*"Ich habe über jeden ein Dossier. Über jeden!"
Oberbürgermeister Dagobert Kroll stopfte Unterlagen in den Aktenkoffer und zeigte grimmig lächelnd seine tadellosen Zähne. Wie zum Zeichen, dass mit ihm nicht zu spaßen war.
Der OB tupfte sich mit dem Taschentuch die Glatze ab.
"Einer von ihnen hatte vor Jahren eine Affäre, die ihn noch heute alles kosten würde, was ihm lieb ist, wenn's rauskommt. Der andere nennt sich Unternehmer, fährt Jaguar, ist aber pleite. Wissen Sie was, Frau Beck? Seine Gattin beantragt Zuschüsse für die Klassenfahrten der Kinder. Ich hab's prüfen lassen. Völlig korrekt, dass die Familie Beihilfe kassiert. Aber nach außen spielt der Mann den großen Max, weil er seinen Geschäftspartnern gegenüber als zahlungsfähig erscheinen muss. Dossiers, meine Liebe. So funktioniert Politik!" ...
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Zum Inhalt: Vor 2 Jahren wurde Max Beckmanns Meisterwerk "Die Nacht" aus der Kunstsammlung in Düsseldorf gestohlen. Einige der vermutlichen Täter sitzen ihre Haftstrafe ab, das Gemälde jedoch ist weiterhin verschwunden.
Doch plötzlich die unerwartete Nachricht: Das Gemälde ist wieder da - das bestohlene Museum hat anscheinend über einen Mittelsmann ein entsprechendes Lösegeld bezahlt. Bedingung beim "Rückkauf" des Kunstwerkes - Einstellung aller Ermittlungen.
"Der Strafanspruch des Staates tritt zurück gegenüber dem Interesse der Öffentlichkeit an der Wiederbeschaffung des Kulturguts."
Dieses trifft verständlicherweise bei den seit Jahren ermittelnden Kriminalbeamten auf wenig Gegenfreude bzw. Verständnis.
Doch plötzlich nimmt der Fall neue Dimensionen an: Der wichtigste Informant in diesem Fall wird brutal ermordet - und die einzige Zeugin des Mordes ist die Tochter des Richters Andermatt, bekannt als "Richter Gnadenlos" und als zukünftiger Innenminister im Gespräch.
Ein weiterer Mord geschieht und die Situation spitzt sich immer mehr zu - Gewalttat folgt auf Gewalttat. Düsseldorf steht zusehends Kopf: Wird die Landeshauptstadt zum Neapel am Rhein?
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Fazit: Wie gewohnt beschreibt der Autor Horst Eckert die Arbeit der Polizei an der Schnittstelle zwischen Recht und Verbrechen, die bei ihm oft als Grauzone erscheint, in der sich seine Figuren zwischen den Anforderungen von Behörde und Öffentlichkeit, den vielfältigen Verlockungen der kriminellen Gegenseite und dem eigenen Streben nach Anerkennung und Gerechtigkeit schicksalhaft verstricken.
Gewohnt spannend, hart und aktionsgeladen - ein echter 'Eckert' eben ...
Sehr fragwürdige und korrupte Kriminalbeamten en masse = Deutsche Wirklichkeit ??
Wie dem auch sei - lesenswert allemal!