die schilderungen der Königin Noor vermitteln nicht nur einen eindruck über die kulturellen schätze des kleinen, eher unscheinbaren Jordaniens, sondern zeigen auch die politische rolle auf, die das land zwischen den mühlsteinen großer arabischer staaten und Israel unter König Hussein einnahm. dessen
bis an die grenze menschlichen vermögens gehenden vermittlungsversuche im ewig währenden nahost-konflikt werden in diesem buch sehr deutlich dargestellt. die Königin beschreibt ihren Ehemann als einen warmherzigen familienvater, treuen gefährten bis in den tod und als einen stets um ausgleich und frieden bemühten staatsmann. ihre eigenen projekte und stiftungen
stellt sie ebenfalls sehr ausführlich und in gebotener bescheidenheit dar. ihr einsatz für eine gleichberechtigte und produktive position der frau in der arabischen gesellschaft trägt bereits früchte. Königin Noor hat ein kurzweiliges buch geschrieben, das persönliche gefühle genauso beinhaltet wie sachliche schilderungen politischer vorkommnisse. letztere werden
nach meiner persönlichen meinung in manchen passagen etwas knapp
abgehandelt. so hätte beispielsweise die ermordung des israelischen ministerpräsidenten Rabin und deren fatalen
auswirkungen auf den friedensprozeß in der region etwas mehr aufmerksamkeit verdient gehabt. leider wird auch die beziehung Jordaniens zu seinen arabischen nachbarstaaten nur sehr knapp ins bild gesetzt.
doch bleibt festzuhalten, daß es Königin Noor gelungen ist, ein
bewegendes zeitdokument im stile einer spannenden familien-saga
zu schaffen. jede seite, die sie geschrieben hat, ist es wert gelesen zu werden. der erlös des buches kommt der König-Hussein-
Stiftung zugute. ein grund mehr, dieses buch zu kaufen.