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Königinnen
 
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Königinnen [Gebundene Ausgabe]

Elke Naters
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462027441
  • ISBN-13: 978-3462027440
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 905.562 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Elke Naters
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Sie heißen Gloria und Marie, leben in Berlin, sind beste Freundinnen, trendbewußt, so um die dreißig und ­ haben den Blues. Richtig gut geht es ihnen nur, wenn sie einkaufen gehen. Mit der goldenen KaDeWe-Kundenkarte, ohne einen Pfennig auf dem Konto. Dann sind sie die Königinnen.

Meistens geht es aber so aus: "Um meine Laune zuheben, gehe ich Schuhe kaufen. Mit Absätzen. Marie will erst mitkommen, aber dann fällt ihr ein, daß sie kein Geld hat und geht lieber nach Hause. Ich gehe über die Straße zum Bankautomaten. Der gibt mir kein Geld. Ich weine ein bißchen und fahre auch nach Hause."

Das Leben ist traurig. Und ehrlich: Wie das Buch so anhebt, denkt man, dieses Buch ist öde. Eitle Gedanken eitler Mädchen über das Einkaufen und die Fehler, die man dabei machen kann. Zum Glück schneidet der Friseur wenigstens gut: "Ich sehe fast aus wie vorher, nur viel viel besser"

Man weiß nicht, wie einem geschieht, aber all diese kleinen naiven, manchmal unglaublich bescheuerten, zickigen Sätze, die Elke Naters ihren Handtaschen-Heldinnen in den Mund legt: sie fesseln. Von wegen naiv. Gucci-Gürtel und Prada-Taschen ja, aber so nach und nach, kaum merklich, webt die junge Berliner Autorin aus der Shopping-Gedankenwelt eine Geschichte, die viel ehrlicher von der Freundschaft zwischen zwei Menschen, von der Sehnsucht nach Liebe, Lust und Geborgenheit erzählt, als irgendein Buch, das von Liebe, Lust und Geborgenheit handeln will.

Da liest man fort und fort in diesem überaus leichten Roman, der etwas hat von den seltsam entrückten Stimmungen in Judith Hermanns Sommerhaus, später. Was passiert da eigentlich, fragt man, und versteht alles. Und kann irgendwie nicht anders als immer weiter, bis nach 150 Seiten Schluß ist. Leider. Dann fängt man von vorne an, um die Laune zu heben. --Nikolaus Stemmer

Neue Zürcher Zeitung

Das glückliche Leben

Elke Naters' Roman «Königinnen»

Es gibt kein Patentrezept zur Anfertigung eines erfolgreichen Romandébuts. Aber es gibt ein paar brauchbare Kriterien, deren Beachtung zumindest nicht schaden kann: Man nehme einen möglichst allgemeinmenschlichen Stoff und verbinde ihn mit einer möglichst originellen, noch nicht sehr erprobten Formidee. Die 1963 geborene Elke Naters handelt in ihrem ersten Roman von zwischenmenschlichen Beziehungen, was naheliegt; sie inszeniert ihr Beziehungstheater mit einem formalen Trick, der simpel und raffiniert zugleich ist: der Verdoppelung der Perspektive.

Nicht etwa Mann und Frau stellt sie gegeneinander, sondern Gloria und Marie, zwei Freundinnen, beide 30jährig, die eine mit Mann und Kind bestückt, die andere ledig. Gloria beneidet Marie, und Marie beneidet Gloria. Der Neid schärft den Blick auf Defizite, und ob es angenehmer ist, im Nest zu hocken und Mann und Kind zu versorgen, oder nächtelang in Bars zu sitzen, sich die Augen nach passablen Männern auszugucken (allesamt hässlich) und am frühen Morgen betrunken und unbefriedigt ins Bett zu fallen, das bleibt bis zum Ende hin offen. Womöglich ist das glückliche Leben anstrengender zu führen als das unglückliche, besonders dann, wenn man überhaupt kein Talent zum Einkaufen hat und angesichts des Gemüseangebots zur Schwermut neigt («Vielleicht einen Salat. Den muss man waschen, dazu habe ich keine Lust»).

Die hundertprozentige Fixierung auf Lustbudgets – das Berufsleben spielt in diesem Roman keine Rolle – wirkt ein wenig pubertär, aber sie treibt auch den Witz des Unternehmens beträchtlich in die Höhe, wie eben jede Form der Monomanie ihre bizarren Seiten hat, jede Übertreibung dem Komischen den Boden bereitet. Aus dem engsten Kosmos – zwischen Friseur- und Schuhsalon, Bar und Bett, verschlepptem Sex und Wodka bis zum Abwinken – schlägt Elke Naters mit kluger erzählerischer Ökonomie den denkbar grössten ästhetischen Gewinn. Es liegt vor allem daran, dass sie exakt den Ton trifft, der ihren alternierend dargebotenen Ich-Inszenierungen jenen Al-dente-Effekt sichert, um den es jeder Literatur gehen muss, die casalinga kocht, nach Hausfrauenart, und ihrem Publikum etwas zum Kauen geben will.

Mit klassischem Feminismus hat das nur sehr entfernt etwas zu tun, wohl aber mit weiblichem Selbstbewusstsein. Der Leser wird Gloria und Marie mögen, weil sie Witz haben und sich zu wehren wissen und weil sie sich und ihresgleichen nicht schonen. Keinen Pardon gibt Gloria den Frauen, die sich ständig «in offensichtliche Deppen» verlieben: «Man geht doch auch nicht in ein Restaurant und bestellt sich eine Pizza mit Kapern, und dann beschwert man sich darüber, weil man Kapern nicht ausstehen kann und sie nur deshalb bestellt hat, weil die so schön aussehen auf der Pizza.» Die verquere Syntax trägt nicht wenig zur gestischen Unmittelbarkeit dieser O-Ton-Prosa bei, zu ihrer – um das Zeitgeist-Wort der Stunde zu bemühen – «Authentizität».

«Authentisch» ist dieser Roman ganz und gar, vom Ambiente der «angesagten» Lokalitäten bis zu den Anleihen bei einem aktuellen Jargon, ohne die sich das Lebensgefühl der jungen Damen nicht angemessen darstellen lässt. Anders als Matthias Polityckis ambitioniert-positivistisches Mammutwerk vom Vorjahr ist dies nun wirklich ein «Weiberroman», dem es exemplarisch gelingt, Mentalität und Psyche der Protagonistinnen von innen her präzis zu erfassen. Der Unterschied ist der: Elke Naters kommt ohne Romantik aus. Sie verklärt ihre Geschlechtsgenossinnen nicht, sie lässt ihnen ihren Egoismus, ihre Ressentiments, ihren Kleinmut, ihre gelegentliche Verzagtheit und ihre Illusionen. Und sie gibt ihnen den Biss und den Mutterwitz, das Herz und den kühlen Verstand, den die notorisch gefühlsseligen Männer nur selten aufbringen, wenn sie das verminte Terrain ihrer Leidenschaften wagemutig betreten.

Martin Krumbholz


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Frauen leben wohl so, 25. November 1998
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Königinnen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch Königinnen von Elke Naters kann ein Mann wohl nicht verstehen. Zwei Freundinnen pendeln zwischen Prada-Schuhen, Blusen kaufen, in Kneipen gehen und Männer kennenlernen hin und her, ohne das groß etwas passiert. Die eine der beiden ,Gloria, ist verheiratet, hat einen Sohn, aber das spielt in dem Buch keine Rolle. Sorgen macht sie sich ehr darüber, warum die Freundschaft zu ihrer Freundin Marie immer nur dann gut ist, wenn diese gerade keinen Freund hat. Die diametral entgegengesetzten Sorgen macht sich Marie, womit bereits der spannendste Konflikt des Buches beschrieben ist. Pluspunkte sammelt das Buch vor allem durch den wunderschönen Einband und die Gedanken, die sich Marie macht, als sie Wolfgang Schäfer kennenlernt und sich in ihn verliebt. An diesen Stellen hat das Buch eine Tiefe, die sonst im Schuh- und Klamottenkauf untergeht.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Damals vielleicht, 21. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Königinnen: Koniginnen (Taschenbuch)
Das muss man dem Buch zu gute halten, es verortet eine Zeit in der deutschen Literatur und war wohl deshalb recht erfolgreich: Die neue deutsche Popliteratur!
Also damals vielleicht der Durchbruch,. aber für heutige Leser etwas langatmig, weil wenig Inhalt breit ausgewälzt wird. Nett sind die Perspektivwechsel, aber das kann Literatur schon lange, die Sprache hat mal gefetzt und die Männer ' und Shoppingorgien nerven.
Wenig Lust bei viel Frauenfrust. Fazit: erträglich, aber gerade mal so'
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwei Freundinnen schlagen sich durchs Berliner Großstadtlebe, 18. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Königinnen: Koniginnen (Taschenbuch)
Beim Lesen von Königinnen hatte ich extrem viel Spaß, vor allem weil ich -genau wie die beiden Protagonistinnen - mich immer viel in Schöneberg herumgetrieben habe und mit meiner besten Freudnin im Kumpelnest und im Insulanerbad herumgehangen habe. Auch den schwelenden Neid zwischen Singles und jungen Müttern kenne ich als zweifache Mutter nur allzu gut. Die Autorin schreibt sehr witzig und sehr lakonisch. Manchmal fragt man sich allerdings, ob ihr Beschreibungen von Personen oder Gegenständen einfach nicht liegen (Dinge sind "wunderschön", Mernschen "nett" oder auch nicht) oder ob das ein bewusstes Stilmittel ist. Ich befürchte letzteres, aber es nervt irgendwie, genauso wie irgendwelche Abhandlungen über die Bundesbahn..... Jetzt will ich das Buch aber nicht noch schlechter machen, denn es hat mir einen kurzweiligen Nachmittag im Strandkorb auf Sylt bereitet. Das Cover sieht auch ganz entzückend aus, und ich weiß jetzt ein schönes Geburtstagsgeschenk für meine Freundinnen...
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