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König Artus und die Heldentaten der Ritter seiner Tafelrunde: Roman
 
 
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König Artus und die Heldentaten der Ritter seiner Tafelrunde: Roman [Taschenbuch]

John Steinbeck , Christian Spiel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423114908
  • ISBN-13: 978-3423114905
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,1 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 535.802 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Der, welcher dieses Schwert aus diesem Stein und Amboß zieht, ist durch Geburt rechtmäßiger König von ganz England.« Unter geheimnisvollen Umständen von Uther gezeugt, unter der Obhut des Zauberers Merlin zum jungen Mann aufgewachsen, wird Artus mit der Schwertprobe überraschend zum König.

»Die Vorbereitung währte Jahre. Steinbeck reiste nach England und Italien, um sich ein Bild von den Schauplätzen zu machen und um das Quellenmaterial zu erschließen, er studierte Hunderte von Büchern, konsultierte die Fachleute, recherchierte an den altsprachlichen Abteilungen mehrerer Universitäten, entzifferte alte Handschriften auf Mikrofilmen: John Steinbecks Enthusiasmus muB nahezu grenzenlos gewesen sein, als er sich daranmachte, einen alten Jugendtraum zu verwirklichen und Thomas Malorys klassische Sammlung der keltischen Artussagen aus dem fünfzehnten Jahrhundert in einer zeitgemäBeren Sprache neu zu erzählen«, schreibt Gerhard Kirchner in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

So sind auch die im zweiten Teil des vorliegenden Buches zunächst begeisterten, später immer verzweifelteren Briefe aus der Zeit seiner Suche mindestens ebenso interessant wie die Nacherzählung des Artusromans bis zur Liebestragödie von Lancelot und Guinevere.

Über den Autor

John Ernst Steinbeck, amerikanischer Erzähler deutsch-irischer Abstammung, geboren am 27. Februar 1902 in Salinas, wuchs in Kalifornien auf. 1918-24 Studium der Naturwissenschaften an der Stanford University, Gelegenheitsarbeiter, danach freier Schriftsteller in Los Gatos bei Monterey. Im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter, 1962 Nobelpreis für Literatur, gestorben am 20. Dezember 1968 in New York.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Steinbeck hat viel riskiert, als er sein geliebtes „Zauberbuch" aus Kindheitstagen in eine moderne Sprache übersetzte. Davon zeugen neben der von ihm selbst verfassten Einleitung, die einem Bekenntnis gleichkommt, die zahlreichen Briefe, die er vor und während der Entstehung an Chase Horton und an seine literarische Agentin Elizabeth Otis geschrieben hat. Sie berichten von seiner Begeisterung, sich mit dem Stoff zu beschäftigen, von seinen Mühen, die er während seiner ausgedehnten Forschungsreisen - so muss man sie wohl nennen - auf sich genommen hat, und nicht zuletzt vermitteln sie dem Leser einen sehr persönlichen Einblick, wenn er seinen Vertrauten von Schaffenskrisen und herben Rückschlägen schreibt.

Waren die aufopferungsvollen Mühen von Erfolg gekrönt?

Obwohl ich das Original von Thomas Malory nicht kenne, ist dem fabelhaften Erzähler Steinbeck eine exzellente Transformation gelungen, die eine Auseinandersetzung mit Malory beinahe überflüssig macht. Beinahe lediglich deswegen, weil der Roman unvollendet geblieben ist. „Die ruhmvolle Geschichte von Sir Lancelot vom See" (so lautet der Titel in der Übersetzung) ist der letzte Teil, dem er sich erfolgreich gewidmet hat, und wer wie ich den Wunsch hegt, ein vollständiges Bild vom legendären König Artus und seiner Tafelrunde zu bekommen, kann sich dem Ursprungstext nicht verschließen.

Eine Schmälerung erfährt das Werk dennoch. Dies liegt aber nicht an mangelndem erzählerischen Können, das dem Autor schwerlich vorgeworfen werden kann, sondern vielmehr am Inhalt selbst oder besser: seinen Aussagen. Wenn Steinbeck schreibt: „Ich glaube, daß ich mein Rechtsempfinden, mein Gefühl für Noblesse oblige und alles, was mich für die Unterdrückten und gegen den Unterdrücker einnehmen mag, aus diesem geheimnisvollen Buch habe." (ebd., S. 12), so mag man zwar einen Eindruck davon gewinnen, warum er soviel Energie und Zeit investiert hat, kann aber ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Mir ist es so ergangen. Vielleicht war es ein Fehler, den „Don Quijote" vorher gelesen zu haben, einem Buch, in dem sich der Held auf Ausfahrten begibt, um Abenteuer wie die ruhmreichen Ritter zu bestehen, von deren Heldentaten er in unzähligen Ritterbüchern gelesen hat (die in der Zeit, in der Cervantes sein Meisterwerk geschrieben hat, massenhaft verbreitet waren). Gehörte zu diesen auch die Geschichte von König Arthus? Es gibt zumindest Parallelen, die diese Vermutung bekräftigen. Die Ehre holder Jungfrauen zu schützen, hochzuhalten und vor allen Angriffen zu verteidigen, welcher Art sie auch sein mögen; den besiegten Widersacher aufzufordern, sich der Angebeteten des Siegers demütig zu ergeben - dies sind nur zwei Elemente, die sich in beiden Büchern mehr als einmal wiederfinden. Bei dem einen dienen sie der Erbauung des Lesers (bei Steinbeck hat es unübersehbar funktioniert), der andere gibt sie der Lächerlichkeit preis.

Ist Steinbeck selbst ein Don Quijote? Eine gewagte These. Aber wenn man sich vor Augen führt, wie verbissen er an der Vollendung gearbeitet hat und sich von nichts und niemandem aufhalten ließ, sein Vorhaben jedoch nicht zum Abschluss gebracht hat, dann denkt man unweigerlich an den tragischen Helden, der einen vergeblichen Kampf gegen Windmühlen führt, die er für Riesen hält. Der Vergleich mag ein wenig hinken, hat sich mir aber aufgedrängt; hier mag sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Trotz allem habe ich Steinbecks Neuübersetzung - und es ist weit mehr als das - mit Begeisterung gelesen und kann es nur weiterempfehlen. Er hat seinen Traum verwirklicht, zum Teil wenigstens, und ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch auf sehr hohem erzählerischen Niveau hinterlassen. Und letztendlich ist es das, was wirklich zählt. Interpretationen sind und bleiben subjektiv und führen manchmal dazu, den Lesegenuss empfindlich zu stören und dies hat das Buch nicht verdient.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Norbert
Im Gegensatz zu den klassischen Bearbeitungen des Artus-Stoffes liest sich Steinbecks Fragment recht angenehm und flüssig. Leider hat sich der Autor bei den Recherchen in England (d.h. der Sichtung der Archive mit unterschiedlichen Manuskripten von Malory, Caxton, Chrétien de Troyes, etc.) sehr stark verzettelt. Die schiere Fülle des gesammelten Materials hinderte ihn das Werk zu Lebzeiten zu beenden; das Fragment erschien posthum 1976.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde gehört zu den großen Stoffen der Weltliteratur. Über Jahrhunderte hinweg diente sie immer wieder als Vorlage für Romane und Dramen, ja sogar für Gedichte und Balladen.

Der amerikanische Literaturnobelpreisträger John Steinbeck (1902 - 1968) wollte dagegen kein eigenes Prosawerk schaffen, ihm ging es vielmehr um eine authentische Übersetzung der mittelalterlichen Geschichte. Seine unmittelbare Quelle war eine Sammlung von Prosaerzählungen, die der Raubritter Sir Thomas Malory zwischen 1451 und 1470 im Gefängnis niederschrieb.

Steinbeck hatte seit seiner Kindheit ein enges persönliches Verhältnis zu diesen Abenteuergeschichten. Kaum ein anderes Buch beeindruckte ihn über Jahre hinweg mehr. So reiste Steinbeck 1958/59 nach England und Italien, um sich ein Bild von den Schauplätzen zu machen und das Quellenmaterial zu erschließen. Er benutzte bedeutende Bibliotheken und legte sich selbst ein ansehnliche Fachbibliothek an.

Mit der fortlaufenden Übertragung kam es jedoch zunehmend zu größeren Abweichungen vom Malory-Original. So ergänzte Steinbeck die Vorlage durch malerische Ausstattung der Schauplätze und ausführliche Landschaftsbeschreibungen. Der Autor selbst spürte, dass immer mehr ein eigener Artus-Roman entstand, was ihn in eine tiefe Krise stürzte ("Ich wollte nichts auslassen und nichts hinzufügen"). Obwohl er reumütig zur direkten Malory-Übertragung zurückkehrte, schloss er das Manuskript schließlich unvollendet ab.

Mit seiner Nacherzählung der unsterblichen Saga schuf Steinbeck ein außergewöhnliches Stück Literatur. In einer zeitgemäßen Sprache erzählt er von dem legendären König und den anderen Rittern der Tafelrunde, von ihren Abenteuern und Liebesgeschichten. Seine Malory-Bearbeitung ist daher nicht nur als Beitrag zur Mittelalterforschung sondern zur amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts zu betrachten.

Im Deutschen Taschenbuch Verlag ist nun Steinbecks Übersetzungsprojekt erschienen, das durch einen umfangreichen Anhang mit Briefen des Autors ergänzt wird. Es sind zunächst begeisterte und dann verzweifelte Dokumente eines Künstlers, der sich schmerzlich eingesteht, an der selbst gestellten Aufgabe gescheitert zu sein.

Steinbecks Artus-Übertragung ist trotzdem ein recht interessantes und lebendiges Werk, das uns die mittelalterliche Welt in einer verständlichen Sprache näher bringt.

Manfred Orlick
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