Aus der Amazon.de Redaktion

Große Schlachten und politische Intrigen sind hier der Schlüssel, und Scott sowie der Drehbuch-Neuling William Monahan bauen eine herausragende Geschichte um den Jahrhunderte langen Konflikt herum. Zwei fortschrittlich denkende Könige Baldwin (Edward Norton in einer nicht in den Titeln benannten, aber dennoch wichtigen Rolle) und Saladin (Ghassan Massoud) - halten einen unsicheren Waffenstillstand zwischen Christen (die die Stadt besetzt halten) und Moslems, während andere Parteien nach Blut dürsten. Auf beiden Seiten gibt es Gute und Böse, wobei die Tempelritter die meiste Schuld auf sich nehmen müssen. Balian will sein Innerstes erforschen, indem er Baldwin und die Bevölkerung beschützt.
Der Look des Films ist wie beinahe alles von Scott beeindruckend: die durch Computereffekte aufgemotzten Schlachtszenen erinnern an Herr der Ringe und schaffen mit Hilfe von Kameramann John Mathieson Postkartenmotive der verschneiten französischen Wälder und der weiten Wüste (hierfür wurde in Marokko und Spanien gedreht). Hervorragende Nebendarsteller, darunter Jeremy Irons, Brendan Gleeson und David Thewlis, tragen auch dazu bei, dass der Film im Kopf und im Herzen funktioniert. Viele Kritiker schrieben, dass Bloom als Hauptdarsteller nicht die Tiefe von Russell Crowe besäße (wer tut das schon?), aber nicht der Schauspieler schadet dem Film und seiner Kraft, sondern die schlecht entwickelte Rolle. Balian hat nicht viel mehr zu tun als düster zu schauen und hin und wieder eine große Rede zu halten all das zusammen mit seinen erstaunlichen Fähigkeiten in Sachen Kriegführung und seine undeutliche moralische Ausrichtung (deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, im Film für eine Liebesszene zu sorgen). Übrigens: alle Hauptfiguren außer die von Neeson beruhen auf Fakten, aber bei vielen wurde etwas hinzu gedichtet. --Doug Thomas
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Wenn alle DVDs so gut wären, wie diese hier...
Bild: Der Bildeindruck ist uneingeschränkt Perfekt. Selten gingen die Farben eine so perfekte Symbiose aus Natürlichkeit und Neutralität ein. Selbst in der finsteren Nacht neigt der weiße Reiter nicht zu Verzerrungen oder Nachziehern. Auch einzelne Sterne werden von der tiefschwarzen Nacht nicht verschluckt, sondern bleiben formtreu einzeln schimmernd am Firmament erkennbar. Auch schärfeseitig leistet sich die Produktion keine Ausrutscher und wird eigentlich nur noch von den computer generierten Filmen übertroffen. Einzige ansatzweise Kritik gibt es in einigen großflächigen Wüstenszenen mit ein paar harmlosen Grieselschleiern im Himmel.
Ton: Akustisch offenbart sich das Königreich schon für alle irdischen Käufer dieser Doppel-DVD. Denn schon der Score wird mit einer derart feinen Staffelung von den 6 Kanälen über dem Zuhörer ausgebreitet, das einem schon mal der Mund offen stehen bleibt. Bei 01.40.50 offenbart sich das gesamte Spektrum des heutigen Digitaltons mit feinster musikalischer Auflösung im Kino. Aber auch der Filmton selbst kommt mit mächtigen Hufschlägen (02.06.10) an die verwöhnten Trommelfelle und macht dabei keinerlei Unterschied, ob die Pferde von vorn, hinten oder quer durch den Raum trampeln. Die ewig dauernde Schlacht um Jerusalem bietet fundamentale Dynamik, die die Angeln der Subwoofer sprengen können, wenn man die Lautstärke übertreibt. Aber auch feine Geräusche, wie kreisende Geier über dem Schlachtfeld werden akustisch korrekt in Ort und Volumen wiedergegeben. Eine wirklich beeindruckende Vorführung, wie sie nur wenige Male im Jahr zu Ohren kommen.
Extras: Die beiden Making of-TV-Specials von zusammen gut 90 Minuten Länge gehen recht tief auf die vielen vielen Detailsfragen einer solch ausgewachsenen Produktion mit einem detailversessenen Regisseur, verbunden mit einer überdurchschnittlich langen Drehdauer, ein. Die Mutter aller Extras ist aber das Produktionsnetzwerk, in dem man auf der X-Achse zwischen Pre-/Production-/Postproduction und auf der Y-Achse zwischen Regie, Crew und Cast jeden zu jedem Produktionsschritt direkt anwählen kann. Ein Play-All-Button fehlt auch nicht und so werden satte 83 Minuten erstklassiges Hintergrundmaterial zu allen Produktionsschritten geboten. Das sollte Schule machen. Auch ein Textkommentar mit einer gigantischen Menge historischer Informationen zu den echten Orten und Personen fehlt nicht. Einzig ein Ridley Scott-Kommentar hätte hier noch gefehlt, um die Punktzahl voll zu machen. Das Menüdesign und Bedienkomfort geben keine Rätsel auf und stimmen prächtig auf den Film ein. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Elf Jahre nachdem Paul Verhoevens Kreuzzugsepos 'Crusade' im Strudel des Carolco-Kollapses unterging, schmiedet jetzt Scott das heiße Eisen - mit einem Schmied im Mittelpunkt von William Monahans Drehbuch, das im Frankreich des Jahres 1186 seinen Anfang nimmt. Bereits in den ersten Bildern, mächtigen Totalen von sich zum Horizont streckenden Ebenen, markiert Scott seinen Anspruch auf großes Kino.
Unter einem großen Kreuz lässt ein Priester eine Selbstmörderin verscharren, nachdem er sie zuvor auf dem Weg in die Verdammnis köpfen ließ und sich mit ihrem Silberkreuz bereicherte. Diese Figur und ein opportunistischer Geistlicher in Jerusalem stehen für den moralischen Zustand der Kirche, der im Heiligen Land wenig heilig ist außer der Aussicht auf Besitz und Reichtum. Die profanen Motive für die Kreuzzüge werden deutlich, ohne dass das Papsttum explizit in die Verantwortung genommen wird.
Der korrupte Gottesmann aus dem Prolog wird zum Motor der Handlung, denn seine Tat provoziert Schmied Balian (Bloom), den Ehemann der Selbstmörderin, zum Affektmord und zum Aufbruch nach Jerusalem. Im Kreuzritter Godfrey von Ibelin (Liam Neeson) findet er noch in Frankreich seinen leiblichen Vater, der bisher für ihn nur ein Phantom war. Im Minuten-Crashkurs wird Balian in die Kunst des Schwertkampfs eingeführt, bevor Truppen des Bischofs angreifen und Ibelin schwer verletzen. In Messina, über dessen Hafen die Kamera mit einem bildschönen Schwenk gleitet, schlägt Ibelin Balian zum Ritter, vererbt ihm sterbend alles. Nach der Überfahrt und einem überraschend ökonomisch realisierten Schiffsunglück, strandet Balian an fremden Ufern, tötet einen Sarazenen im Kampf um ein Pferd und reitet in Jerusalem ein. Dort begegnet er dem weisen, um Toleranz zwischen Christen und Moslems bemühten König Balduin IV, dessen Tage durch Lepra gezählt sind, und seinem Berater Tiberias (Jeremy Irons). Fast in Zeitraffer steigt der Ex-Schmied zum Vertrauten der beiden Männer auf und damit zum Feind der radikal anti-arabischen Fraktion um Guy von Lusignan, der mit den Tempelrittern der Politik der friedlichen Koexistenz ein Ende setzen wollen. Ähnlich schnell landet er in den Armen von Baldwins Schwester Sibylla, die Guy versprochen ist, aber einen Mann mit reinem Gewissen sucht.
Nicht nur der kometenhafte Aufstieg Balians, der schließlich sogar als Chefstratege Jerusalem verteidigt, lässt starke Kürzungen vermuten. Offensichtlich verändert wurde auch der biografische Hintergrund Sibyllas, deren Entwicklung nun psychologisch und moralisch weniger komplex verläuft. Die Liebesgeschichte leidet ein wenig unter dieser Akzentverlagerung, die zentrale Auseinandersetzung um Jerusalem jedoch nicht. Nachdem Scott die erste Kollision der Heere ins Off verlagert, macht er die Belagerung der Heiligen Stadt zum Höhepunkt der letzten Akte. Es sind spektakuläre Bilder von stürzenden Wehrtürmen und fliegenden Feuerkugeln, vom brutalen Nahkampf und epischen Totalen. Heimlicher Held dieser Sequenzen und eigentlich des ganzen Films ist Sarazenensultan Saladin, eine von der Geschichtsschreibung, von der Literatur (Lessings 'Nathan der Weise') und auch Hollywood ('Der Talisman') schon früher leicht verklärte Figur, die hier als Stimme von Vernunft und Intelligenz Zeichen setzt. Er und der ähnlich charismatische Christenkönig sorgen dafür, dass der Kopf im optisch eindrucksvollen 'Königreich der Himmel' nicht in den Wolken bleibt. kob.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Als Fremder in einem fremden Land tritt er neben dem königstreuen Ritter Tiberias für Gerechtigkeit ein, findet in der Prinzessin Sybilla eine neue große Liebe und kämpft schließlich selbst als Ritter eine entscheidende Schlacht um Jerusalem.
Um sein Volk zu retten und die Idee des friedlichen Miteinanders der Religionen aufrechtzuerhalten, entscheidet sich Balian zu einem gewagten Schritt...
Produktbeschreibungen
In Jerusalem herrscht zu der Zeit - zwischen dem Zweiten und Dritten Kreuzzug - ein zerbrechlicher Frieden, der nur den Bemühungen des weisen Christen-Königs Baldwin IV, unterstützt von seinem Berater Tiberias (Jeremy Irons), und der militärischen Zurückhaltung des Sagen umwobenen Muslim-Führers Saladin (Ghassan Massoud) zu verdanken ist. Aber Baldwins Tage sind gezählt, und Anfälle von Fanatismus, Gier und Eifersucht unter den Kreuzfahrern gefährden den Waffenstillstand.
Die Friedens-Vision von König Baldwin - ein KÖNIGREICH DER HIMMEL - wird geteilt von einer Handvoll Ritter, darunter Godfrey von Ibelin, die schwören, die Idee mit ihrem Leben und ihrer Ehre zu verteidigen. Als Godfrey das Schwert an seinen Sohn weiterreicht, überträgt er damit auch den Heiligen Eid auf ihn: Die Hilflosen zu beschützen, den Frieden