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Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.428, Fräulein Else Taschenbuch – 1. Mai 2012


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 68 Seiten
  • Verlag: C. Bange Verlag; Auflage: 5. Aufl. (1. Mai 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3804418066
  • ISBN-13: 978-3804418066
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 15 - 19 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 11,5 x 0,8 x 15,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

heiten hin und gibt Antworten auf Fragen, die uns (geben wir's nur zu) beim 'normalem' Lesen gar nicht einfallen würden." -- Frankenpost -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Rezension

Wort und Stimme pur, kein Schnickschnack, keine Spezialeffekte – Senta Bergers Lesung ihrer Lieblingsnovelle von Schnitzler ist ein Meisterstück an Interpretation: ein unwiderstehliches Erleben der bewegten Stunden des Fräulein Else; voller Intensität und Empathie, ganze 85 Minuten!

„Fräulein Else“ erschien 1924 und kann neben „Lieutenant Gustl“ als wegweisend für die Erzähltechnik des Inneren Monologs bezeichnet werden. Alles, was passiert, wird konsequent in der Innensicht einer Person dargestellt. In der Novelle „Fräulein Else“ steigert der Autor Schritt für Schritt Elses inneren Kampf, der zwischen Scham und Aufopferungsbereitschaft schwankt. Der Inhalt in Kürze: Die 19-jährige Else erhält in den Ferien in einem italienischen Kurort einen Brief von ihrer Mutter, der alles ändert. Else soll den Kunsthändler Dorsday, einen Freund der Familie, um Hilfe bitten. Anfangs handelt es sich um 30.000 Gulden, die Elses Vater veruntreut hat. Nur Else kann die Familie vor dem finanziellen und gesellschaftlichen Ruin retten. Dorsday ist einverstanden, unter der Bedingung, sie eine Viertelstunde nackt anschauen zu dürfen. Das Psychodrama nimmt seinen tödlichen Lauf.

„Fräulein Else“ ist ein exemplarisches Werk Arthur Schnitzlers. Der Arzt hat sich früh mit den Schriften Sigmund Freuds auseinander gesetzt und das Unterbewusste (z.B. auch in der „Traumnovelle) dargestellt. Gesellschaftskritisch hat er die Zwänge der bürgerlichen Gesellschaft, vor allem die allgemeine Verunsicherung nach dem Untergang der k. u. k.- Monarchie und dem Ende des 1. Weltkriegs beschrieben.

Wenn Arthur Schnitzler „Fräulein Else“ eindeutig vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der k. u. k.- Gesellschaft positioniert hat, dann beweist Senta Berger, die gebürtige Wienerin, die uneingeschränkte Zeitlosigkeit der Novelle. Verlogene Doppelmoral gibt es heute wie damals, Stimmungsschwankungen zwischen abgehobenen Träumen und Verzweiflung an der Realität, Hin- und Hergerissensein zwischen Aufbegehren und pflichterfüllter Aufopferung sind beileibe nicht an die 20er Jahre des vergangen Jahrhunderts gebunden. Für die Verzweiflung, in die dieser fatale, aussichtslose Kampf führen kann, hat Schnitzler mit dem sprachlichen Mittel des Inneren Monologs einen perfekten Ausdruck gefunden. Und Senta Berger hat mit ihrer Interpretation die entsprechend perfekte Tonlage kreiert. Dabei spielt es keinerlei Rolle, dass man ihrer Stimme anhört, dass sie keine 19 Jahre ist. Was zählt ist ihr unglaubliches Einfühlungsvermögen, das sie mit Disziplin bis zum bitteren Ende durchhält. Senta Berger lebt die überspannte, bürgerliche Tochter mit ihren vagen erotischen Träumen. Sie atmet das Kokettieren mit dem Tod wie mit der Liebe aus. Elses Überforderung durch die für sie zu stark beladenen Eindrücke strömen aus jeder Äußerung, jedem Satz. Sie beherrscht die Töne ihrer Protagonistin bis ins Kleinste. Hinzu kommt die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme, was die anderen Figuren angeht. Senta Berger spricht den Hotelportier genauso überzeugend wie die Tante, Paul so authentisch wie Cissy und kann sogar in die Rolle des Lebemanns Dorsday glaubwürdig schlüpfen. Alles geht ihr virtuos und schnell von der Zunge. Leicht gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 85 Minuten, 2 CDs. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Hendrik Vadersen VINE-PRODUKTTESTER am 19. Februar 2008
Format: Taschenbuch
Wie ist wohl die Innenwelt einer Frau, dachte sich bestimmt Arthur Schnitzler als er Fräulein Else schrieb.
Es ist wirklich faszinierend, wie er diese Erzählung aufbaut, wie er das Innenleben der Protagonistin schildert und wie sie schließlich Aufgrund ihrer doch gefestigten Moral in das Unglück stürzt. Einerseits schwärmt sie von erotischen Abenteuern, aber andererseits nur in ihrer Fantasy. In ihrem selbst beginnt ein Kampf, ob sie ihren Eltern helfen soll, dass sie ein gewisser Dorsday eine Viertelstunde nackt sieht, oder ob sie ihre Eltern ihrem Schicksal überlässt, welche hoch verschuldet sind.
Sie wählt den Ausgang des Lebens und scheidet, wie so viele in der Literatur vor ihr, aus demselbigen.
Man sollte es wirklich mal gelesen haben, denn dass eine ganze Erzählung nur aus der Innenwelt, als innerer Monolog erzählt wird ist sehr selten und hier perfekt umgesetzt.
Vier Sterne sind deswegen wohlverdient!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 27. September 2005
Format: Taschenbuch
Arthur Schnitzlers einst heftig umstrittenes Werk Lieutenant Gustl ist eines jener Bücher, die im Nachhinein, wie jetzt an die 100 Jahre danach, sehr seltene und authentische Einblicke in die Welt von Gestern erlauben. Dem kommt zugute, dass Lieutenant Gustl sich des Monologs bedient und so ist der Buchtitel Programm. Der Leser wird unweigerlich in die Welt des Lieutenant Gustl entführt und man fühlt sich in den Protagonisten hineinversetzt. Rückwirkend bedeutet dies, dass man die damalige Welt eben durch die subjektive Sichtweise des Lieutenant Gustl wahrnimmt. Diese tiefen Einblicke in die Lebensweise und Lebensphilosophie eines jungen Habsburgeroffiziers namens Gustl schildern ungefähr einen Ablauf von 12 Stunden. Dabei durchläuft Gustl einen geistigen und emotionalen Wandel, von Langeweile, über Wut, bis zu Selbstmordgedanken. Doch auch die Wirkung eines „eine Nacht darüber schlafen" kommt in dem Entwicklungsprozess Gustls zum Tragen. Diese Moral von der Geschicht geht jedoch über eine bloße Moralpredigt hinaus, sie verkörpert vielmehr genau jenen Prozess den viele Menschen durchaus schon an sich selbst beobachtet haben.
Kurzum: Lieutenant Gustl ist ein Monolog der den Rahmen einer Schilderung von Gedanken sprengt und gleichzeitig einen deutlich erkennbaren Entwicklungsprozess im Verlauf von 12 Stunden zeigt. Erwähnenswert ist hierbei auch noch, dass die sprachliche Gestaltung des Werkes sich durchaus noch an die der Originalausgabe hält (Also nicht wegen der Schreibweise wundern).
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Swen Piper am 5. Juli 2009
Format: Audio CD
Else, 19 Jahre voller Lebenslust und Naivität verbringt unbeschwerte Ferien in den Bergen. Fragen wie "wer wird mir heute den Hof machen" und "wie werde ich darauf reagieren" oder "welches Kleid trage ich zum Dinner", bestimmen ihre Gedankenwelt. Das ändert sich schlagartig als Else eine Depesche ihrer Mutter erhält. Ihr Vater hat mal wieder, um seiner Spielsucht nachzugehen Gelder veruntreut, es droht der Bankrott und ein gesellschaftlicher Skandal, nur Else könne die Familie noch retten, wenn sie es schaffe von Dorsday einem Freund der Familie die veruntreute Summe zu beschaffen. Dorsay ist bereit zu zahlen, stellt aber unmoralische Bedingungen. Elsa gerät in einen Gewissenskonflikt aus dem sie nur noch einen Ausweg sieht.... .

Schnitzlers Novelle gibt einen herrlichen Einblick in die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts mit all ihrer Scheinheiligkeit, Prüderie und Verlogenheit, wie ich sie bisher nur bei Heinrich Manns "Der Untertan" und bei Theodor Fontane gefunden habe. Das oft strapazierte Wort des "inneren Monologs" dem sich Schnitzler hier bediene, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Else führt nicht nur einen Monolog mit sich, sondern einen Dialog. Sie diskutiert mit sich, wägt das Für und Wider gegeneinander gab, stellt sich und ihre Meinung in Frage. Wunderbar (teilweise im Wiener Dialekt) in Szene gesetzt von Senta Berger.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Brond am 9. Januar 2007
Format: Taschenbuch
Eine junge Frau soll einen Bekannten um Geld anpumpen, um den eigenen Vater vor dem Zuchthaus zu bewahren.

Die Ausgangssituation der Geschichte birgt unheimlichen Stoff. Der Bekannte leiht ihr das Geld - aber nicht ohne Gegenleistung!

Else weiß um die Brisanz ihrer Situation und es folgt ein knapp 80-seitiger innerer Monolog voller Zerissenheit. Denn ganz im klassischen Sinne macht sich die Protagonistin auf jeden Fall schuldig, entweder sie rettet ihren Vater, oder sie verkauft ihren Körper an einen wollüstigen älteren Herrn.

Der innere Monolog, den Schnitzler als Erzählsituation wählt, wird während des ganzen Werkes nicht langweilig, der Leser sieht sich in die Hauptperson hineinversetzt.

Die tragische Entwicklung Elses ist abwechselungsreich und nachvollziehbar. Darüber hinaus fasziniert die ideenreiche und eindrucksvoll geschilderte innere Verfassung Elses.

Alles in allem ist das Buch ist sehr lesenswert!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 26. Dezember 2005
Format: Taschenbuch
Fräulein Else ist nach Lieutenant Gustl Arthur Schnitzlers zweiter innerer Monolog. Doch Schnitzler beschränkt sich dabei aber nicht auf bloße Gedanken und eine Schilderung aus der Sicht seiner Protagonistin, sondern er gewährt dem Leser weit tiefere Einblicke in die Psyche seiner tragischen Heldin. Im Gegensatz zu Lieutenant Gustl ist Fräulein Else jedoch einige Jahre später entstanden und besticht dabei durch einen noch feineren Stil. Was diesen Monolog jedoch so einzigartig macht ist die Wirkung die er entfaltet, nämlich dass der Titel Programm ist, man liest nicht bloß von der Protagonistin, man liest durch sie. Es ist als wäre man vollkommen in die Protagonistin hineinversetzt.
Die Handlung beginnt beim Fräulein Else, einem ungefähr 19jährigen Mädchen aus gutem Hause, dem es zunächst an nichts fehlt. Der zunächst sorgenlose Urlaub wird gestört als Else ein Telegramm aus Wien erhält, in welchem ihre Mutter sie bittet, einen alten Freund der Familie um finanziellen Beistand zu bitten. Elses Vater, ein brillanter Rechtsanwalt, hat sich wieder einmal an der Börse verspekuliert, doch diesmal nicht mit eigenem Geld, sondern mit Mündelgeldern. Um das sorgenlose Leben der Familie um einige weitere Monate zu verlängern, bis der Herr Vater sich wieder eine solche Eskapade leistet, muss Else nun den befreundeten Herrn von Dorsday um Geld anbetteln. Verweigert ihr Dorsday diese Geldaushilfe, so droht dem Vater ein längerer Aufenthalt im Gefängnis.
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