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König Ödipus
 
 
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König Ödipus [Taschenbuch]

Sophokles
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 84 Seiten
  • Verlag: Reclam Philipp Jun.,Ditzingen, (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150006309
  • ISBN-13: 978-3150006306
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,6 x 0,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 84.070 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Klappentext

»Die leidvollste Gestalt der griechischen Bühne, der unglückselige Ödipus, ist von Sophokles als der edle Mensch verstanden worden, der zum Irrtum und zum Elend trotz seiner Weisheit bestimmt ist, der aber am Ende durch sein ungeheures Leiden eine magische segensreiche Kraft um sich ausübt, die noch über sein Verscheiden hinaus wirksam ist.«
Friedrich Nietzsche

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
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"Wo findet sich die schwer erkennbar dunkle Spur der alten Schuld?"

Diese Frage gilt es zu klären, als Theben eine Pest befiel und das Orakel das Ende verhieß, wenn der Schuldige gefunden. Dieser Schuldige war Ödipus, König von Theben, geworden aus den großen Hilfen für diese Stadt. Doch das Orakel hatte seinen Eltern Laios und Jokaste verheißen, ihr Erstgeborener würde seinen Vater töten und seine Mutter zur Frau nehmen. Ausgesetzt verbrachte Ödipus seine Jugend in anderer Gegend, die ursprüngliche sollte er meiden. Doch die Ermordung Laios war der Beginn der tragischsten aller Tragödien und einer der bewegendsten, dem Freud gar die Namensgebung eines Komplexes wert war.

"Denn viele Menschen sahen auch in Träumen schon

Sich zugesellt der Mutter: doch wer alles dies

Für nichtig achtet, trägt die Last des Lebens leicht."

Die Handlung des Stückes ist nichts mehr als die Enthüllung, gesteigert und kunstvoll verzögert, einer Psychoanalyse gleich, dass Ödipus selbst der Mörder seines Vaters war, aber auch der Sohn von Jokaste ist. Ödipus blendet sich, verlässt die Heimat. Das Orakel ist erfüllt.

Aufgeführt in Griechenland in alter Zeit und die Legende sagt, dass es kaum eine tragische Wirkung hervorrief. Diesen Tatbestand bewegte Freud zur Annahme, dass es eine Stimme im Inneren des Menschen gibt, die die zwingende Gewalt des Schicksals anzuerkennen bereit ist. Ödipus Schicksal könnte unser eignes sein, und so trifft uns auch die Botschaft des Chores:

"..., sehet, das ist Ödipus,

der entwirrt die hohen Rätsel und der erste war an Macht,

dessen Glück die Bürger alle priesen und beneideten;

Seht, in welches Missgeschickes graue Wogen er versank!"

und macht uns weise, den ursprünglichen Trieben eine andere Richtung zu geben.

Sophokles offenbart die Tragödie, zeigt das Handeln und die Konsequenz. Das kindliche Wunschdenken nach Freud wird offen gezeigt, im Hamlet erscheint es nur als Hemmung. Hamlets frische Tatkraft wird gehemmt durch die überwuchernde Gedankentätigkeit. ("Von des Gedankenblässe angekränkelt.") Diese zeigt sich eigentlich nur dort, wo die Rache nicht möglich ist an dem Mann, der die Wünsche seiner Kindheit realisiert hat. Der Mörder seines Vaters, aber! der Mann seiner Mutter. (Gedanken aus Freuds Traumdeutung) /(Diese Augabe ist mit nummerierten Verszeilen.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von KillaBee
Format:Taschenbuch
Ödipus, König von Theben, wird vom Volk auf Grund vergangener Taten verehrt und als Retter gefeiert. Verheiratet ist er mit Iokaste, der Frau des ermordeten Vorgängers Laios. Als ein Orakel ihm die Heirat seiner Mutter und den Mord an seinem Vater prophezeite, flüchtete er aus seiner Heimatstadt nach Theben um erst nach dem Tod der beiden zurückzukehren. Als eine Seuche ausbricht muss zur Besänftigung des Apollon der Mörder der Ex-Königs Laios gefunden und ermordet werden. Sofort beginnt der heldenhafte Ödipus mit einer Suche, die sich als schrecklicher Weg der Selbsterkenntnis entpuppen sollte. Sein Streben nach der Wahrheit (gegen alle Warnungen) und für das Wohl des Volkes führen zu seinem Untergang. Es spricht für sich, dass der einst Wahrheitssuchende sich am Ende die Augen aussticht, sich am liebsten alle Sinne nehmen, sich von der Umwelt abkanzeln würde. Die tragische Handlung liefert den Beweis für das unvermeidbare Schicksal. Niemand kann, wenn er es auch glaubt, den von den Göttern vorbestimmten Weg verlassen. Während sich Iokaste noch über Orakel und Wahrsagerei lustig macht haben sich die Vorhersagen längst erfüllt. Nicht einmal dem mächtigen, starken und mutigen König Ödipus gelingt dieses Kunststück. Eine der klassichen Tragödien des Altertums über Schicksal und Selbsterkenntnis bzw. die Suche nach Wahrheit. Durch Freuds Psychologie ist sie noch heute von großer Wichtigkeit, doch auch ohne diese lohnt sich die Lektüre allemal.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Prophetie und Erinnerung 22. Juli 2009
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Sobald sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen >uns< und >anderen< über das,
was der Fall ist, aufgelöst haben, kann >unsere< Welt mit >der< Welt verschmelzen."
(Jürgen Habermas in: Wahrheit und Rechtfertigung, 261)

Sophokles ist einer der großen griechischen Dichter des antiken Griechenlands im 5. Jahrhundert vor Christus. Seine Leidenschaft sind Tragödien. Tragödien gehören zu der Gattung von Schriften, die einen Spiegel der Wirklichkeit zeigen und sich dennoch eines Durchblicks nicht erwehren wollen. Sie gehen quasi wie Alice hindurch und beleuchten des Menschen Alternativen in vermeintlich vorbestimmter Konstellation. Antigone ist eine der großen Tragödien, die hier näher beschrieben wird.

Also widmen wir uns "König Ödipus". Wissend, dass Ödipus im Freudschen Sinne zum Komplex wurde, soll hier fern ab Freudscher Theorie das Licht auf Macht und Wissen fallen, was Ödipus zweifelsohne verkörpert und vergeistigt. Ödipus gilt als der klare Denker, der die Rätsel der Sphinx lösen kann, allein und er erinnert sich in den Reden zum Volk gern dieser singulären Macht. So wie er bei all der Liebe zu Theben den Verursacher des Leids finden will, folgt er seinem Verstand und vor allem seinem "Willen zum Wissen"; koste es was es wolle. Blind in seiner Vorstellung, Macht und Wissen in sich zu vereinen, geht er vor und Sophokles gelingt ein Meisterwerk der Ambivalenz von Wissen und Macht und vor allem der vielfach genutzten Chance, nicht den Zeugen allein zu präsentieren um der Wahrheit willen, sondern sich hinein zu tasten in die Erkenntnis des Geistes.

Ödipus gelingt es als Mittler zwischen den Göttern und den natürlichen Menschen, zwischen dem Ersichtlichen und dem Erahnten den großen Bogen der Gegensätzlichkeiten zu verbinden und nur dort, wo dieses gelingt, ist Wahrheit und Erkenntnis.

Die Götter, das Orakel des Lichtgottes Apollon geben ein Zeichen, der Seher Teiserias, das blinde Dunkle steht Pate und gibt den Hinweis, der nicht geglaubt wird. Die Antithesen von Laios und dem Stiefvater, die Ambivalenz von der Mutter Jokaste und der Frau Jokaste von Ödipus sind die Argumente, nicht die Zeugen einer Tat, die Theben ins Unglück stürzte. Erst die beiden Hirten, die der gegenwärtigen Wirklichkeit und die von den Göttern vorhergesagten, können mit dem Augenscheinlichen berichten und ihre Geschichten zusammen erinnern an das Orakel und machen es erkenntlich. Götter und Hirten sind es, die den dazwischen Seienden zur Erkenntnis, auch zur Selbsterkenntnis verhelfen. Denn Ödipus liebte die Macht, nichts sollte ihn davon abbringen; und er liebt das Wissen, allein, einzig und letztendlich unabhängig davon, ob es sich gegen ihn selbst wendet. Der Wille zum Wissen ist das Verhängnis des Ödipus und damit ist Sophokles ein Dichter der Tragödien, die den Menschen erkennen und ihm vorführen, wohin dessen Selbsterfahrung, deren "Macht haben wollen" führt. Um die Macht geht es vom ersten bis zum letzten Vers. "Du hast die Macht, du musst uns von der Pest befreien" fordern die Bürger Thebens von ihrem Herrscher. Und Ödipus erkennt: "die Pest gefährdet auch meine Herrschaft". Ihn erschreckt also nicht die Botschaft des Orakels, er könne seine Vater getötet, seine Mutter geheiratet haben. Einzig hat er Angst davor, seine Macht zu verlieren. Der, "der auf dem Gipfel der Macht gewesen" fällt, weil sein Wille zum Wissen sich selbst entlarvte.

Am Ende ist Ödipus einer, der weder auf das Orakel der Götter achtet, noch danach fragt, was das Volk will. In seinem Drang zu regieren, seinem Drang, Macht zu behalten, findet er seine Zeugen, die gesehen haben. Er findet die Hirten, die Menschen, die bezeugen und damit wissen, was die Götter prophezeit haben. Ödipus macht sich in der hergestellten Verbindung letztendlich überflüssig. Denn sein Wissen wollen ist vollbracht in der Zusammenfügung von Götterspruch und (Menschen-)Hirtensicht. Einsame Macht um ihn macht ihn zum Übermaß. Von allem besitzt er zuviel, wie Foucault mal sagte. Zuviel ist Überfluss, macht überflüssig.

Die tiefe Erinnerung der Hirten ist Jahre später Idee der platonischen Philosophie. Platon entwertet das Wissen zugunsten einer essentiellen Erinnerung an die Wesensschau, der Idee an sich. Er trennt Wissen und Macht, für ihn ist Wissen schon Machtverzicht im politischen Sinne.

Ödipus jedoch vereint in sich Wissen und Macht und kein anderer als Nietzsche konnte Jahrhunderte später zeigen, dass Wissen nicht frei ist von politischer Macht. So wie es Sophokles brillant offenbaren konnte. Lesen Sie "König Ödipus" unter dem Aspekt von Macht und Wissen.
~~
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