Rio wollte lieber Idealist bleiben und die Welt retten. Das Werk seiner Band Ton, Steine, Scherben und seine Soloaufnahmen haben durchaus Berührungspunkte. Im wesentlichen sind Rios Einzelgänge aber poppiger und öfter auch mal gänzlich unpolitisch. Nun ist es leider so, daß jeder bräsige Spießbürger das Lied „König von Deutschland" mit Begeisterung mit grölt. Das verleidet einem als Rio-Fan dann doch ein klitzekleines Bißchen die Freude. Es ist einfach ungerecht, daß Rio, obwohl er im Gegensatz zu Grönemeyer wirklich singen und im Gensatz zu Westernhagen richtig texten konnte, dennoch erfolgloser blieb. Zumindest kommerziell. Rio konnte großartige Songs schreiben. Bei Ton, Steine, Scherben waren die Texte oft etwas plump („Macht kaputt was euch kaputt macht"). Seine Soloaufnahmen sind wesentlich eleganter.
Anspieltipps: „Alles Lüge", „Geld", „Junimond", „Neun99zig".