Die beiden Vorgänger-LPs "Hinten" und "Ufo" waren derart schräg improvisatorisch, daß man sie nur wenigen Leuten vorspielen konnte. Es wird auch auf Känguru noch improvisiert, doch das ganze klingt zugänglicher, harmonischer und technisch versierter abgemischt. Erstmals tauchen auf der Platte jene Elemente auf, die typisch für Guru Guru wurden:
- der Humor: etwa die militärische Rede in einer erfundenen Sprache à la Chaplins "der grosse Diktator". Oder der seltsame Sprechgesang auf anderen Tracks und das LP-Cover.
- die exotische Atmosphäre: Manche Tracks hören sich an, wie im Dschungel oder einem Treibhaus aufgenommen. Besonders Mani Neumaiers Trommeln erzeugen diesen Effekt.
- die facettenhaften Gitarren-Licks von Ax Genrich, die manchmal in ansprechende und ausufernde Heavy-Riffs münden.
Besonders ansprechend finde ich "Immer Lustig", das von einem militärischen Blödel-Song sich zum Psychedelic-Track entwickelt. Die schwüle und ruhige Atmosphäre könnte als Filmmusik für eine Handlung im Dschungel Afrikas dienen. Ähnlich aufgebaut ist "Oxymoron". Die beiden weiteren Titel haben einige gute Passagen, die Improvisationen sind hier ungestümer und erinnern an "Ufo".
"Känguru" ist ein Bindeglied zwischen ihrer Zeit der völlig freien Improvisation und den zugänglichen Werken wie "Guru Guru". Welche als LP dem Känguru nachfolgte und recht ansprechende Kompositionen wie den "Elektrolurch" und "The Story of Life" hatte.
Seit "Känguru" manifestierten "Guru Guru" ihren Ruf als Humoristen und Exoten in der ansonsten bier-ernsten Krautrock-Szene und ihr Live-Act wurde seitdem auf Festivals gerne gebucht. Die drei hervorragenden Instrumentalisten wurden von einigen Kritiker sogar mit Cream verglichen.