Die erbitterten Kämpfe zwischen den beiden Adelshäusern York und Lancaster fordern viele Opfer, auch unter den Adligen. Und diejenigen, die überleben, müssen sehr gut überlegen, wem ihre Loyalität in Zukunft gilt.
So ist es auch im Falle von Elizabeth Woodville. Ihr Vater, Richard Woodville, Baron Rivers, genau wie auch ihr gefallener Ehemann, Sir John Grey, waren stets treue und ergebene Untertanen des Hauses Lancaster.
Doch die Yorkisten haben zur Zeit mehr Glück auf dem Schlachtfeld. Edward IV von England sitzt nun, dank des sogenannten Königsmachers Richard Neville, Earl of Warwick auf dem Thron und alle Anhänger des Hauses Lancaster werden bestraft, in dem man ihr Land und Besitz konfisziert.
Elizabeth nun Witwe mit zwei halbwüchsigen Söhnen, möchte ihren Kindern unbedingt den ehemaligen Reichtum von einst ermöglichen und so fasst sie, nachdem bereits sämtliche Bitten an des Königs nahe stehenden Beamten gescheitert sind, einen kühnen Plan.
Als die königliche Eskorte das Land ihres Vaters durchquert, nimmt sie ihre Söhne bei der Hand und marschiert ihnen und dem König geradewegs entgegen um ihre Bitte persönlich vorzutragen.
Ihr Plan geht auf. Der König ist nicht nur von ihrer Schönheit wie geblendet, sondern auch von ihrer Kühnheit und gibt ihrer Bitte nach. Allerdings fordert er dafür auch ein Entgegenkommen von ihr. Sie soll sich ihm hingeben. Doch Elizabeth lehnt ab, erklärt Edward zwar, dass sie sich sehr zu ihm hingezogen fühlt, sich aber als ehrenhafte Frau von Stand nicht in der Lage sieht, seinen und ihren Begierden nachzugeben.
Trotz seiner Erzürntheit geht Elizabeth dem König nicht mehr aus dem Kopf und als er sie einige Zeit wieder sieht, bittet er sie schließlich um ihre Hand.
Die geschlossene Ehe zwischen den beiden muss zunächst geheim bleiben, denn es sind zuvor noch einige Schlachten zu schlagen und der Königsmacher und engster Vertrauter Edwards hat eigentlich eine andere Braut für den König vorgesehen'
Die Königin der weißen Rose bildet den Auftakt einer dreiteiligen neuen Romanreihe um ein interessantes Stück Geschichte- die Thronkämpfe zwischen Anhängern des Hauses York und denen des Hauses Lancaster. Im ersten Teil erzählt die Autorin die Geschichte von Elizabeth Woodville, spätere Königin von England und Gemahlin von Edward IV., die ihrem Mann insgesamt zehn Kinder schenkte.
Wer sich bereits zuvor in die Materie eingelesen hat, wird also auch im Vorfeld wissen, dass Elizabeth oft als machtgierige, ränkeschmiedende Frau beschrieben wurde, die so schnell wie möglich ihre restliche Familie, durch Heirat vielversprechender Kandidaten, in den höher stehenden Adel integrieren wollte. Philippa Gregory erzählt ihren Roman, der die Jahre 1464- 1485 umfasst, aus Sicht Elizabeths in Ich- Form und schildert die Geschehnisse, die ihre Romanheldin erwarten, zwar auf unterhaltsame aber auch ein wenig distanzierte Art und Weise.
Man erfährt zwar stets, was in Elizabeth vorgeht und warum sie diverse Dinge tut, doch man wird weder mit ihr, noch mit anderen Protagonisten richtig warm, da der Roman eher wie eine nüchtern aber gut geschriebene Biografie wirkt, als wie ein reiner historischer Unterhaltungsroman. Daher bin ich auch ein wenig hin und her gerissen, was meine Bewertung angeht. Zum einen fand ich den historischen Hintergrund sehr gut und ansprechend recherchiert; auch der Roman wird nie langweilig und Gregory versteht es durchaus ihre Leser zu unterhalten- zum anderen hätte ich mir einfach mehr Einblicke in zwischenmenschliche Bereiche des Königspaares und ihrer Familie gewünscht.
Eine Rezension von Happy End Bücher.de (NG)