Das Buch 'Schachnovelle', von Stefan Zweig, lässt von der Inhaltsangabe her auf einen recht spannenden Wettkampf schließen, wird inhaltlich diesem Eindruck, nach meiner Meinung, nicht gerecht.
Die zwei Hauptcharaktere, der Ich-Erzähler und Dr.B, verbindet nur das Schachspielen. Aufgrund eines Zwischenfalls bei einer Schachpartie erzählt Dr.B. dem Ich-Erzähler seine dramatische Vergangenheit, welche sich im Großen und Ganzen wieder nur um Schachspielen dreht.
Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich die unzähligen Wiederholungen und die überlangen Sätze die in dem Buch auftauchen.
Immer wenn Spannung auftritt, wird dies durch einen langen Satz oder eine weitere Wiederholung zerstört. Das machte es für mich schwer zu lesen, obwohl die Sprache an sich sehr einfach gehalten ist.
Für mich hätte das Aufeinandertreffen der beiden 'Schachgötter' spannender umschrieben werden können, da dies nur in einem Nebensatz erwähnt wird. Die eigentliche Wettkampfeuphorie kommt daher nicht zur Sprache.
Die Schachpartien sind sehr unspannend beschrieben und wirken wie lauter kleine Geschehnisse um die Geschichte auszuschmücken.
Das Thema, in völliger Isolation nicht verrückt zu werden ist grundsätzlich hochinteressant, wird meiner Meinung nach aber von Stefan Zweig zu sachlich beschrieben. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Thema für eine typische Novelle zu lang ist und man besser einen Roman daraus hätte machen sollen.
Des Weiteren ist das Buch sehr einseitig und monoton geschrieben. Man liest fast ausschließlich aus der Sicht des Dr.B. und erlebt kaum einen Spannungshöhepunkt wie er in den meisten Büchern üblich ist.
Aus der Summe meiner Kritikpunkte lässt sich unschwer erschließen, dass mir das Buch weniger gefallen hat.