Das Buch besteht aus einer Aneinanderreihung von Histörchen, Anekdötchen und ein paar Frotzeleien, wobei letzte nur gegen solche Familien gerichtet sind, mit denen Graf Schönburg nicht verwandt ist. Im Zentrum der Mitteilungen stehen die französischen Könige vor der Revolution und (aha, Verwandte!) das gegenwärtige britische Königshaus -- von den anderen Königshäusern weiss der Autor (fast) nichts zu berichten.
Leider ist vieles, was als Wissen daherkommen soll, bare Oberflächlichkeit. Und mit den geschichtlichen Details nimmt es der Autor auch nicht gerade genau; so ging das französische Königtum nicht 1792, sondern 1848 unter; so kamen die Hannoveraner in England nicht 1689, sondern 1714 auf den britischen Thron; so datiert der heutige Name des dänischen Königshauses nicht aus dem 18. Jahrhundert, sondern von 1863 -- und so weiter und so fort. Anderes kann ich nicht widerlegen, setze aber ein ganz dickes Fragezeichen dahinter. Manches ist schlicht Quatsch, etwa die Behauptung, dass der japanische Kaiser nicht mit seinen Untertanen sprechen dürfe und deshalb auch seinen Schwiegersohn nicht kenne (ein kurzer Blick ins Internet hätte Graf Schönburg eines besseren belehrt). Für einen Monarchiekenner schlicht peinlich ist die Übersetzung von "Prince of Wales" mit "Prinz von Wales" -- hier sieht man, wie weit Schönburgs Kenntnisse wirklich gehen... (Wales war einst ein unabhängiges Fürstentum, und um dieses nach der Eroberung durch England enger an sich zu binden, ernannte und ernennt der englische König seinen ältesten Sohn seither zum Fürsten von Wales. Englisch "prince" bedeutet nicht allein "Prinz", sondern auch "Fürst").
Alles in allem ein sehr enttäuschendes Buch, daran können die wenigen interessanten Abschnitte, etwa über die nepalische Monarchie, nichts ändern.