Pressestimmen
»Es gibt keinen detaillierteren und kompetenteren Reiseführer.« (Salzburger Woche)
Kurzbeschreibung
Eine Reise in die russische Exklave ist eine Begegnung mit dem deutschen Königsberg und dem sowjetischen Kalingrad. Die umgebenen Landschaften, unter anderem die Kurische Nehrung und die Bersteinküste, sind ebenso einen Besuch wert.
Der Reiseführer erläutert alle Sehenswürdigkeiten und gibt viele praktische Tipps.
Der Reiseführer erläutert alle Sehenswürdigkeiten und gibt viele praktische Tipps.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
VORWORT Das kleine Gebiet zwischen Ostsee, Polen und Litauen ist in jeder Hinsicht ein ungewöhnliches Land: bezüglich seiner Geschichte, seiner gegenwärtigen Verfaßtheit und auch seiner Zukunft. Die ›Kaliningradskaja Oblast'‹, wie der offizielle Name der Region lautet – auf deutsch auch ›Kaliningrader Gebiet‹ oder nördliches Ostpreußen genannt –, war von 1945 bis 1991 ein streng bewachtes militärisches Sperrgebiet innerhalb der Sowjetunion und ist im Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts zu einer staatspolitischen Merkwürdigkeit ersten Ranges geworden. Die Kaliningradskaja Oblast' ist eine Exklave und eine ungewöhnliche dazu. Zum einen umfaßt dieser Teil des alten Ostpreußen, der 1945 der Sowjetunion zugesprochen wurde, ein verhältnismäßig großes Terrain; mit rund 15.000 Quadratkilometern hat es in etwa die Ausmaße von Schleswig-Holstein. Zum anderen wurde vor 60 Jahren die Bevölkerung des Gebiets nahezu vollständig durch eine andere ersetzt. Schließlich wurde das Gebiet erst in jüngster Zeit zur Exklave, als die angrenzende frühere Sowjetrepublik Litauen 1991 ihre Autonomie erhielt und der vormalige Satellitenstaat der Volksrepublik Polen sich zu der in jeder Hinsicht souveränen Republik Polen wandeln durfte. Die Kalingradskaja Oblast' hat zu ihren Anrainern heute Grenzen, die zu den am stärksten bewachten in Europa gehören. Zwar ist es, im Unterschied zur kommunistischen Ära, für die Bewohner des Königsberger Gebietes jederzeit möglich, ohne spezielles Ausreisevisum ihr Gebiet zu verlassen, dafür verlangen aber alle umgebenden Länder ihrerseits teilweise nur sehr schwierig und umständlich zu erhaltende Visa für die ein- und durchreisenden Russen – Transitvisa werden für die Fahrt ins Mutterland von Litauen beispielsweise nicht erteilt, und jeder Russe, der von Kaliningrad nach Moskau fahren will, weiß um die Kompliziertheit, ein normales Einreisevisum zu erhalten. Mit ebenso ungewöhnlich-umständlichen Einreise- und Zollbestimmungen antwortet nun seinerseits die russische Regierung auf das Vorgehen der vormaligen Bruderländer. Offensichtlich schaukeln sich die gegenseitigen Animositäten und die belastete Vergangenheit hoch. Die Entfernung zwischen Kaliningrad und Berlin beträgt nur etwa 600 Kilometer, für viele scheint das Gebiet aber auf einem anderen Stern zu liegen. Vor dem Zerfall der Sowjetunion drangen keinerlei Berichte aus diesem Gebiet nach Westen, seit 1991 herrscht größtenteils Ratlosigkeit vor, wie man mit diesem früheren deutschen Gebiet umgehen soll. Das Wirken des Ritterordens im fernen Ostpreußen hat die Geschichte Mitteleuropas entscheidend bestimmt. Das Königreich Preußen wäre nicht entstanden, auch die Entwicklung Polens sicherlich anders verlaufen. Die Vergangenheit Ostpreußens – wie die Provinz erst in den letzten 150 Jahren ihrer Geschichte hieß –, das in seiner fast 800jährigen Geschichte so oft neuen Herren dienen mußte, in dem so viele unterschiedliche Völker zusammenkamen und zusammenschmolzen, endete vor 60 Jahren in einem katastrophalen Untergang. Das historische Ostpreußen und die Kaliningradskaja Oblast' haben wenig gemein, wenn sich auch Spuren der Geschichte vor 1945 allenthalben finden. Wer heute diesem Land und seinen Bewohnern aufgeschlossen gegenübertritt, lernt eine Region kennen, die für viele unserer Vorfahren jahrhundertelang ebenso Heimat war, wie sie nun schon seit einigen Jahrzehnten Heimat heute für unsere geographisch gar nicht so weit entfernten russischen Nachbarn ist. Abgesehen von politischen und historischen Besonderheiten, bietet der kleine Landstrich zwischen Memel und Frischem Haff Landschaften von so erlesener Schönheit wie kaum ein anderes Gebiet des Ostseeraums. Mögen auch die Architekturdenkmäler des mittleren und nördlichen Ostpreußen weitgehend zerstört sein – die Wunderwelt der Nehrungsdünen, die stille Memelniederung und die sanft atmende Hügellandschaft zwischen Frischem Haff und Rominter Heide bieten genügend Anreize für eine ausführliche Beschäftigung mit diesem einzigartigen Landstrich. Das Gebiet an Memel und Pregel kann gleichermaßen Neugier auf das Unbekannte wie auch Neugier auf Vertrautes, auf die eigene Geschichte aufkeimen lassen. Dieses ›unbekannt Vertraute‹ macht nicht zuletzt den einzigartigen Zauber dieser europäischen Landschaft auf. Lernen wir sie kennen! >>> Detaillierte Informationen und eine Voransicht dieses Reiseführers finden Sie auf www.trescher-verlag.de