren Wochen in Italien sehen sich die beiden nur noch zwei Mal - danach durchkreuzen die Nationalsozialisten die Zukunftspläne des Liebespaares. Rudolf Kaufmann, der Geologe aus dem Fränkischen, nämlich ist jüdischer Abstammung. Es ist die Mischung zwischen den überaus poetischen Briefen und den einfühlsamen Erläuterungen des Autors, der die beiden tragischen Lebenswege akribisch rekonstruierte, die das Buch zu einem ungemein ausdrucksstarken Werk machen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)