Für jene, die sich für französische Geschichte interessieren, liefert dieses Buch Gedächtnisstützen für die Zeit Franz I. bis hin zum Ende der Bourbonen-Dynastie 1793:
die Ersten drei Kapitel erweitern das Wissen um die im historischen Rückblick vielfach als intrigant und boshaft gezeichnete Katharina von Medici.
Der Einfluss auf den wachsenden Absolutismus durch die Frau des Königs, die Mutter des Thronfolgers oder die Geliebte von Königen und Thronfolgern, brachte das Rad der Geschichte maßgeblich in Schwung und das trotz der im Grundsatz auf das höfische Leben beschränkten weiblichen Außenwirkung - selbst im Falle von Regentschaften (Katharina von Medici, Maria von Medici, Anna von Österreich).
In diesen Kontext gehört auch die Schilderung der Geliebten von Ludwig XV., Madame du Barry, die trotz ihrer kleinbürgerlichen Herkunft und ihres Rufes als Edelprostituierte strahlenden Einzug in Versailles hielt und durch Klugheit und überlegenen Geschmack die Höflinge an die Wand spielte. Man fragt sich, warum diese aus dem Volk stammenden und die Monarchen erotisch beherrschenden Persönlichkeiten nicht stärker Einfluss genommen haben auf eine Politik, die mehr das Wohl des Bürgers im Auge hatte. Sie erlagen halt alle der Sucht nach Luxus, um dafür später wie Madame du Barry auf der Guillotine mit dem Leben zu bezahlen.
Der Umstand, daß Königskinder auf ihre Aufgaben als "Herrscher" ungenügend vorbereitet wurden, wird hier deutlich. Ausnahmen bilden nur Persönlichkeiten, die diesen Mangel durch Intelligenz, Begabung und ihren Erfahrungen ausgleichen konnten (Heinrich IV, Ludwig XIV). Dieser Mangel zeigt sich besonders bei Marie Antoinette, deren Mutter Maria Theresia sie in erster Linie mit dem Bewusstsein, eine Prinzessin aus dem Hause Habsburg zu sein, in das französische Abenteuer entließ.
Dem Titel ihrer Publikation versucht die Autorin durch einfühlsame Beschreibung gerecht zu werden: die Frauen werden in den Kontext der jeweiligen Gesellschaft gestellt und ihre Reaktionen und Handlungen als Bezugsperson des Königs oder Thronfolgers analysiert. Dabei werden mit Ausnahme von Franz II., Ludwig XIII. und Ludwig XV., über die man interessante Einzelheiten erfährt, die übrigen Monarchen blass und unverbindlich gezeichnet. Dies gilt besonders für Heinrich IV., der rein auf seine erotischen Leidenschaften reduziert wird. Auch für Ludwig, dem "Sonnenkönig", reichte der Platz für eine tiefergehende Charakterstudie nicht aus. Egal, dem sind schon genügend umfangreiche Biographien gewidmet worden.