"Ich denke einen langen Schlaf zu tun" (Zitat: Wallenstein)
Seit 16 Jahren nun schon tobt der Dreißigjährige Glaubenskrieg durch Deutschland. Die Fronten sind fest gefahren: Nachdem der kaiserliche General Wallenstein fast den gesamten Norden unter katholische Vorherrschaft gebracht hat, sind die einfallenden protestantischen Schweden bis nach Regensburg vorgedrungen.
Zur Zeit hält sich Wallensteins Armee in Böhmen auf und wartet auf neue Befehle und besseres Wetter. Die Soldaten singen ein Loblied auf ihren General, den sie "den Friedländer" nennen, und preisen den gerechten Lohn und die taktische Klugheit ihres Vorgesetzten.
Der katholische Kaiser hingegen erntet nur Spott und Verachtung. Obwohl Wallenstein ihm sein Geld und sein Heer zur Verfügung stellt, zeigt sich der Habsburger undankbar und hält seinen Generalissimus an der kurzen Leine.
Wallenstein fühlt sich vom kaiserlichen Hof verraten, und er erwägt, geheime Verhandlungen mit den protestantischen Schweden zu führen.
Obwohl er damit einen langfristigen Frieden vorbereiten will, sehen Teile des Heeres in der geheimen Botschaft an die Schweden einen Verrat und erheben sich gegen den Heerführer. Als sich im entstehenden Chaos das schwedische Heer bis kurz vor die böhmische Ortschaft Eger vorkämpft, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Friedrich Schiller galt als der Schriftsteller, der den Geist der französischen Revolution in sich aufgesogen hat.
So ist es nicht verwunderlich, dass dem Habsburger Kaiser alle schlechten Tugenden des Adels innewohnen: Ohne Skrupel und Moral nutzt er die Gutgläubigkeit seines Generals aus, um ihn am Ende doch zu verraten.
So ist Schillers Tragödie sicherlich in erster Linie ein historisches Drama, andeutungsweise jedoch auch als revolutionäres Traktat anzusehen.