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Der König von Ozeanien
 
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Der König von Ozeanien [Gebundene Ausgabe]

Andreas J. Obrecht
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 510 Seiten
  • Verlag: Brandes & Apsel; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3860995197
  • ISBN-13: 978-3860995198
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 682.837 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Ich werde gehen... ich werde Marquis de Ray alias Charles de Bonaventure du Breil töten... Ich knöpfe mein Hemd zu, ziehe mir die Weste über, stecke die silberne Pistole in die Tasche. Sie ist geladen. Fünf Kugeln und dreihundertvierundfünfzig Menschenleben, die zwischen diesen Kugeln und ihrem Ziel liegen.«
Ein dramatisches Geschehnis scheint mit den ersten Sätzen des Romans auf seinen blutigen Höhepunkt zuzusteuern... Der idealistisch gesinnte André Prevost hat die Kugeln seinem Jugendfreund Charles de Bonaventure du Breil zugedacht. Dazwischen liegt eine lange Geschichte vom skrupellosen Ausnutzen der Paradiesträume von rund tausend Europäern, die um ihr Hab und Gut und oft auch um ihr Leben gebracht werden. In der Südsee soll das Paradies auf Erden liegen. Dort soll das Königreich »Nouvelle France« entstehen mit dem Marquis de Ray als König und dem von ihm hinters Licht geführten André Prévost als »Colonel«. Was die aus dem krisengeschüttelten Europa dorthin Gelockten finden, ist jedoch die Hölle auf Erden: Schon die Schiffsfahrt wird zum Alptraum, und das Paradies entpuppt sich als malariaverseuchtes, unkultivierbares Sumpfland im Schatten eines wolkenverhangenen Vulkans, in dem die Ankömmlinge, sich selbst überlassen, von Krankheit und Entbehrungen dahingerafft werden. Gutgläubigkeit und Betrug, Zivilisationsmüdigkeit und Kolonialismus, Paradiesträume und reale Schrecknisse, Lüge und Rache. Andreas J. Obrecht entfaltet seinen historischen Roman vor dem Hintergrund eines sorgfältig dokumentierten Geschehens, das sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Frankreich und einer abgelegenen Insel im Südpazifik zutrug. Ein von der ersten bis zur letzten Seite spannendes Lesevergnügen über die Träume vom Paradies auf Erden und wie sie oft skrupellos ausgebeutet werden.

Über den Autor

Andreas J. Obrecht ist Ethnologe und Soziologe und lehrt an der Universität Graz mit dem Themenschwerpunkt: Magie und Säkularisierung.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schatzinsel, Robinson Crusoe und Graf von Monte Christo, 11. September 2008
Von 
Harald Friedl (Bad Gleichenberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der König von Ozeanien (Gebundene Ausgabe)
Wo liegt das Paradies? Wo - jenseits des ungerechten, dekadenten Europa - lässt sich noch eine freie, bessere, gütigere Welt entdecken und entwickeln"? Gegen Ende des 19. Jahrhunderts glaubten verarmte Bauern und reiche Spekulanten leidenschaftlich an die Möglichkeit einer solchen Kolonie des Glücks.

Marquise de Ray, bretonischer Adelige und Abenteurer, missbraucht diese naive Sehnsucht nach einer besseren Welt. Als König Charles I., von Ozeanien" propagiert er die Erschließung einer Südseeinsel als visionäres Projekt, die egalitäre Kolonie La Nouvelle France". Hunderte Kolonisten wagen dieses Unternehmen - und kommen durch Hunger, Erschöpfung und Malaria um, denn das Paradies ist anderswo. Der König von Ozeanien", zynischer Architekt dieses Komplotts, landet nach Umwegen im Kerker. Indes sucht sein betrogener Weggefährte Adré Prevost zwischen dem Hafen von Singapur und den Bordellen Londons vergeblich nach Rache und nach dem verschollenen Vermögen der Anleger.

Erzählt aus Sicht des tragischen Helden Adré Prevost basiert die Geschichte auf historischen Tatsachen. Dabei gelingt dem Autor eine Synthese aus historischem Abenteuerroman, sensiblem Entwicklungsroman und psychologischem Krimi. Im Lesefluss erinnert die Geschichte an Boyles Wassermusik" und Houellebecqs Plattform" gleichermaßen wie an Defoes Robinson Crusoe", Dumas Graf von Monte Cristo" und Stevensons Schatzinsel". Zwischen den flüssig geschriebenen Zeilen beißt satirischer Spott nach der menschenverachtenden Kolonialpolitik des 19. Jahrhunderts. Zugleich wird die Unfähigkeit der Menschen im Umgang mit der Fremde sensibel beleuchtet als große, unstillbare Sehnsucht. Letztlich erzählt der Roman von den historischen Wurzeln des postmodernen Tourismus, jener ewigen Suche nach dem Paradies. Als sei die Wirklichkeit zu unerträglich.

Andreas Obrecht ist Soziologie, Anthropologe und Entwicklungs-Consulter, Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher und literarischer Werke über fremde Kulturen und die Begegnung mit ihnen.
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