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König Ratte.
 
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König Ratte. [Taschenbuch]

China Miéville , Eva Bauche-Eppers , Eva Bauche- Eppers
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 460 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1., Aufl. (17. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404243102
  • ISBN-13: 978-3404243105
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 403.324 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nur wenige Romane der modernen Fantastik dürften es an Sprachmächtigkeit und Erzählfreude mit dem Kolossalgemälde Perdido Street Station aufnehmen können, das in der zweibändigen deutschen Ausgabe Die Falter und Der Weber auch hier zu Lande für einiges Aufsehen gesorgt hat. In England ist mit The Scar die Fortsetzung erschienen, und Bastei Lübbe verkürzt uns die Wartezeit darauf mit der Übersetzung von China Miévilles Erstling King Rat.

Saul Garamond ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht: Nicht nur wird sein Vater ermordet, ihm wird auch noch die Tat angelastet. Ehe er sich versieht, findet er sich in einer düsteren Gefängniszelle wieder. Die Londoner Obrigkeit scheint gewillt, ihn dort eine Weile schmoren zu lassen, doch eine andere Macht hat Großes mit ihm vor: Der geheimnisvolle König Ratte befreit ihn und führt ihn in ein Königreich unter der Stadt. Diese Welt ist ebenso von Märchen und Legenden erfüllt wie von treibenden Jungle-Beats -- ein Königreich, als dessen künftiger Erbe Saul sich entpuppt.

Die Handlung von König Ratte orientiert sich an klassischen Fantasymustern, aber die Szenerie ist eine völlig andere. Der Rhythmus der Großstadt ist allgegenwärtig, und die magischen Elemente entstammen keineswegs einer lichterfüllten Sagenwelt. Ebenso wie die Häuser, aus denen Sauls neue Freunde geflohen sind, sind sie schmutzig und gefährlich. Auch wenn der Roman eher an Dickens und Moorcock erinnert, an William Hope Hodgson und Joseph Conrad, wird er alle Freunde von Perdido Street Station begeistern; was nicht zuletzt das Verdienst der Übersetzerin Eva Bauche-Eppers sein dürfte. --Hannes Riffel

Kurzbeschreibung

Etwas Unheimliches geht in London um. Saul Garamond, der fälschlicherweise für den Tod seines Vaters verantwortlich gemacht wurde, spürt es nur allzu bald. Ein Schatten dringt in seine Zelle ein, ein Schatten, genannt König Ratte, und entführt ihn in eine fremde Welt unter den Straßen Londons. Dort lernt Saul sein Erbe und seine wahre Abstammung kennen. Der Rattenkönig will ihn für seine Zwecke einspannen: die Rache an seinem alten Erzfeind, dem Rattenfänger von Hameln, der erneut durch die Straßen wandert, diesmal nicht mit einer Flöte, sondern mit modernster Technik ...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen China Miéville at his best!, 23. September 2003
Rezension bezieht sich auf: König Ratte. (Taschenbuch)
Angenommen, sie sind Schriftsteller, haben eben ihren ersten Roman fertig geschrieben und gehen jetzt zu PanMacMillan, einer Londoner Autorenagentur.
Worum geht es denn in ihrem Buch, will der Agent wissen.
„Oh", sagen Sie, „ich habe die Legende vom Rattenfänger von Hameln ganz neu aufgelegt."
Der Agent nickt. „Ich habe die Geschichte vom Rattenfänger ins zeitgenössische London verlegt", fahren Sie fort. Der Agent nickt - eine mutige Idee.
„Mein Protagonist ist eine Ratte", erklären sie weiter, „sein Gegenspieler ist der Pfeifer. Nebenbei geht es noch um Drum 'n Bass, und außerdem transportiere ich mit dem Roman meine sozialistischen Ansichten. Das ganze ist aber konventionelle Fantasy noch Science-Fiction, noch passt es in sonst irgendeine Kategorie.
Und nein, es ist keine Parodie. Es ist eine ganz und gar ernst gemeinte Geschichte."
Was glauben Sie? - Der Agent wird den Kopf schütteln und Sie entweder mit einem Tritt oder mit einem mitleidigen Lächeln vor die Tür setzen, nicht wahr? Er wird Ihnen erzählen, dass sich so eine unglaubwürdige, abstruse Geschichte nie und nimmer verkaufen lässt, dass kein Leser Ihnen diesen Schwachsinn abnehmen wird, nicht wahr?
Nein.
Der Agent wird Ihren Roman lesen, begeistert sein und Sie einen Vertrag unterzeichnen lassen. Sie werden die SF-Bestsellerlisten erobern und Auszeichnungen erhalten.
Zumindest wird genau das passieren, wenn sie China Miéville heißen.

Zur Story: Saul Garamonds Leben ändert sich schlagartig, als sein Vater eines Morgens tot aufgefunden wird. Die Polizei glaubt, er sei der Mörder. Bevor Saul sich seiner Situation ganz bewusst werden kann, dringt ein seltsames Wesen in seine Zelle ein, ein Mann, der sich King Rat nennt. Er verhilft Saul zur Flucht und offenbart ihm, dass er kein gewöhnlicher Mensch ist, dass seine Mutter eine Ratte war, lehrt ihn Abfälle zu essen und sich durch die Kanalisation zu bewegen.
Während seine Freunde sich Sorgen um Saul machen, findet er den Weg in die Londoner Unterwelt. Doch King Rat hat ihn nicht aus uneigennützigen Motiven befreit: der Erzfeind aller Ratten, der Pfeifer von Hameln, ist in der Stadt und bedroht das Leben King Rats und aller seiner „Untertanen" - mit Hilfe von Sauls ahnungsloser Freundin Natasha und deren Musik will er vollenden, was ihm Jahrhunderte früher nicht gelang.
Saul tut sich eine rätselhafte Welt voller unbeantworteter Fragen auf: Warum musste sein Vater sterben, und wer ist sein Mörder? Welche Motive hat King Rat, der behauptet sein Onkel zu sein, wirklich? Und welche Rolle spielt letztendlich er selbst?
Zusammen mit Anansi, dem Herr der Spinnen und Loplop, dem Vogeloberen, stellt sich Saul dem Rattenfänger entgegen...

Miévilles ungewöhnlicher Erstlingsroman „König Ratte" ist aus der Synthese ganz verschiedener Inspirationsquellen entstanden - da ist das Märchen vom Rattenfänger von Hameln, London und seine Drum & Bass-Szene, und, unterschwellig, aber doch klar erkennbar: Sozialismus.
Die Charaktere wirken allesamt glaubwürdig, selbst Peter, der Rattenfänger, der doch vom Ursprung her eher als stereotyper Held entworfen worden ist.
Der Autor schafft sich eine sonderbare, aber eben deshalb so interessante Welt und fängt die düstere Atmosphäre von Londons Kanalisation beinahe perfekt ein (und das, wie er in einem Interview sagte, ohne je selbst den Fuß hinein gesetzt zu haben). Die Spannung lässt den geneigten Leser die knapp 460 Seiten locker in drei Tagen verschlingen. Die Storyline ist insgesamt so dicht gesponnen, dass man kaum wagt, das Buch aus der Hand zu legen.

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet einem die Einordnung des Romans. Miéville scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, mit keinem seiner Romane in irgendein Genre zu passen.
Mittlerweile werden seine Romane zu der Gattung „Urban Fantasy" gezählt, er selbst bezeichnet seine Romane aber ganz einfach als „weird fiction".

Zum Glück der deutschen Leser ist Eva Bauche-Eppers für die hervorragende Übersetzung verantwortlich, die bei Miévilles umfangreichen Wortschatz und den sprachlichen Eigenheiten seiner Figuren sicherlich kein Leichtes war.

Nebenbei sei noch das hübsche Cover-Artwork von Fantasy-Illustrator Michael Whelan und der angemessene Preis erwähnt, die auch die letzten Zweifler überzeugen sollten, sich „König Ratte" einmal zu Gemüte zu führen.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der Rattenfänger von London, 31. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: König Ratte. (Taschenbuch)
Als Saul Garamond eines Morgens von der Polizei aus dem Bett geholt wird, gerät seine Welt ins Wanken. Er wird verdächtigt, seinen Vater aus dem Fenster gestoßen zu haben und findet sich schnell in einer Gefängniszelle wieder. Doch dann taucht ein mysteriöser Fremder auf, der scheinbar mühelos in Sauls Zelle spaziert, und sie ebenso schnell mit Saul wieder verläßt. Sie fliehen über die Dächer von London, eine Flucht, die Saul wie ein Traum vorkommt, da die normalen Gesetze, wie zum Beispiel die Schwerkraft, nicht zu gelten scheinen.

Wenig später stellt der mysteriöse Fremde sich als King Rat, König der Ratten, vor und eröffnet Saul, dass er sein Onkel ist, und auch in seinen Adern Rattenblut fließt. Saul genießt die neue Welt, die sich ihm unversehens eröffnet und die ihn zudem vor der Polizei verbirgt, von der er inzwischen wegen weiterer Morde gesucht wird. Erst als Saul vom Erzfeind der Ratten, dem Rattenfänger, erfährt, und zu ahnen beginnt, warum sein Onkel genau jetzt mit ihm Kontakt aufgenommen hat, kommen ihm Zweifel an den Beweggründen von King Rat.

In einem Nebenstrang der Handlung lernen Sauls Freunde Pete kennen, den schüchternen unscheinbaren Musiker, der sich so für die moderne Musik interessiert, von der er aber sichtlich keine Ahnung hat. Natasha, Sauls Freundin aus der DJ-Szene, erbarmt sich seiner und nimmt mit ihm ein Demoband auf. Mit ungeahnten Nebenwirkungen ...

London aus der Sicht der Ratten gesehen, über- und unterhalb des Londons der Menschen, ist faszinierend dargestellt, genau wie Sauls Einstellung zu "seiner" Stadt, die sich ändert, je mehr er seine Rattensinne statt der menschlichen einsetzt. Dass dazu auch ein sehr detailliert geschildertes Menü aus der Abfalltonne gehört, darf wohl nicht verwundern. Mit "König Ratte" ist China Mieville ein sehr interessantes Werk gelungen, dass sich schwer einem Genre zuordnen lässt. Die Geschichte des Rattenfängers von Hameln aus Sicht der Ratten gesehen, ist jedenfalls alleine das Lesen des Buches wert.

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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Interessante Umsetzung des Rattenfängerthemas, 10. März 2003
Rezension bezieht sich auf: König Ratte. (Taschenbuch)
Als Saul Garamonds Vater bei einem Sturz aus dem Fenster stirbt, wird er verdächtigt und zunächst verhaftet. Es erscheint König Ratte, der ihn befreit und ihm klarmacht, daß ein Teil seines Wesens "rättisch" ist. Weil er auch "Ratte" ist, muß er sich den Herausforderungen in der Rattenwelt Londons stellen.

Die Bearbeitung durch China Miéville ist eine reizvolle Variation auf ein altes Thema, läßt aber Tiefe vermissen. Einige Handlungsstränge werden nicht aufgelöst. Die Spannung wird nicht vollständig durchgehalten, dafür ist die Geschichte zum Teil vorhersehbar.

Eine richtige Auflösung fehlt ebenfalls, wobei der in Teilen offene Schluß durchaus nicht unpassend ist.

Das Buch leidet unter der sprachlichen Umsetzung, wobei unklar ist, ob die oft sehr bemühte, zwischen Szeneausdrücken, Alltagssprache und verschnörkelter Eloquenz wechselnde Sprache ein Mangel der Übersetzung oder des Originals ist.

Die deutsche Version leidet an vielen Druckfehlern, die sich zum Teil von den grammatischen Fehlern nicht unterscheiden lassen. So wird von "das Gitterrost" gesprochen, Dinge "spiegeln sich wieder"; Kommafehler unterbrechen den Sprachfluß. Gut gelungen ist der Übersetzerin die karibische Sprechweise von Anansi, einem Spinnenwesen.

Der Lesegenuß wird durch diese Fehler recht beeinträchtigt; vermutlich sollte man das Original lesen, um einen besseren Eindruck vom Werk zu erhalten.

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