Endlich mal ein Buch über die 10 Gebote, das Kinder, aber durchaus auch Erwachsene da abholt, wo sie heute leben, im: 21. Jahrhundert.
Mein Sohn bekam es zu Weihnachten geschenkt. Es ist ein Kinderbuch, doch gab es selbst mir neue Anstöße. Auch für freier Denkende, und das ist gerade die Stärke des Buchs, wird deutlich, dass die 10 Gebote mehr sind als ein abstraktes Regelgebilde, das in grauer Vorzeit von einem bärtigen alten Mann namens Moses vom Berge Sinai herabgebracht wurde. Geschickt kleidet Brigitte Endres die universalen Verhaltensregeln der 10 Gebote in zeitgemäße Alltagsgeschichten.
Justus soll die 10 Gebote auswendig lernen. Er findet das völlig überflüssig. Da sein Großvater aber mit ihm zusammen einen Modellflieger baut, haben die beiden viel Zeit für ausgiebige Gespräche, in denen Justus bewusst wird, dass man nicht nur beim Basteln eine Gebrauchsanweisung braucht, sondern auch im Leben. Opa Karl versteht es meisterlich, die 10 Gebote in eine Sprache zu übersetzen, die uns heute anspricht. Besonders hat mich seine Auslegung des 6. Gebotes berührt: 'Du sollst nicht ehebrechen!' = 'Enttäusche Vertrauen nicht!' Hier wird nämlich über den gängigen Kontext hinaus, ein schwieriges und äußerst wichtiges Thema angesprochen. Justus hat einen Schwimmlehrer, der das Vertrauen seiner Schüler missbraucht, was schließlich Konsequenzen für den übergriffigen Bademeister hat. Am Ende des Buches werden noch einmal die 10 Gebote nach Moses und Opa Karls Anleitung für ein glückliches Leben im Überblick gegenübergestellt.
Was für ein wunderbarer roter Faden, an dem man sich durchs Leben hangeln kann! Nicht nur für Christen, für alle Menschen!